Fack ju, Göhte.

Menschen stehen auf Lebensweisheiten. Auf nachdenkliche Sprüche mit Bildern, die sie sich an den Kühlschrank hängen können. Oder auf Instagram teilen können. 

Nun ist ein Programm da, das da weiterhelfen kann. 

Kostprobe gefällig?

Das, was du eben gelesen hast, hat eine Maschine geschrieben. 

Sie heißt "Eloquentron3000" und hat einen eigenen Instagram-Kanal. Dort präsentiert die Maschine Gedichte, die das Herz berühren. Die eine angenehme Schwere auf das Gemüt legen. Oder auch mal nur Gaga sind.

Manches klingt wie ein Rap-Text vom Yung Hurn

Anderes auch besser. Gehaltvoller:

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Hinter dem "Eloquentron3000" steckt Fabian Navarro vom österreichischen Verein "FOMP". Eigentlich sollte es Navarro ursprünglich helfen, Prosa für die Lesebühne zu schreiben. Der Slam-Poet merkte aber, dass die deutsche Sprache eine schwere ist und entschied sich für Gedichte. Ist einfacher. (Vice)

Ein bisschen unheimlich ist es aber schon. Wir werden von einem Bot emotional berührt? 

Was ist das eigentlich genau, ein Bot? 

Erstmal ist es eine Abkürzung von RoBOTer. Darunter versteht man ein Computerprogramm, das größtenteils automatisch sich wiederholende Aufgaben abarbeitet. Kein Mensch muss es lenken. Internet-Suchmaschinen sind auch Bots, weil sie selbstständig Webseiten suchen. Ist ja nicht so, als ob ein einzelner Mensch deine Suche auf Google oder wo auch immer auswerten würde und dir dann Ergebnisse anbietet.

Der Bot von Navarro produziert Kreativität. Etwas, das im allgemeinen Sprachgebrauch uns Menschen vorbehalten ist. Wir sind schöpferisch, gestalterisch tätig. Wir sind die Künstler.

Natürlich ist der Gedanke beunruhigend, dass künstliche Intelligenz auch erste Schritte in die künstlerischen Bereiche wagt.
Fabian Navarro

Künstliche Intelligenzen können längst nicht nur Gedichte schreiben. Sie können auch komponieren, malen, auf Fragen antworten. 

Aber der Mensch hat sie mit Informationen gefüttert. Ein Bot ist Wiederkäuer. Und wir die Interpreten. So ganz unkreativ sind wir also doch nicht. Oder, wie Goethe gesagt hat: Es hört doch jeder nur, was er versteht. 

Navarro jedenfalls wird bereits für Poetry-Slams gebucht, bei denen er seine Bot-Texte vorträgt. 

Und jetzt noch ein letztes Gedicht, fürs Herz:


Future

Koks, Belästigung, kaputte Hände: Hier erzählen Kellnerinnen und Kellner, was in ihrem Job abgeht
Erwartung vs. Realität

Die meisten von uns gehen gern ins Café oder Restaurant – und die meisten denken dabei wahrscheinlich nur selten darüber nach, von wem sie da für kurze Zeit bedient werden.

Doch wie fühlt sich der Job eines Kellners an? Was gefällt Menschen, die diesen Job machen, daran? Und womit kommen sie überhaupt nicht klar