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Coole Bulli-Busse? Nicht mit ihnen.

Am Mittwochvormittag haben etwa 300 Taxifahrerinnen und Taxifahrer in Hamburg gegen neue Elektro-Taxis demonstriert, die es dort bald geben soll. In vielen Reihen standen und fuhren die Taxis mit Verbrennungsmotoren hinter- und nebeneinander und blockierten weit sichtbar die Straße, wie eine elfenbeinfarbene Autolawine. 

Ihr Ärger hat einen einfachen Grund.

Was haben die Taxifahrerinnen gegen die Öko-Taxis?

Gegen die Fahrzeuge haben sie vermutlich nichts, aber gegen den Plan, der dahintersteckt. 

Es geht um die VW-Tochter Moia. Diese möchte Elektrobullis als Sammeltaxis in Hamburg einsetzen. Nutzer können den Fahrdienst per App buchen. Durch das Prinzip des Dazusteigens, also des Einsammelns mehrerer Menschen pro Strecke, soll die Fahrt günstiger sein als mit herkömmlichen Taxis. Es sollen bis zu sechs Fahrgäste in den Fahrzeugen Platz haben.

Moia kooperiert mit dem Hamburger Verkehrsverbund und soll noch in diesem Jahr die ersten Wagen in den Verkehr schicken. Bis 2019 sollen etwa 1000 Moia-Bullis durch die Stadt rollen. (hamburg.de)

Taxis gibt es aktuell etwa 3000 in Hamburg. 

Der elektrische Minibus von Moia wurde im Dezember auf der Konferenz TechCrunch Disrupt in Berlin vorgestellt.(Bild: dpa)

Den Taxifahrern gefällt das gar nicht.

Sie fühlen sich durch die potenzielle neue Konkurrenz in ihrer Existenz bedroht: "Wir verdienen ohnehin nicht viel – Kleinvieh macht aber auch Mist. Doch wenn Moia kommt, haben wir selbst das Kleinvieh nicht mehr", sagte einer der Fahrer zum Hamburger Abendblatt

Diese Angst ist verständlich. Auch als der Taxi-Konkurrent "Uber" auf den deutschen Markt kam, gab es Proteste. 

Es waren diese Proteste und juristische Auseinandersetzungen mit den Taxiunternehmen, die "Uber" nach kurzer Zeit zwangen, vorerst auf dem Hamburger Markt zu "pausieren". Für dieses Jahr plant das Unternehmen allerdings einen Neustart in der Hansestadt. (Hamburger Morgenpost, t3n)

Für den Kunden gut? Das glauben die Fahrer nicht.

"Mit den großen Konzernen ist es immer das Gleiche. Erst drücken sie die Preise, bis die anderen aufgeben. Dann ziehen sie sie an. Uber hat in San Francisco so zwei Drittel des gesamten Taximarkts vernichtet", sagt Clemens Grün, der den Taxi-Protest angemeldet hat, dem Abendblatt.

Außerdem kritisieren die Protestierenden:

  • Die Elektro-Bullis seien nicht barrierefrei – man könne damit nicht mal Rollatoren oder Rollstühle mitnehmen.
  • Das Angebot sei gar nicht neu: Mit der App "MyTaxi", deren Service viele Taxifahrer nutzen und anbieten, könnten Kunden ebenfalls das sogenannte "Pooling" wählen, also das Einsammeln von Menschen entlang des Weges. 

Und was passiert jetzt?

Die Taxifahrer fordern von der Verkehrsbehörde, Moia nicht zuzulassen. Sollte dies doch geschehen, wollen sie klagen. Auf der extra dafür eingerichteten Website dieklage.de verpflichten sich bereits mehrere Taxiunternehmen zu einer finanziellen Beteiligung.

Eine Sammelklage gegen Sammeltaxis.


Gerechtigkeit

AfD-Politikerin will Sex im Berghain verbieten
Party Patrol

Die Berliner AfD will das Berghain in seiner jetzigen Form verbieten. Einen entsprechenden Antrag hat die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sibylle Schmidt in der Bezirksverordnetenversammlung für Friedrichshain-Kreuzberg gestellt. 

Wichtigste Forderung: Dem aktuellen Betreiber des Clubs soll die Erlaubnis entzogen werden.

Die neuen Betreiber müssten strenge Auflagen erfüllen, findet die AfD. Der Antrag liest sich zum Teil wie ein enttäuschter Kommentar von jemanden, der nicht in den Club gekommen ist: