Update am Ende des Textes – Grindr hat inzwischen eingelenkt.

Rund 3,6 Millionen Menschen weltweit nutzen Grindr, eine Dating-App für Schwule. Zwei Firmen bekommen von Grindr einige Daten aus dem Profil des Nutzers, die dort freiwillig hinterlegt wurden. Dazu gehört auch der HIV-Status und das Datum des letzten Tests.

Das norwegisches Forschungsinstitut Sintef hat die Datenweitergabe entdeckt und die Erkenntnisse mit dem Schwedischen Fernsehen und BuzzFeed News geteilt.

Bei den Firmen handelt es sich um Apptimize und Localytics. Mit der Hilfe dieser beiden Dienstleister optimieren Anbieter wie Grindr ihre Apps. Viele App-Anbieter vertrauen solchen Firmen, die sich verpflichten, die Daten nicht nochmals weiterzugeben.

Grindr hat den Datenaustausch bestätigt. Es würden aber keine Nutzerdaten an Dritte verkauft.

No Grindr user information is sold to third parties. We pay these software vendors to utilize their services.
Scott Chen, Grindr Chief Technology Officer, zu BuzzFeed News

Datenschützer kritisieren die Weitergabe der sensiblen Informationen trotzdem. Denn die Daten würden jetzt nicht mehr nur an einem Ort, bei Grindr, gespeichert, sondern an zwei weiteren Orten. Wer an die Daten gelangen wolle, habe so drei Möglichkeiten statt nur einer, so Cooper Quintin von der Electronic Frontier Foundation. (BuzzFeed News)

Grindr weist seine Nutzer im Kleingedruckten auf die Datenweitergabe hin.

Die Firma weist in den eigenen Datenschutzbestimmungen – die in Wahrheit wahrscheinlich kaum jemand durchgelesen hat – auf die Datennutzung hin. Dort heißt es:

"You may also have the option to provide information concerning health characteristics, such as your HIV status or Last Tested Date. Remember that if you choose to include information in your profile, and make your profile public, that information will also become public."

Außerdem gibt es einen Warnhinweis:

"Do not include information in your profile that you want to keep private."

Es werden auch Dienstleister aufgeführt, die Daten erhalten, diese aber nicht weiter teilen dürfen: 

"We may share your Personal Data with third party service providers to: provide you with the Grindr Services; conduct quality assurance testing; provide technical support; and/or to provide other services to Grindr. Except as otherwise stated in this Privacy Policy, these third party service providers are required by contract not to use your Personal Data other than to provide the services requested by Grindr."

Damit vertraut Grindr seinen Dienstleistern, die sensiblen Daten gut zu schützen. Angesichts der Art der persönlichen Daten, die Grindr sammelt, ist das für Nutzer der App ein hohes Risiko. Warum Grindr überhaupt den HIV-Status übermittelt, ist unklar.

Grindr gibt Nutzerdaten an Dienstleister weiter. Weil die Daten bei der Dating-App besonders sensibel sind und etwa den HIV-Status enthalten können, steht Grindr nun in der Kritik von Datenschützern.

Update, 3. April:

Grindr reagiert nun auf die heftige Kritik. Mit dem nächsten Update der App soll der HIV-Status nicht länger geteilt werden. Einen Fehler will ma bei Grindr aber nicht eingestehen: Leute würden überreagieren und nicht verstehen, wie Technik funktioniere. Ob die HIV-Daten gelöscht werden, die bereits weitergegeben wurden, konnte Grindr nicht sagen. (BuzzFeed News)


Future

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