Bild: Getty Images
Nein, es ist kein geheimes Zeichen fĂĽr Rassisten.

Das 👌-Zeichen ist ein Dauerbrenner unter den Emojis. Kann man damit doch wunderbar verschiedene Dinge ausdrücken: "Alles klar", "Super", "Haha, reingeguckt". Sogar für Schweinkram lässt es sich verwenden, wenn man noch 👉 hinzufügt.

Doch für eine Sache steht die Hand eigentlich nicht: "White Supremacy", also die rassistische Ideologie einer Überlegenheit weißer Menschen. Und trotzdem kommt diese Interpretation immer wieder auf.

Die Behauptung, dass die Hand ein geheimes Zeichen von Rassisten in den USA sein soll, hält sich sogar so hartnäckig, dass Emojipedia – die führende Website für Emoji-Erklärungen – sich zu einer ausführlichen Gegendarstellung genötigt sah. (Emojipedia)

Darin wird klargestellt:

Die Hand bedeutet eigentlich nur eines: "okay".

Wie kam es zu der anderen Interpretation?

Gestartet wurde das Ganze Emojipedia zufolge auf 4chan. Das Symbol habe sich angeboten, weil einige Trump-Unterstützer es im Wahlkampf benutzt hatten. Außerdem lässt sich in die Position der Finger die Buchstabenkombination WP hineininterpretieren – was vermeintlich für den rassistischen Slogan "White Power" stehen soll.

(Bild: Anti-Defamation League)

Von da an machte sich das Gerücht selbstständig. Irgendwann begannen Mitglieder der neurechten US-amerikanischen Alt-Right-Bewegung dann, das Handsymbol tatsächlich zu verwenden. Ob sie damit lediglich provozieren oder es tatsächlich als Erkennungszeichen verwenden wollen, ist allerdings schwer zu sagen.

Die "Anti-Defamation League", eine Organisation, die über Extremismus aufklärt, stellte daraufhin klar: "Das OK-Symbol ist eine universelle Geste, ihr Gebrauch überwiegend völlig harmlos." Nur wenn es auch andere klare Anzeichen gebe, könne man auf einen rassistischen Kontext schließen. (bento)

Du kannst das Zeichen also auch weiterhin verwenden, ohne gleich für ein Mitglied des Ku-Klux-Klans gehalten zu werden. 


Today

Das Jobangebot deiner Träume? 60 Tage im Bett liegen – für 16.500 Euro
Is this the real life?

Das Angebot klingt verlockend: 16.500 Euro Aufwandsentschädigung bietet das Deutsche Zentrum fĂĽr Luft- und Raumfahrt fĂĽr eine sogenannte Langzeit-Bettruhe-Studie. Doch ganz so einfach dĂĽrfte der Job nicht werden.

Voraussetzung: bis zum Ende dabeibleiben.

89 Tage soll die Studie dauern, für die Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) derzeit Probanden sucht - ganze 60 Tage davon sollen komplett im Bett verbracht werden. Und Geld gibt es dafür auch noch: 16.500 Euro Aufwandsentschädigung versprechen die Forscher allen, die bis zum Ende dabeibleiben.

60 Tage im Bett verbringen? Nicht so einfach wie es klingt.

Denn die Forscher des DLR wollen mit dem Experiment die "negativen Effekte der Schwerelosigkeit" nachahmen. Negative Effekte? Das hört sich dann schon nur noch halb so gut an. Schließlich geht es um den "Abbau von Muskeln und Knochen und der Verschiebung der Körperflüssigkeiten in Richtung Kopf, wodurch das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt wird und Veränderungen im Auge auftreten können".

Auch sonst könnte die Studie durchaus unangenehme Begleiterscheinungen haben. Zwar soll jeder Proband ein Einzelzimmer bekommen, Besuch ist aber nicht erlaubt. Es kann also ganz schön langweilig werden. Zumal der Kopf 60 Tage lang immer unten bleiben muss, nicht mal ein Kissen ist erlaubt. Dafür darf man auf einen oberhalb des Bettes angebrachten Bildschirm schauen. Immerhin.

Pizzaverbot!

Auch die Ernährung ist vorgeschrieben und "genau auf den Bedarf des Probanden abgestimmt", wie es heiĂźt. Bier, Pizza und Chips sollten Interessenten also nicht unbedingt erwarten. Zwischendurch finden immer wieder Untersuchungen statt. 

Auch Duschen, Essen, Toilettengang werden kompliziert: "sämtliche Aktivitäten finden im Liegen statt", heißt es in der Stellenanzeige. Und Schummeln lohnt sich dabei nicht: "Die korrekte Körperhaltung wird dabei ständig per Kameraüberwachung kontrolliert."

Wer trotzdem mitmachen will: Das DLR sucht Frauen und Männer zwischen 24 und 55 Jahren. Studienort ist Köln; Raucher dürfen nicht mitmachen.

Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.