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Kommt der Tweet von einer realen Person oder spammt mich eine Maschine voll? In Zeiten von Social Bots stellen wir uns diese Frage immer häufiger.

Social Bots sind kleine Computerprogramme, die auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter automatisch Nachrichten verbreiten. Parteien und Firmen können sie einsetzen, um für sich zu werben oder Nutzern Fragen zu beantworten – sie können aber auch zu Propagandazwecken eingesetzt werden. Oft beeinflussen sie aber politische Diskussionen und verbreiten Hass in sozialen Netzwerken.

Mit dem "Botometer" kannst du jetzt selbst überprüfen, ob hinter einem Account ein Bot steckt.

Das Tool wurde von Forschern der Indiana University entwickelt. Es ist Teil des sogenannten "Observatory on Social Media". Das Projekt bündelt unterschiedliche Anwendungen, mit denen sich zum Beispiel auch Fake News erkennen lassen können.

Wenn man einen Twitter-Namen in die Suchmaske eingibt, checkt das Botometer den Account über mehrere Faktoren – wie das Netzwerk des Nutzers und die abgesetzten Tweets auf seine Natürlichkeit.

  • Je mehr Follower ein Account hat, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Bot handelt. 
  • Bots tweeten auch besonders viel – interagieren aber sehr selten mit anderen und liken meistens keine Beiträge.
  • Menschen folgen meistens Menschen, Bots häufig anderen Bots.
  • Die Tweets von realen Personen sind häufig länger und emotionaler verfasst.
  • Bots retweeten mehr als menschliche Accounts und verlinken öfter externe Seiten.

Die Daten, die man dann ausgespuckt bekommt, geben an, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Account ein Bot ist. Theoretisch ist alles mit einem Wert von unter 40 Prozent als menschlich anzusehen.

Einige Accounts werden vom Botometer nicht komplett richtig eingestuft – vor allem Politiker, die nur wenig interagieren. 

So wertet das Programm Accounts von Organisationen und Politikern häufig als Social Bots. Das hat etwas mit der Follower- und Tweetstruktur zu tun, sagen die Forscher. Organisationen nutzen Twitter häufiger zur Darstellung und Informationsverbreitung und interagieren weniger.

Erika Steinbach gilt als besonders echt, Sigmar Gabriel ist gutes Mittelmaß, Donald Trump hingegen scheiterte knapp an der Grenze – und gilt schon als Bot:

(Bild: Botometer)

Trumps Verhalten auf Twitter entspricht damit dem eines vermenschlichten Bots, auch wenn er keiner ist. 

Insgesamt werden Social Bots immer komplexer – und lassen sich so auch schlechter erkennen.

Mittlerweile könnten die Programme sogar menschliches Verhalten simulieren, indem sie beispielsweise Schlafenszeiten einhalten, so Onur Varel, einer der Forscher (The Verge).

Deshalb wollen die Forscher die Anwendung weiterentwickeln. Ausprobieren könnt ihr das Botometer trotzdem schon.

Dass Bots die Welt des Internets auch bereichern können, zeigt zum Beispiel dieser GoT-Chatbot:


Gerechtigkeit

Alt-Right, Ku-Klux-Klan, und Oath Keepers: Das sind die Rechten von Charlottesville
"Wir erfüllen die Versprechen von Donald Trump."

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Alt-Right steht für "alternative Rechte", tatsächlich verstecken sich hinter dem Begriff Neonazis, Ultrakonservative und weiße Rassisten. In der US-Stadt Charlottesville haben sich diese Gruppen am Wochenende nun zu einer großen Demo versammelt.