Bild: dpa/Ariana Cubillos
Sie soll "Petro" heißen.
Was ist passiert?

Venezuelas Staatschef Nicolàs Maduro will dem Land mit einer eigenen Kryptowährung aus der Krise helfen. Das gab er am Montag in seiner TV-Sendung "Domingos con Maduro" (Sonntage mit Maduro) bekannt. 

Die Währung soll "Petro" heißen, eine Abkürzung von "Petróleo" wie Erdöl. Der Name nimmt damit Bezug auf die wertvollste Ressource im Land. Venezuela hat die größten Erdölreserven der Welt. Maduro sagte, so "den Finanzkrieg" bekämpfen zu wollen, den die USA und ihre Alliierten gegen das sozialistische Venezuela führen. (Handelsblatt)

Zum Hintergrund: Venezuela steht kurz vor einer Staatspleite. 

Die sozialistische Regierung unter Maduro soll über Jahrzehnte hinweg missgewirtschaftet und auch der niedrige Ölpreis soll dazu beigetragen haben.

  • Die Folge sind Inflation, Hunger und anhaltende Straßenkämpfe.

Das Land und die Menschen haben zu wenig Geld, um Waren und Lebensmittel zu kaufen oder einzuführen. Die Supermarktregale sind leer geräumt, es gibt kaum Medikamente. Und das wenige Geld, das vorhanden ist, ist kaum etwas wert. 

Wie es zu Venezuelas Krise kam und was dort passiert, erklären wir hier:

  • Die USA und Europa reagierten auf die Situation mit Sanktionen.

So wurde Maduros Vermögen auf amerikanischen Konten eingefroren oder etwa der Handel mit venezolanischen Staatsanleihen untersagt. Darunter fällt auch der staatliche Ölkonzern PDVSA, der als wichtige Einkommensquelle für das krisengeschüttelte Land gilt. (Die Zeit

Die EU-Staaten hatten im November ein Waffenembargo gegen die venezolanische Regierung verhängt. (Deutsche Welle)

Wie soll die virtuelle Währung helfen?

Maduro hofft offenbar, damit Geschäfte im Ausland wieder bezahlen zu können. Mit der derzeitigen Inflation des Bolivar ist das zurzeit nicht möglich. Sie liegt bei mehr als 1000 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland sind es gerade 1,74 Prozent. Der Mindestlohn beträgt dadurch umgerechnet nur noch ein paar Euro.

Der Wert der Kryptowährung Petro soll mit Ölreserven, Mineral- und Diamantenvorkommen abgesichert werden – das bedeutet, "Petro" wäre insgesamt so viel wert wie diese Ressourcen. 

Was macht Bitcoin und Co überhaupt zu einer Währung?

Kann das wirklich funktionieren?

Unklar. Kryptowährungen basieren vor allem auf dem Vertrauen der Nutzer. Wegen des Wertverfalls des Bolivar nutzen zwar vor allem junge Venezolaner schon länger verstärkt Bitcoin. (The Guardian)

  • Allerdings ist ein Kernmerkmal von Kryptowährungen, dass sie ohne staatliche Kontrolle funktionieren. Sie werden nicht von Zentralbanken ausgegeben, sondern dezentral von Computern "errechnet". Insofern ist die staatliche Kryptowährung auch ein Widerspruch in sich. 
  • Um damit im Ausland wirklich zahlen zu können, müssten andere Länder oder Händler die Währung überhaupt erstmal akzeptieren. 

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