Nicht immer braucht es eine hochauflösende Grafik: Viele Games, die richtig gut sind, laufen auch direkt im Browser. Hier sind fünf von ihnen

Erst Spielhallen Klassiker, dann MS-DOS, Apple II und schließlich Windows 3.1: Mittlerweile gibt es ein riesiges Archiv alter Videospiele bei Archive.org. Doch auch abseits davon gibt es jede Menge Spiele, die es sich anzuschauen lohnt. Wir haben ein paar ausgewählt, die uns besonders am Herzen liegen.

1. Contre Jour

Eigentlich ein iPhone- und Android-Puzzle-Game, gibt es „Contre Jour“ auch im Browser. Man spielt einen Farbklecks namens Petit, den man durch Ziehen und Strecken der finstren Landschaft ans Ziel bringen muss. Vor allem durch seine Musik wirkt das Spiel fast meditativ. Man schwingt Petit an aus der Erde wachsenden Armen, manövriert ihn über Stacheln oder katapultiert ihn ins blaue Licht zum nächsten Level.

2. Gods Will Be Watching

Im Point-and-Click-Adventure „Gods Will Be Watching“ geht es darum 40 Tage zu überleben, bis man gerettet wird. Die Welt wird von einem tödlichen Virus heimgesucht, das Funkgerät, mit dem man Hilfe rufen könnte, ist kaputt und das Essen wird knapp. Um zu überleben muss man seine spärlichen Möglichkeiten einsetzen, um die eigene Gruppe am Leben zu halten. Beim ersten Durchlauf versucht man noch, alle zu retten – wird aber scheitern. Doch desto verzweifelter die Situation wird desto mehr vergisst man seine Moral, tötet und isst vielleicht sogar eines der eigenen Teammitglieder, um das Spiel zu gewinnen. Die Einzigen, die ein Urteil über die eigenen Taten fällen, sind man selbst und die Götter, die über einen wachen. Eine umfangreichere Version des Spiels mit insgesamt sechs Szenarios ist mittlerweile auf Steam erschienen.

3. The Hitchiker's Guide to the Galaxy Game

Das Original-Text-Adventure von Douglas Adams ist unfair und gnadenlos. Wer am Anfang zu lange rumtrödelt, wird vom Bulldozer überfahren. Sollte man es doch an Bord des Vogonen-Raumschiffs schaffen, scheitert man spätestens am Babelfisch-Rätsel, bei dem man unter Zeitdruck eine völlig an den Haaren herbeigezogene Ereigniskette vorhersehen muss. Trotzdem ist das Spiel eines der wenigen Text-Adventures, die es sich noch heute zu spielen lohnt. Vor allem dank des großartigen Humors von Douglas Adams, der die Videospiel-Adaption seines Romas selbst geschrieben hat. Die 30th Anniversary Edition der BBC ist eine grafisch leicht aufgehübschte Version des Klassikers, die man direkt im Browser spielen kann. Aber seid gewarnt: Der Tod ist allgegenwärtig im Universum – vor allem, wenn man sein Handtuch vergisst.

4. Abobo's Big Adventure

Es ist fast ein Wunder, dass „Abobo's Big Adventure“ immer noch online ist und Nintendo nicht versucht hat, die NES-Hommage aus dem Netz zu nehmen. Nicht verspielt und kinderfreundlich, sondern brutal und zynisch gibt sich der Mash-up berühmter Nintendo-Titel. Abobo, der eigentlich ziemlich obskure Bossgegner des ersten "Double Dragon"-Levels, ist der zweifelhafte Held des Spiels. Er prügelt und kämpf sich durch die berühmtesten Level der frühen Nintendo-Geschichte, um seinen Sohn zu retten. Mal bekämpft er in der Top-Down-Ansicht den aus „Zelda“ bekannten alten Mann, der Link im ersten Teil das Schwert gegeben hat. Ein anderes Mal verprügelt er den Protagonisten Little Mac aus "Punch-Out!!" oder bringt Kirby dazu, alles auszukotzen, was er je gegessen hat.

5. Doom E1M8 – das alternative Ende

21 Jahre nachdem "Doom"-Erfinder John Romero zuletzt Hand an seinen 3D-Shooter gelegt hatte, packte es ihn erneut: Er designte ein alternatives Ende für sein Spiel. Anstatt Ruhm und Ehre erwartete den Spieler am Ende des original Spiels der Tod, nachdem man durch ein Portal in die Hölle geschritten war. Gibt es ein glorreicheres Ende im neuen Level "Tech Gone Bad"? (Spoiler hier.) Das Level kann entweder heruntergeladen und in das Originalspiel integriert oder beim Internet Archive direkt im Browser gespielt werden. Laut Romero ist das neue Ende für "Doom" unter den gleichen technischen Bedingungen wie das Original-Spiel von 1993 entstanden.

Den Originalartikel von Dominik Schönleben gibt es auf Wired. Und ihr könnt Wired auf Twitter folgen.

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