Bild: Niantic
Was ist passiert?

Fast überall auf der Welt sind Menschen im Pokémon-Fieber. In Deutschland ist das Spiel noch nicht offiziell erschienen, trotzdem scheinen es viele bereits zu spielen. Doch mittlerweile ist klar, dass Pokémon Go auf außergewöhnlich viele private Nutzerdaten zugreifen möchte. (Engadget)

Das gilt besonders für alle iPhone-Nutzer, die das Spiel installiert haben. Sie müssen sich mit ihrem Google-Account anmelden und gewähren der Hersteller-Firma Niantic ausdrücklich vollen Zugriff auf das Konto. Damit könnte Niantic dann:

  • E-Mails lesen, beantworten und löschen,
  • Google Drive nutzen und
  • sich angeblich vergessene Passwörter von anderen Webseiten zuschicken lassen.
  • Auch Termine im Google Kalender oder
  • in der App Maps gespeicherte Standortdaten könnten ausgelesen werden.
  • Außerdem könnte Niantic die Daten an Dritte weitergeben – auch an Strafverfolgungsbehörden.

Google selbst warnt davor, nicht vertrauenswürdigen Firmen so viele Informationen zu geben. Das größte Problem: Sollten Niantics Server gehackt werden, könnten deine Daten womöglich in die Hände von Kriminellen fallen. (BuzzFeed)

Die gute Nachricht

Niantic wusste angeblich gar nicht, dass Pokémon Go Zugang zu so privaten Informationen verlangt, alles sei also nur ein großes Missverständnis gewesen. Das schreibt die Firma in einem Statement (Engadget). Niantic habe auch keine Daten außer der User-ID und der E-Mail-Adresse ausgelesen. Die Firma will bald keinen Zugriff mehr auf Daten verlangen, die sie gar nicht speichere und habe Google bereits informiert.

Für Niantics Version spricht ein Versuch des Sicherheits-Beauftragten von Slack, Avi Rubinstein. Er hat sich angesehen, worauf Niantic tatsächlich zugreifen kann. Seine Schlussfolgerung: Die Google-Nachricht, in der Nutzer um vollen Zugriff auf ihren Account gebeten werden, sei wahrscheinlich wirklich versehentlich generiert worden.

Fazit
Und jetzt?

Hier kannst du sehen, welchen Apps du Zugriff auf deinen Google-Account gewährst und Pokémon Go verbieten, auf deine Daten zuzugreifen.


Gerechtigkeit

Beim Brexit-Referendum haben viel mehr junge Briten gewählt als zunächst angenommen

Sich im Nachhinein beschweren, eine Online-Kampagne starten – das können sie, die Jungen. Aber zum Wählen selbst, seien sie zu faul. So kommentierten einige Beobachter in den Tagen nach dem Brexit-Referendum.

Die Basis dafür war eine Schätzung des Fernsehsenders Sky. Demnach seien nur 36 Prozent der Wahlberechtigten zwischen 18 und 24 Jahren auch zur Wahl gegangen. Bei den Wahlberechtigten über 65 Jahren seien es weit mehr gewesen. Jetzt wird klar: Die Schätzung war wohl ziemlich mies.

Eine Untersuchung der London School of Economics kommt zu einem völlig anderen Schluss. Demnach seien etwa 64 Prozent der zwischen 18 und 24 Jahre alten registrierten Wähler auch zur Wahl gegangen (The Guardian). In den Altersgruppen bis 54 Jahre sah es kaum anders aus:

  • Bei den 25-39-Jährigen seien es 65 Prozent gewesen,
  • bei den registrierten Wählern zwischen 40 and 54 Jahren auch nur 66 Prozent.
  • Erst dann sei die Wahlbeteiligung rapide gestiegen. 74 Prozent bei den 55 bis 64-Jährigen und unglaublich hohe 90 Prozent bei den über 65 Jahre alten Wahlberechtigten.

Die Zahlen beziehen sich – wie auch die offizielle Wahlbeteiligung – nur auf die registrierten Wähler. Nicht alle theoretisch Wahlberechtigten haben sich registrieren lassen. Rund 72 Prozent der 46.500.000 registrierten Wähler gingen am Ende auch zur Wahl.