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Das Unternehmen sieht sich derweil als Opfer des Nutzerdaten-Skandals.

Facebook gerät weiter unter Druck: Erste Investoren haben Klage vor dem US-Bundesgericht gegen das Unternehmen eingereicht, nachdem bekannt wurde, dass Daten von bis zu 50 Millionen Nutzern in die Hände der britischen Firma "Cambridge Analytica" gelangt sind. 

Der Vorwurf: Facebook soll Cambridge Analytica entgegen des Datenschutzes erlaubt haben, an Nutzerdaten zu gelangen.

Das Unternehmen soll mit Hilfe der Daten beispielsweise im US-Wahlkampf 2016 personalisierte Werbung geschaltet haben und so die Wahlentscheidung der Nutzer möglicherweise beeinflusst haben. Das bestreitet Cambridge Analytica. (Zeit/tagesschau)

Auch die Politik schaltet sich im Datenskandal ein.

So fordern Demokraten des US-Senats, dass Zuckerberg dem Justizausschuss vorlegen müsse, dass sein Unternehmen Nutzerdaten ausreichend schütze. In Großbritannien sprach Damian Collins davon, Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Digitales und Medien, dass der Facebook-Chef sich den Fragen der Abgeordneten stellen solle, um die Datenschutz-Affaire aufzuklären

Bundesjustizministerin Katharina Barley forderte ebenfalls, dass Facebook erklären soll, wie das Unternehmen den Schutz der Nutzerdaten zukünftig gewährleisten will. (Passauer Neue Presse)

Wenn die persönlichsten Interessen von Millionen Facebook-Nutzern für die Trump-Kampagne ausgeforscht wurden, dann ist das eine neue Qualität des Missbrauchs persönlicher Daten.
Bundesjustizministerin Katharina Barley

Antonio Tajani, Präsident des Europäischen Parlaments, gab via Twitter bekannt, den Facebook-Chef zur Diskussion des Problems eingeladen zu haben: 

Facebook sieht sich derweil als Opfer des Datendiebstahls. 

"Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden" – so äußert sich Facebook in einer Mitteilung zum Datenskandal. (SPIEGEL ONLINE) Die Aktie des sozialen Netzwerks hat seit Montag rund 50 Millionen Dollar Verlust verzeichnet. (Zeit)


Gerechtigkeit

Frauen in Saudi-Arabien sollen künftig anziehen dürfen, was sie wollen
Das steckt dahinter.

Saudi-Arabien hat seit knapp einem Jahr einen neuen starken Mann an seiner Spitze: den 32-jährigen Mohammed bin Salman. Salman, "MbS" genannt, ist nicht der Herrscher, aber der Kronprinz in dem erzkonservativen Königreich – und hat längst das Sagen.

In den vergangenen Monaten hat er mehrere Neuerungen eingeführt, vor allem für Frauen. Sie dürfen Auto fahren, Kinos besuchen, sich politisch engagieren. Nun regt "MbS" eine weitere große Neuerung an:

Saudi-Arabien soll Frauen keine Verhüllung von Kopf und Gesicht mehr vorschreiben.