Bild: Screenshots: bento
Die Zauberwelt ist in Gefahr!

Plötzlich war es da: Ohne Pressemeldung, ohne großes Buhei erschien die App "Wizards Unite" von Portkey Games und "Pokémon Go"-Hersteller Niantic am Samstag in den App Stores. 

Warum so kleinlaut? Vielleicht unter anderem, weil man aus den ersten Wochen der mobilen Pokémonjagd gelernt hatte: Als "Pokémon Go" vor zwei Jahren startete, war der Ansturm so groß, dass die Server direkt überlastet waren. Bei "Wizards Unite" ist das dieses Mal anders.

Wir haben den Nimbus 2000 rausgeholt und geschaut, was man vom mobilen Augmented-Reality-Spiel "Wizards Unite" aus dem Harry-Potter-Universum erwarten darf.

1 Worum geht es in "Wizards Unite"?

Die Rahmenhandlung des Handyspiels ist nach den "Harry Potter"-Büchern angesiedelt (aber nicht ganz konsequent – dazu später). Harry ist inzwischen erwachsen und arbeitet als Auror. Durch eine anfangs noch ungeklärte Ursache kommt es zum "Desaster": Millionen magischer Gegenstände und Wesen werden in die Welt hinaus geschleudert und sollen nun wieder eingefangen werden.

Spielerinnen und Spieler sind bei einer Eingreiftruppe des Zaubereiministeriums angestellt und fortan damit beschäftigt, alles Magische wieder vor den Augen der Menschen zu verstecken. Dabei trifft man auch immer wieder auf Figuren aus den Büchern, die einem – mit toller Sprachausgabe – erklären, was man eigentlich zu tun hat.

2 Wie funktioniert "Wizards Unite"? 

Ähnlich wie in "Pokémon Go" bewegt man sich in der Spielwelt, indem man sich auch in der Wirklichkeit bewegt, die Spiellandschaft ist eine digitale Nachbildung der echten Welt. Wer gerne Spazieren geht, kommt hier also wieder auf seine Kosten. 

Markante Orte wie Statuen oder Denkmäler werden in anklickbare Elemente umgewandelt. Es gibt drei verschiedene Arten von Spielgebäuden: 

  • Gasthäuser sind Quelle für Zauberenergie, die die Menge der den Spielerinnen zur Verfügung stehenden Zauber-Aktionen begrenzt. 
  • Gewächshäuser liefern Zutaten zum Brauen von Tränken und Zauberenergie. 
  • Festungen sind recht selten, in ihnen können Spieler besonders harte Prüfungen meistern. 

Den Hauptteil des Spiels macht aber das Jagen der magischen Kreaturen und Objekte aus. Diese erscheinen als kleine Symbole auf der Karte, nach einem Klick gelangt man als Spieler in den Zauberbildschirm:

(Bild: Screenshot: bento)

Wutschen und Wedeln heißt es hier, denn verschiedene Objekte müssen mit verschiedenen Zaubern befreit werden. Dieser ist aber leider schon vorgegeben, die Freiheit, selbst aus einer Bandbreite von Zaubern zu wählen, fällt weg. 

Mit dem Finger fährt man möglichst schnell die vorgezeichnete Linie entlang, saubere Ausführungen sorgen für höhere Chancen auf einen Sieg. Ist ein Gegenstand vom bösen Zauber befreit, wandert er in die Sammlung der Spieler. Hat man Pech, löst sich der Gegenstand beim Kampf auf und muss erneut auf der Karte gefunden werden. 

Mysteriös: Anders als in "Pokémon Go" ist es für Spielerinnen nicht sofort ersichtlich, welches Objekt man vor sich hat, nur die grobe Kategorie wird über das Symbol klar gemacht. Von magischen Geschöpfen über Gegenstände aus dem Büro des Hogwarts-Schulleiters bis zu Dunkler Magie gibt es hier viel Kram zu befreien. Manche Fundstücke, etwa der Hippogreif, müssen mehrfach gefunden und befreit werden, bevor sie in die Sammlung übergehen. 

Die Animationen sind sehr schick, im Gegensatz zur Spielwelt, die recht bräunlich daherkommt. Stark: Charaktere und Fundstücke sind optisch den Filmen nachempfunden. Hier macht sich bemerkbar, dass "Portkey Games" dem Harry-Potter-Rechteinhaber "Warner Bros." gehört. 

(Bild: Screenshot bento)

3 Und, macht es Spaß? 

Bisher ist es für uns ein klares – Jein. 

  • Die Grundmechanik mit den Zaubern geht zwar leicht von der Hand, vor allem "Pokémon Go"-Veteranen werden sich hier schnell zurecht finden. Auch der Sammeltrieb wird hier wieder angesprochen, da die recht liebevoll animierten Fundstücke uns anfangs wirklich überrascht haben. Eine Spieluhr mit einem Ballett tanzenden Troll im Tutu? Ein feuerspuckendes Huhn und eine Ladung von Weasleys Feuerwerksraketen? Toll! 
  • Was hingegen fehlt, ist das Radar. Bei "Pokémon Go" entsteht ein Großteil der Motivation dadurch, dass man ganz bestimmte Monster sammeln will. Ist eines davon in der Nähe, erscheint es auf dem Radar, Spielerinnen beeilen sich dann und laufen in die Richtung des begehrten Pokémon, bevor es verschwindet. Bei "Wizards Unite" weiß man bis zum Klick nicht, was einen erwartet – und, ob man das Objekt noch sucht. 

Dem Spaß in die Quere kommen zu Beginn Dutzende aufploppende Erfahrungsleisten, verwirrende (und viel zu bunt animierte) Menüs und hunderte, nach einem Klick verschwundene Tutorial-Tipps. Zum Start kann die Flut an Informationen und Funktionen eher für Verwirrung sorgen. Denn neben magischen Objekten sammelt man auch Zaubertrank-Zutaten, Runen, Portschlüssel, Schriftrollen, Samen, Antiobskuranten, Tränke, Gold, Memos... Die Liste geht weiter.  

(Bild: Screenshot: bento)

Haben wir schon erwähnt, dass man außerdem einen Beruf erlernt (in unserem Fall der "Professor" mit 134 erlernbaren Unterpunkten), einen Zauberstab und ein Hogwarts-Haus auswählt, sich mit dunklen Magiern duelliert und Tränke brauen kann? 

Es gibt eine Menge zu tun. "Wizards Unite" schafft es aber nicht wirklich, uns zu überzeugen, warum wir all das auch tun wollen.

Zudem ist es schade, dass das Spiel zwar eine Rahmenhandlung im Harry-Potter-Universum hat, sich dann aber doch nicht konsequent an diese hält. Wir mussten beim Test etwa Severus Snape aus einem riesigen Zaubertrank-Gefäß retten. Wer in den Büchern oder Filmen aufgepasst hat, sollte wissen, warum das nicht möglich sein kann. 

Sorgen bereitet uns zudem, dass das Spiel zwar grundsätzlich kostenlos ist, zahlreiche Funktionen und Gegenstände aber mit echtem Geld zugekauft werden können. Das war schon bei "Pokémon Go" so, hier gab es aber nie Gegenstände, ohne die man nicht auch so weitergekommen wäre. 

Kaufbar sind bei "Wizards Unite" aber unter anderem Tränke, die die eigenen Zauber gegen starke Gegner verstärken. Hersteller Niantic beschreibt diese Kaufoptionen als "Abkürzungen". (SPIEGEL ONLINE)

Bei vielen Handy-Games wird es vor allem auf den höheren Leveln wichtig, mit Geld Boni zu kaufen, um bestehen zu können. Ob es bei "Wizards Unite" änlich sein wird, muss sich noch zeigen. 

"Wizards Unite" ist für Gelegenheitsspieler anfangs ein ziemlicher Brocken. Dauergamer – und die zahlen am Ende meist auch gerne Geld – werden daran aber sicher ihre Freude haben.

Das Spiel ist ab sofort im App Store für iPhone, auf Google Play für Android-Geräte und im Samsung Galaxy App Store für Samsung-Geräte erhältlich. Der Download ist kostenlos, bei der mobilen Datennutzung können aber weitere Gebüren entstehen. Ingame-Käufe sind möglich.


Future

Millennials erzählen, was sie verdienen – und ob sie das gerecht finden

Was macht eine gerechte Bezahlung aus? Dass man genauso viel verdient wie andere im Team? So viel wie in der Branche üblich? Sollte es nur um die eigene Leistung gehen? Und woran wird die überhaupt gemessen?

Eine aktuelle Studie des dänischen Softwareentwicklers Peakon zeigt, dass von allen Generationen am Arbeitsmarkt Millennials mit ihrer Bezahlung am unzufriedensten sind. 

Die Daten stammen aus Antworten von mehr als 40 Millionen Befragten in 125 Ländern. Demnach wünschen sich Millennials neben einem sinnstiftenden Job auch eine faire Bezahlung. Doch während das Leben immer teurer wird, wachsen die Gehälter aus ihrer Sicht nicht genug.

Auch andere Studien belegen diesen Eindruck, so wie diese der OECD: Während ihre Eltern sich noch ein Haus im Grünen leisten konnten, sind Millennials froh, wenn sie ihre winzige Stadtwohnung bezahlen können. Obwohl sie oft besser ausgebildet sind, verdienen sie nicht mehr. Gleichzeitig steigen die Ausgaben. Die Millennials werden aus der Mittelschicht verdrängt. (bento

Beide Studien sind jedoch international, konkrete Daten nur für Deutschland gibt es nicht. 

Darum haben wir selbst bei Millennials in Deutschland nachgefragt: Bist du mit deinem Gehalt zufrieden oder unzufrieden? Und woran liegt das?

Für diesen Text wollten die drei lieber anonym bleiben – ihre Namen haben wir geändert. Die echten Namen sind der Redaktion bekannt.

Christoph*, 23, fängt bald im Vertriebsinnendienst in einem Unternehmen der Konsumgüterbranche an – er kennt sein Gehalt schon und fühlt sich unfair behandelt.