Bild: Unsplash / Josh Rose/ cc 0
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Das Leben als Influencer muss herrlich sein: Montags bist du für ein Fotoshooting in einem schicken Hotel auf Santorini, Dienstags in Paris im Café und Donnerstag bekommst du schon wieder das neueste Handy in dein Berliner Loft geschickt. Alles nur, um damit auf Instagram anzugeben. Ach ja, fürstlich bezahlt wird man für all das auch noch. Ein Traum, oder? 

Der Weg dahin ist allerdings nicht so einfach: Es braucht eine einheitliche Ästhetik, eine einigermaßen große Follwerzahl und einen Markenkern. Und natürlich benötigt man vor allem: Auftraggeber. Das sind meistens Agenturen – und die wollen sehen, was du bereits vorzuweisen hast. Welche Produkte hast du schon beworben, welche Kampagnen begleitet? Ohne ein gutes Portfolio ist es schwer, an Kunden zu kommen. 

Influencer: Der erste Auftrag ist der schwerste

Immer mehr angehende Influencer versuchen es daher mit einer Taktik, die in den USA "Fake it until you make it" genannt wird. Wie "The Atlantic" berichtet, erfinden immer mehr Instagrammer Werbedeals, posten Produktbilder, verbreiten Werbebotschaften. Allerdings ohne Bezahlung, sondern auf eigene Rechnung. 

Die Idee dahinter: Wer tolle Werbedeals vorzeigen kann, punktet bei zukünftigen Auftraggebern.

So machte es auch Monica Ahanonu. Sie sagt zu "The Atlantic", dass Fake-Werbung so häufig geworden sei, dass man sie nicht mehr von der echten unterscheiden könne. Ein Beispiel: Im August teilte die Illustratorin mit ihren 12.000 Insta-Fans dieses Bild:

Geld bekam sie keines dafür, aber sie taggte Chanel in ihrem Post. 

Im Klartext: Menschen kaufen Luxus-Produkte, reisen und mieten sich teure Autos – nur, damit andere denken, sie wären dafür bezahlt worden. Die Sehnsucht nach dem Influencer-Dasein ist inzwischen so groß, dass die Leute gratis Werbung für Konzerne machen. In der Hoffnung, irgendwann mal Geld dafür zu bekommen. Eigentlich verrückt in Zeiten, in denen man für Schleichwerbung auf Instagram durchaus mal abgemahnt werden kann. (SPIEGEL ONLINE)

Dass die bemühten Infuencer durch ihre kostenlose Arbeit den Markt versauen könnten, scheinen sie nicht zu fürchten. Ohnehin streiten Experten, ob der große Boom der Influencer schon vorbei sei. "Jung von Matt"-Partner Toan Nguyen schätzt, dass es so ist: "Influencer-Marketing ist ein Verdrängungsmarkt geworden", sagt er. (bento)

Einige Firmen ärgern sich sogar über die Fake-Werbung. So zum Beispiel der Besitzer einer Sonnenbrillen-Marke. Zu The Atlantic sagte er: "Wir freuen uns, wenn Leute unsere Sachen online zeigen. So wachsen wir." Problematisch werde es nur dann, wenn Fake-Werbung schlecht gemacht sei. Das ist nicht selten: Da keine Agentur mit einem Team von Textern und Grafikerinnen dahinter steckt, sehen die Posts der Faker oft unterdurchschnittlich aus – und lassen dadurch das Produkt minderwertig erscheinen. In diesem Fall wird es für die Wannabe-Influencer wohl auch weiterhin heißen: Sie müssen sich den Luxus selbst finanzieren.


Haha

Acht neue Spiele, die du mit Freunden und Familie spielen kannst
Die Klassiker langweilen dich? Wir hätten da was.

Die Weihnachtszeit ist bei vielen zu Hause Spielezeit. Falls ihr euch an den Feiertagen zu Tode gekniffelt habt, und der Meinung seid, ihr braucht etwas Neues:

Wir hätten hier acht spannende und neuartige Spiele, mit denen der ungemütliche Winter garantiert etwas besser wird. 

1 A Fake Artist Goes to New York