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Tipps und Tricks, um dein Telefon durch den Winter zu bringen

Immer wieder im Winter klagen Smartphone-Nutzer über unerwartete Probleme: Mitten im Gespräch schaltet sich das Handy ab oder geht unvermittelt beim Websurfen aus. Und das, obwohl der Akku noch 20, 30 oder gar 50 Prozent Kapazität anzeigt. Ist das Gerät kaputt? Muss womöglich der Stromspeicher ausgewechselt werden?

Meist trifft weder das eine, noch das andere zu. Schuld ist die Chemie. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt werden die chemischen Prozesse im Akku stark verlangsamt, und der Innenwiderstand steigt. Das kann im schlimmsten Fall so weit gehen, dass die vom Akku gelieferte Spannung nicht mehr ausreicht, um die Elektronik des Handys mit Strom zu versorgen. Das Resultat: Das Handy schaltet sich ab.

Austricksen lässt sich dieser Prozess nicht. Vor einigen Jahren testete die finnische Zeitschrift "MikroPC", wie populäre Smartphones auf Kälte reagieren. Spätestens bei Temperaturen zwischen minus 20 und minus 30 Grad ging den Geräten die Puste aus. Einige versagten schon viel früher, hatten bei minus 5 Grad Probleme, schalteten bei minus 10 Grad ab. Das sind Temperaturen, die man im deutschen Winter auch in der Tiefebene problemlos erreicht.

(Bild: Giphy / Saskia Keultjes)
Mit diesen Tipps kannst du dem Kältetod deines Handys vorbeugen:
  • Der simple Tipp, um der plötzlichen Selbstabschaltung vorzubeugen, lautet daher: Tragen Sie Ihr Smartphone unterwegs möglichst nah am Körper, wo es schön warm ist. Wenn Ihnen das zu nervig ist, weil es dann so umständlich ist, das Handy bei einem Anruf hervorzukramen, stecken Sie es wenigstens in die Innentasche ihrer Jacke. In den Außentaschen oder einer Handtasche hat es nicht zu suchen, dort wird ihm kalt.
  • Neben der Selbstabschaltung kann ein weiteres Problem Handys im Winter plagen: Bringt man ein im Freien tiefgekühltes Telefon in einen gut beheizten Innenraum, kann sich Kondensationsfeuchtigkeit bilden. Das ist nicht nur lästig, sondern kann auch gefährlich werden, wenn die Kondensation an den elektronischen Komponenten im Inneren des Handys auftritt.
  • Ist ein Mobiltelefon stark abgekühlt, sollte man es deshalb lieber langsam auf Raumtemperatur bringen. Im Zweifel empfiehlt es sich, das Gerät zur Sicherheit abzuschalten - wenn es das nicht selbst getan hat - und erst wieder in Betrieb zu nehmen, wenn es komplett durchgewärmt ist.
  • Diesen Vorgang beschleunigen zu wollen, indem man es beispielsweise auf einen Heizkörper legt, ist keine gute Idee. Derartige Versuche schaden dem Gerät mehr, als sie nutzen, weil viele elektronische Komponenten empfindlich auf plötzliche Temperaturänderungen reagieren.
  • Sollte das Telefon richtig nass geworden sein oder starke Kondensation zeigen, gilt als Grundregel: stromlos machen. Wenn sich der Akku entfernen lässt, sollte man ihn aus dem Gerät entfernen, andernfalls das Handy komplett abschalten. So lässt sich verhindern, dass ein Kurzschluss dem Gerät Schaden zufügt.
  • Dieser Artikel ist zuerst auf Spiegel Online erschienen.