Sie schaut mit dunkelgrünen Augen direkt in die Kamera, brünettes Haar fällt ihr in Strähnchen in die Stirn. Ihr Lächeln ist warm und offen. Um die Augen hat sie ein paar Falten, aber das macht sie nicht unattraktiv.

Sie könnte auf Facebook Urlaubsfotos teilen – oder Fake-News. Denn sie existiert nicht wirklich. Sie ist selbst ein nahezu perfekter Fake.

Eine Website kreiert Fotos von Menschen, die nicht existieren – aber trotzdem täuschend real aussehen. Dahinter steckt ein cleveres Computer-Programm.

Auf der Website thispersondoesnotexist.com wird mit jedem Klick ein neues Gesicht angezeigt, das vom Computer erfunden wurde. Es wirkt dennoch wie ein normales Foto. Auf den ersten Blick kann man kaum erkennen, dass hier ein Mensch gephotoshopt wurde.

Hinter den unechten Menschen steckt eine Technik, die sich "Generative Adversarial Networks" nennt: 

  1. Ein Alghoritmus mischt verschiedene Fotos echter Menschen und mixt sie neu zusammen.
  2. Ein zweiter Alghoritmus prüft dann, ob es sich um ein echtes oder gefälschtes Bild handelt. 
  3. Erkennt er die Montage, geht sie an den Generator zurück – und dieser lernt, es besser zu machen.

Die Firma Nvidia hat die Software entwickelt, Mitarbeiter Philip Wang hat nun die Homepage erstellt, um sie zu präsentieren. In einer Facebook-Gruppe, zum Thema "Künstliche Intelligenz", erklärt er das Prinzip genauer.

Die falschen echten Fotos werfen aber neue Fragen auf: Was sagt das über Glaubwürdigkeit im Netz?

Date ich bei Tinder jemanden, der ganz anders aussieht? Sind das echte Menschen, die da die Kommentarspalten in einem Facebook-Post über Geflüchtete füllen? Und twittert da ein Mensch oder eine Maschine Fake News in die Welt?

Klar, Social Bots – also Maschinen, die Social-Media-Profile betreuen – gab es schon vorher, aber die täuschend echten Fotos machen es nun noch schwerer. Für Diskussionen im Netz, vor allem aber für das Verbreiten von Nachrichten, macht es das schwerer. Denn wer würde glauben, dass die so nett lächelnde Frau mit den dunkelgrünen Augen Fakes verbreitet?


Streaming

Was sich "Bachelor", "Love Island" & Co. von Netflix' "Dating Around" abschauen können

Es gibt wenig, das uns so nervös macht, wie ein Date. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Bei den einen sind es Bindungsängste oder zu hohe Erwartungen, bei den anderen vielleicht die eigene Unsicherheit oder auch schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit.

Oft scheitert es aber schon an der Suche nach einem Date. Doch wer im Zeitalter von Tinder, Grindr und Co. nicht fündig wird, der lässt sich einfach verkuppeln. Von Freundinnen und Freunden – oder vom Fernsehen. 

Ob "Der Bachelor", "Die Bachelorette" oder "Love Island" – die Auswahl an Datingshows ist groß. Die wahre Liebe findet man dort aber nur selten. 

Konkurrenz gibt es jetzt aber von Netflix. Pünktlich zum Valentinstag veröffentlichte der Streamingdienst seine erste Datingshow, die auf den Namen "Dating Around" hört. In sechs Folgen stürzen sich sechs Frauen und Männer mit ihren Dates in das New Yorker Nachtleben – und es ist überraschend gut. 

  • Das Konzept: Der oder die Suchende trifft an fünf Abenden auf fünf Menschen und begibt sich direkt auf das erste Date mit ihnen. 

Schnell wird klar, dass es sich bei "Dating Around" um eine Sendung handelt, von der "Der Bachelor", "Die Bachelorette" und Co. etwas über (Blind) Dates lernen können. Zum Beispiel:

1 Das Date muss nicht von Anfang an perfekt sein.

Es darf auch gerne etwas unbeholfen sein. Schließlich hat man das Gegenüber erst seit wenigen Minuten vor sich. Spätestens nach der ersten Unterhaltung sollte sich das gelegt haben. 

In Folge 1 überrumpelt Victoria ihr Date etwas mit ihrem Humor, zerschlägt damit aber jeden Anflug von peinlicher Stille – und sichert sich so sogar ein zweites Date.

Aber keine Sorge, falls sich das Unangenehme doch nicht legt: Es besteht kein Zwang, eine Verabredung fortzuführen.

2 Die Welt besteht nicht nur aus heterosexuellen Menschen.

Während in den meisten Shows Männer die Frauen und Frauen die Männer daten, kommen bei "Dating Around" auch Dates von queeren Menschen zustande. In Folge 3 datet Produktionsdesigner Lex fünf Männer, in Folge 6 erklärt ein Date der lesbischen Mila, warum ihre Bisexualität nicht bedeutet, dass sie sofort mit jedem schlafen will, der ihr über den Weg läuft. 

3 Auch ältere Menschen gehen auf Dates.

Spätestens seit "Grace and Frankie" wissen wir, dass, obwohl viele es nicht so richtig wahrhaben wollen, ältere Menschen sehr wohl ein Liebesleben haben. Und natürlich haben sie auch jedes Recht darauf. Leonard, der nach dem Tod seiner Frau auf der Suche nach einer Beziehung ist, beweist mit seinen Dates sogar, dass junge Menschen noch so viel von seiner Generation lernen können. 

Zum Beispiel, dass es kein "Dealbreaker" ist, auch mal ehrlich zu sein und Dinge so zu sagen, wie sie ihr oder ihm in den Sinn kommen – ohne fürchten zu müssen, dass man vom Date dafür verurteilt wird: