Bild: Unsplash / Twitter (bento-Montage)
Die besten Memes

Dreckige Luft, Abgase, Feinstaubpartikel – das muss doch schlecht für die Gesundheit sein, oder? Nö, sagen einige Lungenärzte und wiedersprechen damit einer gängigen Ansicht. Auf Twitter machen sich jetzt viele unter dem Hashtag #100Ärzte über die Feinstaub-Kritiker-Kritiker lustig.

Worum geht es?

In der vergangenen Woche wurde mal wieder über mögliche Diesel-Fahrverbote gestritten. Die Grenzwerte für die Luftverschmutzung werden in vielen deutschen Städten regelmäßig überschritten – also sollen die schädlichsten Fahrzeuge wortwörtlich aus dem Verkehr gezogen werden. Kritik daran kam dieses Mal nicht nur aus Richtung Verkehrslobby oder von Autoenthusiasten, sondern auch von einer Gruppe Lungenärztinnen und -ärzte. 

In einem Positionspapier bezeichneten etwas mehr als 100 deutsche Lungenärzte die bisherigen Schadstoffgrenzwerte als einen "Witz". Stickoxide und Feinstaub seien gar nicht so schädlich für Menschen wie behauptet – behaupteten sie. Die bisherige Forschung sei ihrer Ansicht nach einseitig.

Wie waren die Reaktionen?

Erwartbar. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nahm die Aussagen der Ärztinnen zum Anlass, gegen die Umweltlobby zu wettern und sagte, er werde es bei einem EU-Ministertreffen zum Thema machen, die bisher geltenden Grenzwerte zu überdenken (SPIEGEL ONLINE). 

Gleichzeitig meldeten sich etliche deutsche und internationale Ärzte, die den Aussagen ihrer rebellischen Kollegen hart widersprechen. Sie sagen: Stickoxide und Feinstaub sind sehr wohl gefährlich für Menschen und das Absenken von Grenzwerten wäre ein großer Rückschritt (SPIEGEL ONLINE). 

Zur Einordnung: Das Positionspapier der Grenzwerte-Kritiker war Anfang Januar an die rund 3800 Mitgliederinnen und Mitglieder des Lungenärztinnenverbandes Deutsche Gesellschaft für Pneumologie (DGP) verschickt worden – doch nur 112 unterschrieben es. Die Kritiker sind also klar in der Unterzahl. Die DGP selbst verwies während der Debatte nochmal auf ein eigenes Positionspapier vom November 2018, in dem die Folgen der Luftverschmutzung erklärt werden.

Auf Twitter machen sich nun viele Menschen unter dem Hashtag #100ärzte über die Splittergruppe lustig. 

So wie dieser User, der sich fragt, ob die selben Ärzte auch schon an einer anderen Aussage beteiligt waren:

Es steht Wort gegen Wort...

Ein Fall fürs Familienduell:

Okay, das klingt plausibel!


Es gibt noch mehr Experten:

Warum bei einem Thema bleiben, wenn man gleich ganz vieles abschaffen kann?!

Dieser zynische Gedanke ist vermutlich nicht nur dieser Person gekommen:

Stickoxide gibt es auch in der Natur!!1!

Noch nie beim Operieren einer Lunge Feinstaub entdeckt? Na dann!

Da hat man sofort nen Ohrwurm...

🙊

Mindblow:

Hey...stimmt!

Draußen war die Luft einfach zu schlecht...


Fühlen

Den Vater füttern, die Oma wickeln: Wie fühlt es sich an, Verwandte zu pflegen?
"Ich hatte schon als Kind viel Verantwortung."

Jemanden pflegen ist eine persönliche Sache: Es geht um Nähe, körperlich wie psychisch, um Abhängigkeit und Vertrauen, um Verantwortung und Intimität. Auch deshalb gibt es Gesetze, die Beruf und Pflege von Angehörigen vereinbar machen sollen. 

Doch neben organisatorischen Fragen stellen sich auch ganz persönliche: 

Wie fühlt es sich an, die eigenen Eltern zu füttern? Oder die Oma zu wickeln? Wie geht man miteinander um? Und wie schafft man es, Grenzen zu ziehen?

Wir haben mit drei jungen Menschen darüber gesprochen. 

Elektre ist 29 Jahre alt und ist mit einem querschnittsgelähmten Vater aufgewachsen

Als ich ein Jahr alt war, versuchte mein Vater, die Hauswand hochzuklettern – er hatte seinen Schlüssel nicht dabei. Da er beruflich an Höhen gewohnt war, hatte er keine Angst. Aber als er am Ziel ankam, brach ein Kalkstein an der Hauswand herunter und er fiel zwölf Meter in die Tiefe, wobei er noch eine Wäschestange mit dem Genick mitriss. Seitdem ist mein Vater von den Schultern abwärts querschnittsgelähmt – damals war er 29 Jahre alt, meine Mutter war 21.

Ich kannte das also nie anders. Für mich war es das normalste auf der Welt, dass ich mich um meinen Vater kümmerte. Zwar habe ich mich nicht um die Körperpflege gekümmert, aber ich hatte schon als Kind eine große Verantwortung. Wenn ich draußen gespielt habe, musste ich immer in Rufweite sein. Wenn mein Vater zum Beispiel etwas trinken wollte, musste ich nach Hause.

Meine Mutter hat viel gearbeitet und ich war mit meinem Vater oft alleine Zuhause. Ich sage immer, mein Vater war der Kopf und ich die Hände. Wir waren ein sehr gutes Team zu zweit.