Bild: Square Enix

Was würdest du tun, wenn dein kleiner Bruder hungrig ist, du aber kein Geld mehr für Lebensmittel hast? Lässt du ihn bei der reichen Familie an der Raststätte betteln? Nein, zu peinlich. Versuchst du stattdessen, in der Tankstelle etwas Brot zu klauen? Das könnte klappen, aber was bist du dann für ein Vorbild?

Spoiler-Warnstufe grün

In diesem Beitrag verraten wir ein bisschen was über die Serie, das Spiel oder den Film — aber eigentlich nichts, was dir den Spaß verderben könnte.

In "Life is Strange 2", einem Spiel für Xbox One, Playstation 4 und PC, stehen wir als 16-jähriger Sean vor einer vermeintlich unlösbaren Aufgabe: Nach einem Unglück müssen wir uns ungewiss und allein mit unserem neunjährigen Bruder Danial durchschlagen. Ohne Geld oder einem Dach über dem Kopf reisen wir durch den Nordwesten der USA, inmitten des hasserfüllten Präsidentschafts-Wahlkampfes 2016. Das ist wichtig, denn Sean und Daniel heißen mit Nachnamen Diaz – sie haben mexikanische Wurzeln. In der Zeit, in der "Life is Strange" spielt, bezeichnete Donald Trump mexikanische Einwanderer gerade als "Vergewaltiger und Drogendealer". (bento)

Sean und Daniel schlagen sich allein durch. Das heißt auch, mal im Wald zu übernachten. 

(Bild: Square Enix)

Hilflos durch die Nacht

Die vielen Erwachsenen, die uns auf der Reise begegnen, sind meist keine Hilfe, oft aber eine Gefahr. Denn wie reagieren sie wohl auf jugendliche Streuner mit dunklerer Hautfarbe? Rufen sie die Polizei? Schlimmeres? "Für solche wie dich müssen wir die Mauer bauen" ist nicht die einzige Beleidigung, die wir im Spiel hören. Und sie tut weh, weil wir der Situation machtlos ausgeliefert sind. 

Was passierte in "Life is Strange 1"


Wie hängen Teil eins und zwei zusammen?

Der erste und zweite Teil spielen grob in derselben Region der USA, überschneiden sich inhaltlich aber (zumindest bisher) nicht. In "Life is Strange" spielte man die Internatsschülerin Max Caulfield, die im Kampf gegen Bullies und prügelnde Stiefväter ihre Fähigkeit entdeckt, die Zeit für einige Momente zurückzudrehen. Eigentlich will sie ihrer Freundin Chloe auf der Suche nach einem verschwundenen Mädchen helfen, enttarnt dabei aber einen grausamen Verbrecher in ihrem Umfeld und droht durch ihre Kraft die Stadt zu zerstören.

In "Life is Strange 2" wird automatisch gespeichert. Das heißt, es gibt es kein Speichern-und-Nochmal-Probieren – wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, müssen wir mit ihr Leben. Und die Konsequenzen sind nie leicht abzusehen, nie schwarz-weiß. Denn was für uns gut erscheint, ist in den Augen eines Neunjährigen vielleicht ein Riesenproblem. Und unser kleiner Bruder schaut aufmerksam zu, wie wir uns verhalten. 

Als Spieler fühlen wir dadurch ungewohnt deutlich, in welchem Zwiespalt Hauptfigur Sean steckt. Sind wir ehrlich zu unserem kleinen Bruder, oder versuchen wir, ihn vor der Wahrheit zu schützen? Spielen wir erstmal mit ihm, oder versuchen wir stattdessen, ein Feuer zu machen? Wir wollen überleben, aber auch seine Kindheit bewahren. Die Verantwortung lastet schwer. 

Lohnt sich das Spiel? 

Rassismus, Polizeigewalt, Obdachlosigkeit – es sind keine seichten Themen, die "Life is Strange 2" anspricht. Aber gerade dadurch sticht es aus der Masse der immergleichen Baller-Orgien und Remakes heraus. "Alles ist politisch" hören wir an einer Stelle im Spiel jemanden sagen, und nichts könnte hier wahrer sein. 

Bisher ist nur Episode eins von fünf erschienen, aber die ist schon ein guter Vorgeschmack auf das, was die Serie in den kommenden Monaten schaffen könnte. Nämlich das, was Videospiele anderen Medien eigentlich voraus haben: Sie lassen Spielerinnen und Spieler etwas nicht nur mitfühlen, sondern am eigenen Leib spüren. Und gerade die hier gezeigte Perspektive ist eine, die viele erwachsene Entscheider dringend mal einnehmen sollten.

"Life is Strange 2" ist für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich. Das Spiel erscheint in fünf jeweils etwa zwei- bis dreistündigen Episoden, die erste davon ist seit dem 27. September veröffentlicht. 


Sport

Deutschland richtet die Fußball-EM 2024 aus
Die Uefa entschied sich gegen die Türkei – die wichtigsten Fragen und Antworten zur Vergabe des Turniers.

Deutschland wird 2024 die Fußball-EM ausrichten. Das verkündete die Uefa am Donnerstagnachmittag in Nyon in der Schweiz, dem Sitz des europäischen Fußballverbandes. Zwölf Uefa-Mitglieder stimmten für Deutschland, vier Personen dagegen. (manager magazin

DFB-Chef Reinhard Grindel bedankte sich für das Vertrauen der Uefa. "Wir werden alles dafür tun, den Erwartungen gerecht zu werden", sagte er. Auch Philipp Lahm hatte für die deutsche EM-Bewerbung geworben, er sagte: "Wir wollen ein riesengroßes Fußballfest feiern."

1 Wieso fiel die Wahl auf Deutschland als EM-Gastgeber?

Als Kandidaten für die EM 2024 standen noch zwei Länder zur Wahl: Die Türkei und Deutschland. Die Uefa begründete ihre Wahl zunächst nicht. Vorab hatte sie die Bewerbung Deutschlands als "kreativ" und "sehr professionell" bezeichnet. (SPIEGEL ONLINE)

Ein deutlicher Vorteil: Die Infrastruktur für eine Europameisterschaft hat Deutschland schon, auch Dank der WM im Jahr 2006. Die Stadien müssen nachgerüstet werden, haben aber insgesamt mehr Platz für Zuschauerinnen und Zuschauer, als die Stadien in der Türkei. 

2 In welchen Städten finden die EM-Spiele 2024 voraussichtlich statt?

Zehn Stadien haben sich für die Austragung von EM-Spielen vorab qualifiziert:

  • Das Olympiastadion in Berlin,
  • der Signal-Iduna-Park in Dortmund,
  • die Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf,
  • die Commerzbank-Arena in Frankfurt,
  • die Veltins-Arena in Gelsenkirchen,
  • das Volksparkstadion in Hamburg,
  • das Rheinenergiestadion in Köln,
  • die Allianz-Arena in München,
  • die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart,
  • und die Red-Bull-Arena in Leipzig. (Sport1)

3 Was sprach gegen die Türkei als Austragungsort?

Die Türkei warb vorab damit, dass die Uefa keine Steuern für die Europameisterschaft und keine Miete für die Stadien zahlen muss. Jedoch ist die aktuelle Wirtschaftslage in der Türkei eher schlecht, so dass Zweifel an diesen Versprechen bestanden. (SPIEGEL ONLINE)

Außerdem wird die Türkei immer wieder wegen Verletzungen des Menschenrechts kritisiert, im Evaluationsbericht der Uefa zur Türkei heißt es: