Bild: Lendstar

Hier 4,90 Euro für den WG-Einkauf, dort 2,60 Euro für den Kaffee, und die Kinokarten hat auch die Freundin bezahlt: Wir leihen und verleihen im Alltag immer wieder Geld, kleinste Beträge, die sich schnell zu kleinen Schuldenbergen anhäufen können. 

Mit Online-Banking sollten die ja eigentlich schnell zu begleichen sein. Aber dann hat die IBAN-Nummer einen Zahlendreher oder die Mail ist verschwunden – und wo war nochmal meine TAN-Liste? 

Wie schön wäre es, wenn wir einfach mit unserem Smartphone Geld an Freunde senden könnten, so einfach und schnell wie eine Whatsapp-Nachricht?

Im Ausland ist diese Art des Bezahlen längst angekommen:

  • Facebook Messanger führte die Funktion bereits 2015 ein. Nutzer können die Daten ihres Bank- oder Paypalkontos verknüpfen. Über einen Cash-Button können sie dann den gewünschten Betrag an einen Freund schicken. (Engadget)
  • Auch chinesische Nutzer der Messanger-App WeChat haben diese Möglichkeit. Der Messanger-Dienst hat beinahe so viele Nutzer wie WhatsApp und bietet die Funktion schon seit mehreren Monaten an. Sogar deutsche Händler akzeptieren den Bezahldienst bereits – allerdings nur am am Münchener Flughafen. (Wirtschaftswoche)
  • Und Apple kündigte erst im Sommer an, eine ähnliche Funktion in iMessage einzuführen. (Heise)

Nur: In Deutschland lebende Nutzer haben von all dem nichts.

Weder Facebook Messanger, noch WeChat oder Apple Pay haben die Funktion für den deutschen Markt ausgerollt – und es ist nicht klar, ob und wann das passieren könnte. Das hat mehrere Gründe: 

  1. Der Datenschutz schafft hierzulande größere Hürden als beispielsweise in den USA oder China. 
  2. Nutzer haben häufiger Sicherheitsbedenken. 
  3. Und Deutsche lieben ihr Bargeld. 

Allerdings wandelt sich dieses Bild langsam. Eine repräsentative Allensbach-Studie zeigte zuletzt, dass Nutzer zwischen 30 und 44 Jahren erstmals lieber mit Karte zahlen als mit Münzen und Scheinen. (Handelsblatt)

Trotzdem kann man auch als deutscher Nutzer längst einfach per Smartphone Geld an einzelne Personen senden – mit diesen Apps:

1. Kwitt

Kwitt ist die Bezahlapp des Sparkassen-Verbundes – und kann dementsprechend nur in Verbindung mit einem Sparkassenkonto genutzt werden. Schicken kann man sein Geld dann aber an jedes deutsche Konto. Dafür braucht man lediglich die Handynummer des Empfängers. Er bekommt dann eine Nachricht mit einem Link auf eine Website, auf der er seine Kontodaten eingeben kann. An einem Tag kann man so ohne TAN entweder 30 Euro pro Zahlung oder 100 Euro ingesamt überweisen. Allerdings kann das je nach Sparkasse auch etwas kosten. (Sparkasse)

2. Lendstar
Bild: Lendstar

Das deutsche Start-up wurde 2015 über die Gründer-Show "Die Höhle der Löwen" bekannt. Mit der App können Nutzer untereinander Geld verschicken oder einfordern, für bestimmte Anlässe sammeln oder auch Rechnungen bezahlen. Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit, miteinander zu chatten.

Die Überweisungen funktionieren per Lastschrift-Verfahren. Nutzer speichern also ihre Kontodaten ein. Für Zahlungen bis 30 Euro und maximal 125 Euro im Monat benötigt man keine PIN oder TAN. Alle Beträge darüber hinaus funktionieren per Direktüberweisung – also mit PIN oder TAN. (Lendstar)

Aber: Nur Nutzer der App können auch Geld darüber empfangen.

3. Cringle
Bild: Cringle

Auch Cringle ist ein deutsches Startup und verspricht: "Mit Cringle kannst du Geld an jede Handynummer senden."

Das funktioniert genauso wie bei Kwitt. Der Empfänger bekommt eine SMS mit einem Link, der auf eine Website führt. Dort werden einmalig die Kontodaten des Empfängers abgefragt, damit er das Geld sicher annehmen kann. (Cringle)

4. Wavy

Die App ist aus dem deutschen Startup Cookies hervorgegangen, ebenfalls Anbieter einer P2P-Bezahlapp, der allerdings im Herbst 2016 Insolvenz anmelden musste. Unter dem Dach des schwedischen Unternehmens Klarna hat das Team seine App nun weiterentwickelt. (GründerszeneHandelsblatt)

Auch bei Wavy können Nutzer Geld an Handynummern und Emailadressen schicken. Die Empfänger brauchen die App dafür nicht, auch hier bekommen sie einen Link gesendet und geben einfach ihre Bankdaten ein. Der Clou: Das geht auch über soziale Medien – und funktioniert in 31 europäischen Ländern. (Wavy)

5. PayPal

Und dann ist da natürlich noch PayPal. Mit dem Bezahldienst kann man schon länger Geld über Emailadressen versenden. Mit der Funktion "Freunde und Familie" geht das auch an Nutzer ohne PayPal-Konto. (PayPal)


Gerechtigkeit

Warum das Jamaika-Aus kein Weltuntergang ist
Zumindest nicht für die meisten Menschen.

Nach gut 30 Tagen (und Nächten) der Verhandlungen steht fest: Eine Regierung aus Union, FDP und Grünen wird es nicht geben. FDP-Chef Christian Lindner hat das sogenannte Jamaika-Bündnis in der Nacht zum Montag für gescheitert erklärt. 

Lindner sagte: "Wir werfen niemanden vor, dass er für seine Prinzipien einsteht. Aber wir tun es eben auch." 

Das Jamaika-Aus fühlt sich nach Scheitern an – tatsächlich zeigt es, wie stabil die Demokratie in Deutschland ist. Und dass die Parteien noch für Prinzipien einstehen.