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Was ist passiert?

Die Bundesnetzagentur erlaubt der Deutschen Telekom das sogenannte VDSL2-Vectoring. Die Telekom will eine Milliarde Euro in die Technik investieren und bis zu sechs Millionen Haushalten in deutschen Innenstädten schnelleres Internet anbieten – bis zum Jahr 2018.

Was ist Vectoring?

Mit der Technik wird der Datendurchsatz von Kupferleitungen (der klassische Telefonanschluss) ungefähr verdoppelt. So sollen Geschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit und bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich werden. Dazu werden elektromagnetische Störungen zwischen den Leitungen ausgeglichen.

Warum ist das wichtig?
  • Keine zukunftssichere Investition: Der Ausbau mit Glasfaser, wie er in anderen Ländern üblich ist, könnte sich dadurch weiter hinauszögern. Der Anschluss von Haushalten ist teurer, dafür aber zukunftssicher: Mehr als 1000 Megabit pro Sekunde sind möglich. Jetzt soll weiter in das alte Kupferkabel investiert werden, das aber auch in weiteren Ausbaustufen nicht so bald über 200 Megabit pro Sekunde kommen dürfte.
  • Probleme für Wettbewerber: Damit ein Provider Vectoring anbieten kann, muss er die Technik im Hauptverteiler einsetzen. Von diesen Verteilerzentren gibt es knapp 8000 in Deutschland (hier ist eine Karte). An jedem Hauptverteiler kann aber nur eine Firma Vectoring betreiben. Wettbewerber der Telekom fürchten, dass sie nicht zum Zuge kommen. Nur wenn eine Firma "stärkeres Engagement" beim Ausbau im Einzugsbereich eines Hauptverteilers zeigt, soll der Verteiler nicht an die Telekom gehen.
Warum legen die Wettbewerber nicht einfach Glasfaser?

Tun sie zum Teil sogar, allerdings nur in vergleichsweise gut erschlossenen Stadtgebieten. Obwohl Glasfaser langfristig eine gute Investition wäre, lässt sich der Ausbau mittelfristig nur schwer finanzieren: So lange nämlich, wie Kabel-Internet und Vectoring-Internet mit rund 100 Megabit pro Sekunde noch ausreichen und günstiger angeboten werden.

Also?

Die Telekom hat erreicht, was sie wollte: Sie investiert Milliarden in den Netzausbau und profitiert davon. Auch die Regierung dürfte zufrieden sein: Auch wenn die Technik nicht zukunftssicher ist, kann sie einen mittelfristigen Erfolg verbuchen. Die hohen Investitionen für den Glasfaser-Ausbau sind damit aber nur aufgeschoben. Das Nachsehen haben Wettbewerber und Nutzer.