Achtung, Likes kommen rein!

Instagram ist voll mit ihnen: Fotos, die aussehen als wären sie nach langer Vorbereitung von einem Profi geschossen worden. Das Selfie, der Urlaub und die neue Handtasche werden perfekt in Szene gesetzt. Auf privaten Accounts ernten solche preisverdächtig hübschen Aufnahmen mehrere hundert Likes.   

Das perfekte Foto mit dem Smartphone schießen? Kann ja nicht so schwierig sein. Handy raus, draufhalten, abdrücken. Aber ein neues Smartphone mit einer guten Kamera ist noch kein Garant für starke Bilder. Mit den folgenden drei Tricks gelingen bessere Bilder: 

1.

Besseres Licht für Selfies 

Für das perfekte Selfie sind vor allem die Lichtbedingungen und der Kamerawinkel entscheidend. Künstliches Licht lässt die Haut ungesünder aussehen und hebt Rötungen und Unreinheiten hervor. Wer zudem die Kamera direkt vor sich hält und frontal hineinguckt, hat auf dem Foto ein breiteres Gesicht. 

So geht's besser:

  • Natürliches Licht gibt der Haut einen gesunden Teint und lässt Unreinheiten verschwinden. 
  • Wer sein Gesicht etwas neigt oder die Kamera in einem bestimmten Winkel hält, lässt sein Gesicht schmaler wirken.
  • Eine Studie der Uni Babelsberg hat zudem bewiesen, dass die Neigung des Kopfes darüber entscheiden kann, wie der Betrachter die Person auf dem Selfie wahrnimmt: Frauen, die ihre linke Gesichtshälfte zur Kamera drehen, wurden in einem Versuch als sehr attraktiv wahrgenommen. Zeigte ihre rechte Gesichtshälfte zur Kamera, stuften die Probanden sie als besonders hilfsbereit ein. Männer, die ihre rechte Gesichtshälfte in die Kamera drehten, wurden von den Probanden als sympathisch eingestuft. 

2.

Drittel-Regel für Touri-Bilder

Viele Sehenswürdigkeit sind imposant und vollkommen, wenn man direkt davor steht. Auf dem Handyfoto bleibt aber meist wenig von diesem Eindruck übrig. Im Gegenlicht und zwischen dem vielen Drumherum sieht das Motiv unspektakulär und verloren aus. 

So soll's nicht sein! (Bild: Leonie Hallet bento)

So geht's besser: 

  • Wer sich und seine Kamera richtig positioniert, kann Bilder schießen, die aussehen wie aus einem Reiseführer
  • Statt Turm, Kirche oder Brücke in der Mitte des Bildausschnitts zu platzieren, sollte man das Hauptmotiv seitlich oder vertikal versetzt anordnen
  • Dabei hilft die "Drittel Regel": Das Bild wird gedanklich durch je zwei horizontale und vertikale Linien geteilt und so in neun gleiche Teile gegliedert. So kann man die Smartphone Kamera so ausrichten, dass das Hauptmotiv ein oder zwei Drittel des Bildes einnimmt oder Himmel, Wasser oder Straße als Horizontalen nutzen, die das Bild teilen.  


  • Bei den meisten Smartphones kann man in den Kameraeinstellungen das Raster einblenden lassen und als Orientierungshilfe nutzen.  
  • Außerdem lohnt es sich, für das perfekte Foto den richtigen Moment abzuwarten. Zu bestimmten Tageszeiten sprechen Fotografen von der "goldenen" oder auch der "blauen Stunde". Das sind die Zeitspannen zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit (blau) oder zwischen Dunkelheit und Sonnenaufgang (golden). Wer in dieser Zeit ein Foto unter freiem Himmel schießt, kann das natürliche Licht nutzen.
  • Wer eine Fototour zur blauen oder goldenen Stunde plant, kann sich von dieser Website oder zahlreichen Apps berechnen lassen, wann und wie lange er dafür vor die Tür muss. 
Blaue Stunde + Drittel Regel = Das perfekte Touri-Foto(Bild: Leonie Hallet bento)

3.

Hintergründe für Produktfotos

Zugegeben: Wer kein professioneller Influencer ist und daher auf seinem Instagram Account nicht regelmäßig Produkte bewirbt, muss sich um die perfekte Inszenierung eines Produkts eher wenig Gedanken machen. Aber hin und wieder gibt es sie vielleicht doch: Die Situation, in der die neue Pflanze, die alte Tasse oder das Geschenk von Omi bei den Followern Eindruck machen soll. Dabei kann ein Computer eine trickreiche Hilfe sein: 

  • Einfach im Internet nach einem Bild suchen, das "blurry", also unscharf ist. Lichter, Wassertropfen oder Wälder eignen sich perfekt. 
  • Das Bild kann dann auf dem Computerbildschirm geöffnet und Pflanze, Tasse oder Schmuck davor platziert werden. Aus der richtigen Perspektive aufgenommen wirkt es dann so, als hätte man sich tatsächlich die Mühe gemacht, das Produkt in dieser Location oder einem professionellen Fotostudio abzulichten.
  • Wer den Effekt noch verbessern will, kann eine Schreibtischlampe zum Ausleuchten zur Hilfe nehmen. 
Ein Ei auf Reisen. (Bild: Leonie Hallet bento)
Es sieht so aus, als würde dieses Ei tatsächlich vor einem verregneten Fenster sitzen.

Grün

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