Der 17. Juli ist "World Emoji Day" – und es ist wohl einer der jüngeren weltweiten Feiertage der Menschheitsgeschichte. In diesem Jahr findet er erst zum fünften Mal statt. 

Immer wieder werden neue Emojis angekündigt: Erst vor wenigen Wochen wurden einige neue freigeschaltet, darunter etwa ein Lama oder schwitzende Smileys. Bis diese auch auf dem Smartphone landen, dauert es aber für gewöhnlich noch etwas. (bento

Max Zierer weiß das ganz genau: Er hat ist dafür verantwortlich, dass wir mittlerweile per WhatsApp und Facebook auch das Döner-Emoji versenden können. Auch wenn das dort nicht offiziell so heißt.

Die Idee dazu kam dem damaligen Mitarbeiter von Puls, als man auf der Suche war nach Emojis, die es noch nicht gab – und die Userinnen und User waren sich einig, dass sie den Döner am meisten bei ihren Emojis vermissten. 

"Ich hatte die Idee, das einfach mal zu beantragen", sagt Max zu bento. Denn: Jeder kann Emojis beantragen, und zwar beim Unicode Konsortium. Dieses kümmerte sich bislang eigentlich vor allem um einheitliche Schriftzeichen, Emojis sind in den vergangenen Jahren aber immer wichtiger geworden.

Wie läuft die Antragstellung ab?

Beim Unicode Konsortium wird das alles streng bürokratisch geregelt. Wer einen Vorschlag hat, kann ein Formular ausfüllen – sollte dabei aber beachten, dass das Emoji nicht den "Selektions-Faktoren" widerspricht. So sollte es zum Beispiel nicht schon ein Emoji geben, welches dem Vorschlag sehr ähnlich ist.

Auch ein Design-Vorschlag muss mitgeschickt werden – wie genau das Emoji aber am Ende aussieht, entscheiden Unternehmen wie Apple, Facebook, Google und Microsoft selbst. Sie alle gehören dem Unicode Konsortium an, haben aber beim Design freie Hand.

Hier kannst dein eigenes Emoji beantragen.

Weshalb hatte das Döner-Emoji Erfolg?

"Ich habe in meinem Antrag noch etwas von der integrativen Kraft des Döners in Deutschland geschrieben", so Max. Er argumentierte außerdem damit, dass es ja schon Hamburger, Pizza, Pommes und viele andere internationale Fast-Food-Gerichte gebe – aber eben keinen Döner.

Damit setzte er sich am Ende durch – auch wenn es seine Zeit dauerte: 2015 hatte Max den Antrag eingereicht, erst 2017 erschien dann auch tatsächlich das Döner-Emoji auf den Smartphones. Dazwischen wurde es in Emoji-Komitees herumgereicht, dann in den neuen Unicode übernommen und schließlich auch in die jeweiligen Apps.

Am Ende lautete die offizielle Bezeichnung des Emojis zwar "Stuffed Flatbread", doch es stellt unverkennbar einen Döner dar.

Das ist schon ein cooles Gefühl, wenn du dein eigenes Emoji verschicken kannst.
Max Zierer

Und Max hat mit seinem Emoji-Erfolg gleich noch ein ganzes Land zur Nachahmung gebracht. Als er vergangenes Jahr zu Besuch war in der Redaktion der argentinischen Tageszeitung "La Nación", erzählte er von seinem Döner-Emoji.

Die Kolleginnen waren ganz begeistert: Denn auch sie vermissen schmerzlich ein Emoji, das wohl wie kaum etwas anderes für Argentinien steht: den Mate-Tee. Das Aufgussgetränk mit den grünen Blättern des Mate-Strauchs ist in dem südamerikanischen Land nahezu allgegenwärtig.

Deshalb haben die "La Nación"-Kolleginnen mittlerweile ihren eigenen Antrag gestellt – darüber entschieden wurde allerdings noch nicht. In Argentinien wird mit dem Hashtag #EmojiDelMate aber derzeit schon einmal kräftig Werbung gemacht.


Gerechtigkeit

Wie ein 22-jähriger Afghane es schaffte, Seehofers Abschiebeflug zu entkommen
Die "Süddeutsche" schildert seine Geschichte

Beinahe hätte Horst Seehofer seinen Witz nicht bringen können. Dann hätte Danial M. ihm die Pointe versaut. Der 22-Jährige lebt in Bayern, kommt aber ursprünglich aus Afghanistan.

Vor einer Woche hatte Seehofer seinen "Masterplan Migration" vorgestellt und sich über Abschiebungen lustig gemacht. Ausgerechnet an seinem 69. Geburtstag sei zum Beispiel eine besonders große Gruppe ins Bürgerkriegsland abgeschoben worden – nämlich 69 ehemalige Asylbewerber. (bento)

Danial hätte der 70. Flüchtling sein sollen – aber er fand gerade noch in einer Kirche Zuflucht.