Einfach mal im Park sitzen und Nichtstun. Keine Nachrichten beantworten, keine Mails checken, kein Selfie auf Instagram posten. Stattdessen: abwarten, nachdenken, in sich ruhen.

Klingt nach einer Herausforderung? Denselben Gedanken hatte die südkoreanische Künstlerin Woops Yang, die 2014 die "Space Out Competition" ins Leben rief. Ein Wettbewerb des stillen Herumsitzens. Das einzige Ziel: In die Ferne zu starren, ohne den Fokus zu verlieren.

Seit dem Start des Events vor zwei Jahren hat sich die Challenge in einen anerkannten Wettbewerb mit 70 Plätzen gewandelt. Juroren geben vor, was man als erfolgreicher Teilnehmer zu beachten hat: keine Handys, kein Sprechen, kein Blick auf die Uhr, nicht einschlafen. Auch wer lacht, wird disqualifiziert. Ein entspannter Nachmittag im Park sieht dann wohl doch eigentlich anders aus.

Zwei Teilnehmer bei der letzten Challenge Ende Mai:

Die Initiatorin Woops Yang litt selbst am Burnout-Syndrom. "Ich fühlte mich ängstlich, wenn ich rumsaß und nichts tat", sagte sie zu Vice. Immer wieder habe sie den inneren Drang verspürt, produktiv sein zu müssen. Sie habe realisiert, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein gewesen sei: "Würden wir uns nicht alle besser fühlen, könnten wir gemeinsam nichts tun?"

90 Minuten dauert die die Challenge im Ichon Hangang Park in Seoul. Begrenzte Zeit, begrenzte Fläche, begrenzte Möglichkeiten für individuelle Entspannungsübungen. Selbst der Herzschlag der Teilnehmenden wird alle 15 Minuten gemessen. So soll sichergestellt werden, dass die Kurzzeit-Aussteiger auch wirklich chillen.

Am Ende gewinnt die Person mit dem stabilsten Herzschlag.

Events wie dieses sind natürlich nur ein halbherziger Versuch, den Anforderungen der Leistungsgesellschaft langfristig zu entkommen. Wenn selbst das Nichtstun zum Wettbewerb verkommt, hat das mit Burnout-Prävention wenig zu tun.

Sollte es nicht viel eher darum gehen, sich eine echte Auszeit im Alltag zu gönnen, statt der Beste im In-die-Luft-Starren zu werden?

Die Umstände der Challenge erinnern an einen Laborversuch. Selbst die Teilnehmer werden nach den strengen Auswahlkriterien der Performance-Künstlerin rekrutiert: "Ich versuche einen möglichst diversen Pool an Menschen zusammenzustellen, sodass jede soziale Gruppe der Stadt in der Challenge repräsentiert wird." Gelungen ist ihr vor allem eine Satire der modernen Gesellschaft.

Immerhin: Technologie und Geld spielen bei keine Rolle bei dem Projekt. Wenn auch nur für 90 Minuten. Danach geht es zurück an die Arbeit.


Food

Jemand hat Burger und Pommes in eine Saftpresse gehauen – und getrunken
Schlürf!

Alle Ideen haben ihre Existenzberechtigung. Es ist also durchaus möglich, dass ein Mensch auf die Idee kommt, Burger, Pommes und Cola von McDonald's in eine Saftpresse zu stopfen, um herauszufinden, wie geschreddertes Fast Food schmeckt. Warum auch nicht.

Auf dem YouTube-Account "Bad Things for Bad People" lässt sich neuerdings ein Video finden, in dem ein Mann genau das tut: "Junk Juice" kreieren, also Saft aus Müll.