Bild: dpa/Rolf Vennenbernd

Wenn du Tickets für ein Konzert in London kaufen willst, dann war das von einem deutschen Rechner bislang ziemlich teuer. Auch wenn du ein Hostel in Rom oder die Flüge nach Spanien buchen wolltest – aus dem Ausland hast du als Online-Kunde mehr bezahlt. Hinter dieser Preisschranke steckt das sogenannte Geoblocking.

Die Europäische Union (EU) will dieses Geoblocking nun endlich stärker unterbinden. Das hat der Europäische Rat in einem neuen Gesetzesentwurf vorgeschlagen. Das Gute daran: grenzüberschreitendes Online-Shopping wird dann sehr viel einfacher. Das Schlechte: Leider greift die Reform viel zu kurz, denn Streamingdienste werden weiterhin nicht berücksichtigt.

Was genau ist Geoblocking?

Beim Geoblocking stellt ein Onlineportal über die IP-Adresse deines Rechners deinen Standort fest. Je nach Land sind dann Produkte unterschiedlich teuer und Webinhalte nicht verfügbar. Ein Rumäne zahlt für ein Ticket für ein Fußballspiel in Italien so zum Beispiel weniger als ein Deutscher, der sich die gleichen Karten bestellen will. Verbraucherschützer haben das als ungerecht kritisiert – in einem realen Geschäft gibt es ja auch nur einen Preis für alle.

Das sagt der EU-Rat über die neue Gesetzesvorlage:
Was genau will die EU jetzt ändern?

Die Verordnung will die "Diskriminierung von Kunden aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit, ihres Wohnsitzes oder ihrer Niederlassung" verhindern und den elektronischen Handel "in Schwung" bringen. Das Geoblocking soll in drei Fällen verboten werden:

  1. Wenn ein Onlineportal Waren für andere EU-Länder anbietet, zum Beispiel Klamotten und Bücher, die EU-weit versendet werden.
  2. Wenn virtuelle Dienste angeboten werden, also zum Beispiel Cloud-Server oder Webhostings.
  3. Wenn eine Seite Dienstleistungen im Ausland anbietet, also Hotelbuchungen, Autovermietungen oder Eintrittskarten für Events.
Wo ist nun der Haken bei Streamingportalen?

Die Verordnung hat explizit eine Ausnahme für virtuelle Dienste definiert: nämlich den Verkauf für "urheberrechtlich geschützte Werke". Darunter fallen dann Streamingportale wie Netflix oder Musikanbieter wie Spotify. Wer Kunde ist, kann die also weiterhin nicht fehlerfrei im EU-Ausland nutzen, kritisiert der Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Ein Beispiel: Wenn du im Urlaub bist, kannst du dich zwar bei Spotify einloggen, das Geoblocking verhindert aber den Zugang zur Musik. Und auch Netflix bietet je nach Land andere Filme und Serien an, auf gewisse Inhalte musst du dann verzichten.

Die EU-Reform verpasst damit ihr eigentliches Ziel – ein grenzfreies Internet zu schaffen.

Tech

Deine Daten von Mitfahrgelegenheit.de wurden wahrscheinlich geklaut

Ende März wurde nach 15 Jahren das Portal Mitfahrgelegenheit.de abgeschaltet. Eigentlich hätte das Thema für die ehemaligen Kunden der Firma damit erledigt sein sollen. Nun aber stellt sich heraus: Jemand Unbekanntes hat eine Datenbank kopiert, in der Daten Hunderttausender Nutzer des einst beliebten Portals enthalten sind.

Insgesamt enthalte der fragliche Datensatz 638.000 IBAN-Nummern und Kontonummern, 101.000 E-Mail-Adressen, 15.000 Mobilfunknummern sowie teilweise Namen und Adressen ehemaliger Mitglieder, teilt die Comuto Deutschland GmbH mit.