Funktioniert auch ohne Netz und ohne ständige InApp-Käufe

Bei Regenwetter klingeln die Kassen im Freizeitpark. Sorry, liebe Besucher. Der Eintrittspreis für den Auto-Scooter wird jetzt leider erhöht, die Attraktion ist schließlich überdacht. Und natürlich haben wir auch die Preise für die Regenschirme am Info-Stand angehoben. Bei Sonnenschein werden sie wieder billiger, aber bis dahin schröpfen wir die Besucher. Der Job als Parkleiter ist wunderbar. Und alles, was man dafür braucht, ist ein Smartphone.

Denn zur Freude aller Achterbahn-Nostalgiker hat Atari mit "RollerCoaster Tycoon Classic" rechtzeitig zu Weihnachten einen alten Spielehit wiederbelebt. Für die App haben die Entwickler Elemente des ersten und zweiten Teils des PC-Klassikers "RollerCoaster Tycoon" vermischt und für iOS und Android neu veröffentlicht. Mit Erfolg: Das Spiel aus dem Jahr 1999 hat nichts von seinem Charme verloren. Ganz im Gegenteil.

Der Park erstrahlt in Retro-Pixelpracht, die Maussteuerung wurde für Touchscreens angepasst.

Der Einstieg fällt leicht, wie damals, da bereits mit wenigen Attraktionen die Einnahmen sprudeln. Doch es wird nicht langweilig. Je mehr der Freizeitpark wächst, desto größer werden die Herausforderungen. Die Besucher sind schnell verwöhnt und fordern immer neue Fahrgeschäfte. Unfälle auf Achterbahnen sorgen für verängstigte Gäste, Vandalen zertrümmern Sitzbänke und Besucher beklagen, dass es zu wenige Pommesbuden gibt.

Jede Entscheidung hat Folgen bei "RollerCoaster Tycoon Classic". Wer einen Getränkestand aufstellt, muss damit rechnen, dass Besucher ihre Dosen auf den Fußweg werfen. Wer eine rasante Achterbahn baut, braucht mehr Mitarbeiter, die Erbrochenes aufwischen.

Wenn die Warteschlangen zu lang werden, verlassen die Besucher wütend den Park. Der Spieler kann aus Hunderten von Fahrgeschäften auswählen, umfangreiche Statistiken durchwühlen und jeden einzelnen Besucher nach seiner Meinung befragen.

Das Beste an der Achterbahn-App: Atari hat aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Nach dem katastrophal bewerteten "RollerCoaster Tycoon 4 Mobile" verzichtet die Firma dieses Mal auf nervige Spielverzögerungen, um In-App-Käufe zu erzwingen. "RollerCoaster Tycoon Classic" kostet einmalig, dann läuft die Simulation unterbrechungsfrei.

Es gibt zwar In-App-Käufe, die sind aber nicht zwingend notwendig. Angeboten werden zwei Erweiterungen mit noch mehr Fahrgeschäften für je zwei Euro. Sechs Euro kostet es, wenn man seine Parkkreationen aus "RollerCoaster Tycoon 2" noch immer auf der Festplatte gespeichert hat und gern seinen Park von früher auf das iPhone importieren möchte.

Das einzige Manko: Die winzigen Menüs auf dem Smartphone-Display. Nur mit viel Fingerspitzengefühl erwischt man die Mini-Icons, um Eintrittspreise zu erhöhen, Wartebereiche zu bauen und Bäume zu pflanzen. Auf einem Tablet klappt das besser. Außerdem muss man sich wieder daran gewöhnen, den Spielstand zu speichern, automatisch, wie man es von anderen Apps kennt, geschieht das hier nicht.

Der Themenpark-Klassiker macht auch knapp 18 Jahre nach Veröffentlichung der ersten Version noch Spaß. Die einfache Steuerung, die riesige Auswahl an Attraktionen und die gut programmierten Parkbesucher lassen den Spieler vergessen, dass die Grafik sehr schlicht geraten ist. Auch wenn die Menüs auf mobilen Geräten ein wenig klein geraten sind, eignet sich "RollerCoaster Tycoon Classic" gut für ein kurzes Spielchen in der Bahn. Vor allem, weil die App auch im Tunnel funktioniert, da die Entwickler auf einen Onlinezwang verzichten.

"RollerCoaster Tycoon Classic" von Atari kostet für iPhone und iPad 5,99 Euro, für Android-Geräte 6,99 Euro, In-App-Käufe für bis zu 10 Euro sind möglich.

Dieser Beitrag ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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