Bild: facebook.com/zuck

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat am Montagabend angekündigt, große Teile Afrikas südlich der Sahara mit Internet versorgen zu wollen. Dazu arbeitet Facebook mit dem Satellitenbetreiber Eutelsat zusammen.

We're partnering with Eutelsat to launch a satellite into orbit that will connect millions of people.
Mark Zuckerberg

Die Unternehmen wollen für ihr Vorhaben den Satelliten Amos-6 nutzen. Der fünf Tonnen schwere und rund 200 Millionen Dollar teure Satellit soll im kommenden Jahr in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht werden, mit einer Rakete des privaten Anbieters SpaceX.

Facebook und Eutelsat haben einen mehrere Jahre laufenden Vertrag mit der israelischen Betreiberfirma Spacecom unterschrieben, um die Internet-Funktion des Satelliten gemeinsam zu nutzen. Millionen von Menschen sollen so vernetzt werden, schreibt Zuckerberg.

Damit das funktioniert, will Facebook mit örtlichen Partnern zusammenarbeiten. Die sollen Verteilerknoten aufbauen, über die Nutzer an den Satelliten und somit das Netz angeschlossen werden. Details dazu nannte Zuckerberg nicht.

Der Satellit Amos-6 ist Teil von Facebooks Initiative Internet.org. Die wurde vor zwei Jahren gestartet und hat zum Ziel, die zwei Drittel der Weltbevölkerung online zu bringen, die bisher offline leben muss. Provider und Unternehmen sollen helfen, einen kostenlosen Basisdienst bereitzustellen.

Internet.org ermöglicht bereits Nutzern in Teilen Lateinamerikas, Afrikas und Asiens, mit Hilfe einer App Internet light zu nutzen. Ursprünglich war es nur möglich, eine abgespeckte Facebook-Version und einige ausgewählte Seiten über Handy abzurufen. Mittlerweile hat Facebook das Programm vorsichtig geöffnet.

Giving four billion people some free Internet access is the right thing to do.
Mark Zuckerberg

Wer seine Angebote über Internet.org zugänglich machen will, muss sich an diverse Vorgaben halten. Datenintensive Dienste fallen heraus. Internet.org verstößt damit gegen die Netzneutralität, das Prinzip, dass alle Daten gleichermaßen übertragen werden. Das weiß auch Mark Zuckerberg, der darauf aber eine Antwort hat: Es kann kein Internet für alle geben, wenn vier Milliarden Menschen von vornherein völlig ausgeklammert sind.

Bis der Breitband-Ausbau mittels Kabeln sich in dünn besiedelten Gebieten rechnet, können Satelliten eine Übergangslösung darstellen. Auch Google forscht nach Wegen, mehr Menschen aus der Luft ans Internet anzuschließen. Eine riesige Flotte autonomer Ballone könnte in der Stratosphäre herumtreiben und ein dezentrales Funknetz aufbauen. Facebooks Satellit ist vielleicht nicht ganz so abgefahren — dafür aber schneller einsatzbereit.

Wie du Fakes auf Facebook erkennst, sagen wir dir hier.