Bild: dpa/Friso Gentsch

Du kannst für 50 Euro quer durch Europa fliegen – und musst dann genauso viel zahlen, wenn du im Urlaub mit deinem Handy surfst. Der Grund sind hohe Roaming-Gebühren, die Mobilfunkbetreiber bei einer Nutzung im Ausland aufschlagen.

Nun sollen die Zusatzkosten abgeschafft werden. Ab dem 15. Juni 2017 müssen Handy-Anbieter ihren Nutzern erlauben, gebuchte Minuten, SMS und Datenvolumen ohne Aufschläge im EU-Ausland zu nutzen – die Roaming-Gebühren verschwinden. (tagesschau.de)

Es gibt allerdings eine Einschränkung: 90 Tage müssen reichen.

Damit beugt sich die EU dem Druck großer Mobilfunkanbieter wie Telefónica/O2 oder Orange. Die hatten bereits in den vergangenen Jahren verhindert, dass die Roaming-Gebühren schnell abgeschafft werden können. Stattdessen wurden sie schrittweise gesenkt, zuletzt im April diesen Jahres.

Mit der neuen 90-Tage-Regel sollen nun vor allem Touristen und Geschäftsreisende geschützt werden. Wer zum Studieren ins Ausland will, sollte hingegen auf einen lokalen Anbieter wechseln.

Der europäische Verbraucherschutzverband (BEUC) kritisierte das erneute Einlenken der EU-Kommission gegenüber den Mobilfunkanbietern: "Diese weitreichenden Einschränkungen bedeuten, dass das lange versprochene Ende des Roamings für die meisten europäischen Verbraucher keine Realität wird", sagte BEUC-Experte Guillermo Beltrà. (SPIEGEL ONLINE)

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