Bild: Getty Images / Joe Raedle

John McAfee, Multimillionär, Draufgänger und selbsternannter IT-Profi, hat dem FBI seine Hilfe angeboten. Die Polizei hatte nach dem Terroranschlag von San Bernardino ein verschlüsseltes iPhone sichergestellt. Apple will aber nicht dabei helfen, das Telefon zu entschlüsseln und widersetzt sich damit einer Anordnung.

Die Begründung: Apple beharrt darauf, dass eine Hintertür für die Polizei keine gute Idee ist. Einmal entwickelt, könnte die Technik in die falschen Hände geraten und damit die Sicherheit aller Nutzer gefährden.

Weil das FBI offenbar ohne fremde Hilfe nicht an die Daten kommt, will McAfee einspringen. In einem Gastbeitrag auf Business Insider lässt er sich erst genüsslich darüber aus, warum die besten Computerexperten seiner Meinung nach nicht beim FBI seien: Echte Hacker würden schon mal einen Joint rauchen, sich unorthodox kleiden und mindestens eine halbe Million Dollar Gehalt im Jahr erwarten. Die Mafia und andere Gangster hätten damit kein Problem und würden eben jene Hacker für ihre Zwecke anheuern. Pech für das FBI.

„I will, free of charge, decrypt the information on the San Bernardino phone, with my team. We will primarily use social engineering, and it will take us three weeks. “
John McAfee

Schließlich bietet er an, mit seinem Team das iPhone zu knacken. Mit Hilfe von "Social Engineering". Das bedeutet, dass er mit Tricks Menschen dazu bringen will, ihm Dinge zu verraten oder Zugänge zu geben, die er eigentlich nicht haben dürfte. Drei Wochen veranschlagt McAfee für das Knacken des iPhones.

Vor mehr als 15 Jahren hatte McAfee die von ihm gegründete Antiviren-Softwarefirma McAfee verkauft und war dadurch Millionär geworden. Rund 100 Millionen Dollar soll er schwer gewesen sein. Seitdem will er mit seinem alten Unternehmen nichts mehr zu tun haben und verspottet die gesamte Branche.

Von dem einstigen Reichtum ist nicht mehr all zu viel übrig, falsche Investments, ein ausufernder Lebensstil und die Immobilienkrise setzten McAfee zu. 2008 wanderte er nach Zentralamerika aus. Ende 2012 floh McAfee aus Belize. Sein Nachbar war ermordet wurden, er fürchtete sich vor den Behörden. In Guatemala wurde er schließlich gefasst und später in die USA abgeschoben. Belize hat keine Anklage gegen ihn erhoben.

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