Gutscheincodes, Mega-Rabatte, Schnäppchenportale: Das Internet ist voll von Angeboten, durch die wir angeblich für möglichst viele Dinge möglichst wenig Geld bezahlen. Gleichzeitig warnen Verbraucherschützer vor Preismanipulationen und Abzocke der Händler (SZ).

Mal kostet die Jeans 39 Euro, mal 69. Wer soll da noch durchblicken? Und welche Tricks helfen, online möglichst gute Angebote zu finden? Wir haben Fabian Spielberger gefragt – Schnäppchen-Jäger und Gründer des Portals Mydealz.

Wie starte ich die Suche am besten?

"Die besten Schnäppchen findet man, wenn man sich nicht auf ein konkretes Produkt einschießt“, sagt Fabian. "Am besten legt man vorher nur Kriterien fest: Zum Beispiel suche ich einen Fernseher mit 55 Zoll für maximal 700 Euro."  Wer seine Kriterien kennt, kann dann zwischen verschiedenen Modellen und Portalen vergleichen.  

Bei der Entscheidung für ein Produkt würde Fabian sich nicht zu stark von Bewertungen leiten lassen: "Leider werden die mittlerweile oft von Herstellern und Online-Shops beeinflusst", sagt er. "Aber wenn man eine Mischung aus Testberichten und Kundenbewertungen liest, bekommt man ein gutes Gefühl für das Produkt." Vor allem die Nachteile sollten wir checken: Denn wenn es Faktoren gibt, die uns später extrem stören, hilft der beste Preis nichts.

Kann ich auch sparen, wenn ich genau weiß, was ich will?

Wer schon ein genaues Produkt im Kopf hat, ist etwas eingeschränkter, kann aber trotzdem sparen: "Hier sind Portale mit Preisvergleichen die erste Anlaufstelle, zum Beispiel Idealo oder Geizhals", sagt Fabian. Am besten merken wir uns die drei Shops mit den niedrigsten Preisen und gehen dann zu Schritt zwei über: "Jetzt würde ich checken, ob es bei diesen Anbietern aktuell Gutschein- oder Cashback-Aktionen gibt."

Es gibt viele Websites, die solche Angebote zusammenstellen: Mal spart man mit einem Gutscheincode ein paar Prozent, mal bekommt man nach dem Kauf einen Teil des Preises oder sogar das ganze Geld zurück – solche Aktionen gibt es aber normalerweise nur bei (günstigen) Produkten, die man als Verbraucher testen soll.

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Wer ein bisschen Zeit hat, kann sich auch einen Preiswecker für das Wunschprodukt einrichten: Der schlägt Alarm, wenn der Traumfernseher bei Amazon irgendwann unter unsere Schmerzgrenze fällt.

Zu welchen Zeiten ist Online-Shoppen am besten?

Morgens, mittags oder abends – hier geben die Schnäppchenprofis keine pauschalen Empfehlungen. Aber: "Aktionszeiträume wie der Black Friday sind immer super", sagt Fabian. "Die Weihnachtszeit ist generell gut für Schnäppchen – auch wenn viele Kunden das Gefühl haben, dass ausgerechnet dann alles teurer wird." Das gilt zwar für beliebte Weihnachtsgeschenke wie Parfüm oder Spielekonsolen. Aber Produkte, die nicht typischerweise unterm Tannenbaum liegen, können in dieser Zeit günstiger sein: Das gilt vor allem für Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen.  "Wir haben das über viele Jahre beobachtet und ausgewertet“, sagt Fabian. "Die Händler kämpfen vor Weihnachten um das Budget der Kunden. Da kann man in einigen Kategorien richtig sparen."

Und: Vor Weihnachten ist die Nachfrage nach Flügen und Reisen eher gering, weil viele Kunden ihr Geld einmal in Geschenke stecken – deshalb kann man hier Schnäppchen machen.

Kann ich einfach im Ausland shoppen?

Manchmal sind Elektrogeräte aus Frankreich besonders günstig, die Sportschuhe kosten in Kroatien nur die Hälfte. Macht es Sinn, hier zuzuschlagen? "Schnäppchenfindet man oft, wenn man im Ausland kauft", sagt Fabian. „Vor allem dann, wenn eine Währung fällt – wie es gerade in der Türkei passiert ist." Aber: Wir müssen gut überlegen, was wir wo kaufen. Die Tastatur eines Laptops sieht in Großbritannien und Frankreich anders aus als bei uns. Je nach Herkunftsland braucht man für Stecker einen Adapter. Und wenn unser Päckchen von außerhalb der EU geliefert wird, kommt Zoll drauf und auch innerhalb der EU müssen Rücksendungen oft teuer bezahlt werden.

Welche Tricks haben die Anbieter?

Wenn ein Preis in kurzer Zeit krass schwankt – werden wir dann abgezockt? "Die Preise der Onlineshops ändern sich täglich, das geht nach Angebot und Nachfrage“, sagt Fabian. „Ich würde sowieso immer mehrere Shops vergleichen, deshalb spielt das keine Rolle." Angeblich werden die Preise höher, wenn wir zum Beispiel immer wieder nach einem Flug suchen – stimmt das? "Die Theorie hören wir oft", sagt Fabian. "Am besten löscht man seine Cookies, dann umgeht man das Problem.“ Und: Vor allem bei Flügen sollten wir verschiedene Suchmaschinen benutzen. "Im Reisebereich wird Preisdiskriminierung immer üblicher“, sagt Fabian. "Es werden unterschiedliche Preise ausgespielt, je nach dem, über welche Reisesuchmaschine Kunden kommen." Also besser gleichzeitig bei Kayak, Skyskanner und Google Flights suchen.

Wie erkennt man Fake-Angebote?

"Wenn ein Angebot zu gut ist, dann würde ich immer stutzig werden", sagt Fabian. "Oft erkennt man Abzock-Shops auch daran, dass das gesamte Sortiment extrem günstig ist und nicht nur einzelne Produkte rabattiert werden." In Community-Schnäppchenportalen werden solche Angebote normalerweise schnell aufgedeckt. Außerdem hilft ein Blick ins Impressum: Steht dort eine dubiose Adresse in Asien, sollte man das neue iPhone für 200 Euro dort nicht unbedingt bestellen. "Meistens haben solche Shops auch ganz eigenartige Sortimente", sagt Fabian. "Es sind vor allem die Produkte, die gerade alle haben wollen – und das zu unschlagbaren Preisen."

Hier gibt es Antworten auf alltägliche Fragen: 
Was sind die Risiken bei B-Ware?

Immer ein guter Weg, um Geld zu sparen: Dinge mit kleinen Macken kaufen. "Da hat man im Normalfall zwar keinen Anspruch auf Herstellergarantie, aber Händler müssen zwölf Monate Gewährleistung einräumen“, sagt Fabian. Allerdings: Nach sechs Monaten gilt die sogenannte Beweislastumkehr, dann müssen wir als Kunden dem Hersteller beweisen, dass der Fehler schon beim Kauf bestand – schwierig. Das übliche Widerrufsrecht in Online-Shops gilt aber auch bei B-Ware. "Wenn mir der Kratzer doch zu groß ist, kann ich das Smartphone immer noch zurückschicken“, sagt Fabian.

Kann ich denn auch offline günstig shoppen?

Eigentlich wollen wir ja alle weniger online shoppen und lieber den Händler um die Ecke unterstützen. Können wir dabei auch sparen? "Klar, es gibt auch offline gute Schnäppchen", sagt Fabian. "Vor allem bei Ladeneröffnungen gibt es oft besondere Angebote." Davon muss man natürlich erfahren, und das kann man, klar, im Internet: Es gibt Plattformen, auf denen sich Schnäppchensucher austauschen und auf Seiten wie "Kaufda" werden Digital-Versionen der aktuellen Supermarkt-Prospekte veröffentlicht. 


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