Bild: Getty Images/Justin Sullivan
Läuft bei Facebook.

Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern weltweit könnten im Datenschutz-Skandal bei der umstrittenen Firma Cambridge Analytica gelandet sind. Das musste Facebook jüngst zugeben – und versteckte die Info am Ende einer langen Presseerklärung.

Jetzt hat das Netzwerk erneut eine nicht wirklich angenehme Info herausgegeben. Facebook-Managerin Sheryl Sandberg sagte der "Financial Times":

Weiße Anführungszeichen
Bis zum heutigen Tage wissen wir nicht, welche Daten Cambridge Analytica hat.

Nach Gründer und Chef Mark Zuckerberg räumte damit auch Sandberg Fehler ein und sagte, Facebook habe zu langsam reagiert. (Financial Times)

Worum geht es in dem Skandal?

  • Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor über vier Jahren Informationen von Nutzern an die Analyse-Firma Cambridge Analytica weitergereicht.
  • Später arbeitete sie unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump.
  • Ihr Ziel: Trump zum Präsidenten machen, indem gezielt bestimmte Botschaften an die richtige Zielgruppe ausgespielt wurden.
  • Wie effektiv die Firma wirklich war, ist unklar. Cambridge Analytica hat zwar immer wieder behauptet, entscheidend auf den Wahlkampf eingewirkt zu haben.
  • Dass das aber stimmt, kann niemand belegen. 

Wie viele Deutsche sind betroffen?

Potenziell knapp 310.000 Mitglieder aus Deutschland. Die genaue Zahl weiß allerdings noch niemand, sie kann wesentlich niedriger liegen.

Abgegriffen hat die Firma die Daten über eine legale App. Diese App haben in Deutschland nur 65 Menschen genutzt. Da aber auch die Daten der Freunde der Nutzer ausgelesen worden sind, kann die Zahl der Betroffenen weitaus höher liegen.

Facebook konnte den Datenbestand bei Cambridge Analytica bisher nicht nachprüfen, weil bei der Firma zunächst die britische Datenschutzbehörde am Zug ist.

Wusste Facebook von der Datenweitergabe?

Ja, seit 2015.

  • Das Unternehmen gab sich aber mit der Zusicherung der Firma zufrieden, dass die Daten gelöscht worden seien.
  • Die Nutzer wurden damals nicht informiert, was Facebook inzwischen als Fehler bezeichnet und nun nachholen will.
  • Die Software-Schnittstellen, die der Umfrage-App einen so breiten Zugriff auf Nutzerdaten möglich machten, sind nach Facebook-Angaben bereits 2014 dichtgemacht worden.
  • Zudem schaffte Facebook auch die Möglichkeit ab, nach Nutzer-Profilen über Telefonnummer und E-Mail-Adresse zu suchen.
  • Das Online-Netzwerk glaubt, dass über diese Funktion öffentlich zugängliche Informationen von außerhalb der Plattform abgesaugt worden seien. (Tagesspiegel)

Wie geht es weiter?

  • Die Politik macht Druck auf Facebook.
  • Die EU fordert von Zuckerberg eine Erklärung.
  • Zudem soll er am 10. April vor dem Justizausschuss des US-Senats aussagen.

Mit Material von dpa


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