Die App "Pokémon Go" war 2016 der Trend schlechthin. Immerhin war es eine der ersten erfolgreichen Apps, die im Handy eine virtuelle Welt innerhalb der realen Welt aufbaute – und brachte den Machern seit 2016 über zwei Milliarden Dollar ein (BBC). 

Die Kirche hat jetzt ein eigenes "Pokémon Go" – doch statt Monstern suchen die Spielerinnen und Spieler in "Follow Jesus Christ Go" Heilige und andere biblische Persönlichkeiten. 

Wie funktioniert "Follow JC Go"?

Die App funktioniert im Prinzip wie "Pokémon Go". Die Spielerin oder der Spieler erstellt sich einen Avatar und bewegt diesen dann innerhalb der Spielwelt, indem sie oder er sich auch in der realen Welt bewegt. Per GPS erkennt das Spiel, wohin man geht, und bewegt auch den Avatar in der Spielwelt auf dem Handy an entsprechender Stelle.

Auf dem Weg durch die reale und die Spielwelt begegnen den Spielern allerdings keine Pokémon, sondern Heilige und anderen Personen aus der Bibel

Wenn die Spieler sich diesen nähern, müssen sie eine Ja-Nein-Frage zum Thema Religion und Bibel richtig beantworten, um sie zu ihrem Team hinzufügen zu können – denn die Heiligen werden bei "Follow JC Go" selbstverständlich nicht in Pokébällen eingefangen, sondern freundlich eingeladen, sich dem eigenen Evangelisierungsteam ("e-Team") anzuschließen.

Wenn die Frage des Heiligen falsch beantwortet wurde, kann man mit "Denarios" bezahlen, einer Währung innerhalb des Spiels, um es noch mal versuchen zu dürfen. 

Laut Beschreibung im Spiel kommt man an das Spielgeld, indem man es in der virtuellen Stadt aufsammelt. Läuft die Spielerin oder der Spieler in der realen Welt zum Beispiel an einer Kirche vorbei, wird sie oder er aufgefordert zu beten, oder an einem Krankenhaus für die Kranken ein Gebet zu sprechen (BBC). Dafür gibt es dann "Denarios". 

Man kann aber auch an "Denarios" kommen, indem man an die Stiftung Ramón Pané spendet, die das Spiel entwickelt hat.

In diesem Video kannst du dir einen Eindruck von "Follow JC Go" machen:

Weiß der Papst davon?

Der Vatikan hat die App nicht entwickelt und war auch nicht daran beteiligt. 

Laut Ramón Pané Stiftungschef Ricardo Grzona soll der Papst aber bereits "ein Fan" der App sein. Gegenüber der katholischen Nachrichtenseite "Crux Now" sagte er: "Wissen Sie, Franziskus ist kein sehr technisch versierter Mensch, aber er war von der Idee angetan und verstand, was wir versuchten: Technologie mit Evangelisierung zu verbinden."

Das Spiel wurde im Hinblick auf den Weltjugendtag in Panama entwickelt, der vom 22. bis 27. Januar 2019 stattfinden wird (Katholische Nachrichten) und ist für iOS und Android erhältlich. Allerdings bisher nur auf Spanisch – Italienisch, Portugiesisch und Englisch sollen aber in wenigen Woche folgen.

Es waren insgesamt 43 Designer, Theologen, Bibelwissenschaftler, Kirchenhistoriker und Ingenieure über zwei Jahre lang in insgesamt 32.000 Stunden an der Entwicklung der App beteiligt. Finanziert wurde das Spiel von Sponsoren und privaten Spendern. Die Entwicklung soll über 500.000 Dollar gekostet haben. (Crux Now)

Wie kommt die App an?

Im PlayStore hat sie sowohl sehr positive als auch sehr negative Bewertungen. 

Unter den positiven Bewertungen findet man Bemerkungen wie "Perfekt für Erwachsene und Kinder, die Christus in ihre Herzen lassen möchten. Gott segne euch alle." Und unter den negativen: "Konnte Satan nicht als Startcharakter wählen, konnte nicht unter dem Vorwand des 'Heiligen Krieges' in andere Länder eindringen, konnte keine weiteren Steuervergünstigungen von der Regierung fordern, konnte keine Chorkinder bestechen, wenn ein Skandal aufgedeckt wird. ..... 1 Stern." 

Update:

In einer vorigen Version dieses Artikels nannten wir Pokémon Go "die erste App, die im Handy eine virtuelle Welt innerhalb der realen Welt aufbaute". Es gibt allerdings zum Beispiel schon seit November 2012 "Ingress", eine App, auf die Pokémon Go technisch und inhaltlich aufbaut.


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