Das Tinder für Tinder-Kopien.

Manche Fakes klingen so echt, dass jeder darauf reinfällt: Rumblr zum Beispiel, das Tinder für Prügel-Buddies.

Auf Rumblr sollten sich "Freizeitprügler" (recreational fighters) angeblich für eine schnelle Schlägerei in der Nähe verabreden können. Screenshots zeigten ein Chatfenster, mit "Schedule Fight"- und "Pussy Out"-Button und versprachen die "Rumblr Explore"-Funktion, mit der Zuschauer Kämpfe in ihrer Umgebung finden können. Also wie der "Fight Club", nur endlich in echt.

Nur, dass für diesen Fight Club die erste Regel nicht galt. Jeder sprach darüber: Weltweit griffen Medien die Meldung über die neueste Wisch-App auf, die Dates der handfesten Sorte versprach.

Doch das war Quatsch.

Rumblr war die Marketing-Aktion einer amerikanischen Kreativ-Beratungsfirma, die auf Alltagsgewalt in den USA aufmerksam machen wollte – und sicher auch auf sich selbst. Es sei nie geplant gewesen, eine solche App zu veröffentlichen, hieß es anschließend.

Der Buzz um das Klopper-Tinder ist die (vorerst) absurdeste Ausformung des Tinder-Trends, der die Digitalwirtschaft seit einiger Zeit erfasst hat: Überall wird die Wischgeste, die sich Tinder-Mitgründer Jonathan Badeen angeblich unter der Dusche ausdachte, kopiert: Von News-Apps, Musik-Apps, Shopping-Apps. Und das ist nur der Anfang.


Hier ist unser Tinder für Tinder-Kopien: