Es gibt seit einigen Monaten ein deutschsprachiges Dschihad-Magazin: "Kybernetiq". Darin werben Islamisten für den Dschihad und geben Tipps, wie man im Netz unentdeckt bleibt. Die erste Ausgabe erschien im März (bento I), jetzt ist eine neue Version im Netz zu finden.

Und die spielt perfide mit popkulturellen Referenzen wie der Serie "Mr. Robot" oder der Optik der Bundeswehr-Werbekampagne. Das Ziel: Der islamistische Kampf soll möglichst unbeschwert rüberkommen.

Das ist gefährlich.

Denn "Kybernetiq" verklärt so, welche mörderische Ideologie hinter dem islamistischem Glauben steckt.

Was ist "Kybernetiq" und wer steckt dahinter?

Das Magazin gibt es nicht am Kiosk, es verbreitet sich nur im Netz. In seinen Artikeln wirbt es für die islamistische Ideologie, mit dem normalen Islam hat es nichts zu tun. Viele Experten vermuten, dass die Macher des Magazins der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zuzuschreiben sind. Tatsächlich orientiert sich die Optik des Heftes an dem IS-Magazin "Dabiq" (bento II).

Die Redaktion von "Kybernetiq" behauptet jedoch, nichts mit dem IS zu tun zu haben. Der BR vermutet, dass hinter "Kybernetiq" mehrere Deutsche und Österreicher stecken, die mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida sympathisieren.

Drei Beispiele für die gefährliche Leichtigkeit von "Kybernetiq":
1. Die Reise in Kriegsgebiete wird als einfach dargestellt.

Die Erzählungen sind immer gleich: Gehe in die Gebiete, in denen unschuldige Muslime getötet werden und "mach etwas, was bei Allah wirklich zählt". Dazu gibt es einen Karte, die Syrien und den Irak in den Mittelpunkt rückt.

Aber der Weg nach Syrien ist kein ehrenamtlicher Hilfedienst. Die Terrorgruppen töten jeden, der sich ihnen nicht unterordnet, sie bedrohen und versklaven Zivilisten. Es sind vor allem Muslime, die unter den Anschlägen und Gewalttaten von Islamisten zu leiden haben. Im Magazin soll dieses Engagement für Allah unschuldig daherkommen. Tatsächlich ist es Aufruf zur Gewalt.

Die Inhalte von "Kybernetiq" – Beispiele aus dem ersten Heft:
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2. Cyber-Dschihad wird als Rebellion verkauft.

Die Macher hinter "Kybernetiq" sind vor allem Nerds – Nerds, die richtig Ahnung haben. Wie schon in der ersten Ausgabe geht es auch im neuen Magazin vor allem um technische Fragen: Wie kann ich die Überwachung durch Geheimdienste umgehen? Wie mache ich meinen Rechner sicher? Wie erstelle ich einen Austrittsserver für anonymes Surfen?

Das ist für Einsteiger sehr dröge. "Kybernetiq" remixt es unter anderem mit Zitaten der Hacker-Serie "Mr. Robot". Cyber-Dschihad, also die Verbreitung islamistischer Inhalte im Netz, soll so wie eine coole subversive Tat rüberkommen.

3. Dschihad soll sich generell wie ein großer Spaß anfühlen.

Die Optik der Ausgabe ist an die Werbekampagne der Bundeswehr angelehnt: abstrakter Flecktarn mit dicken, eingerahmten Botschaften. Bei der Bundeswehr liest sich das so:

Und bei "Kybernetiq" liest es sich so: "Deine Karriereleiter Richtung Paradies – Mache dein Hobby zum Dschihad". Soll heißen: Ein bisschen Hacken für Islamisten ist eine gute Sache, ein wenig mehr Engagement in Syrien gibt dir rasch Punkte im Jenseits.

Das ist deswegen so ekelhaft, weil jungen Muslime, denen "Kybernetiq" in die Hände fällt, vielleicht nicht sofort die Dynamik dahinter erkennen: Islamismus nährt sich nicht am Glaube, sondern am Hass.

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