Mehrere Stunden lang ging am Mittwochabend auf Facebook, Instagram und WhatsApp nicht viel: Bilder auf WhatsApp konnten nicht heruntergeladen werden, Insta-Stories blieben schwarz und auf Facebook waren statt Fotos nur weiße Flächen zu sehen. Stattdessen gaben die Netzwerke ihren Nutzerinnen und Nutzern einen Einblick in die Künstliche Intelligenz (KI), die auf Facebook und Instagram offenbar Bilder kategorisiert.

Denn am oberen Rand der weißen Flächen erschien eine Beschreibung dessen, was auf den Bildern zu sehen war, die nicht geladen werden konnten – zumindest ungefähr:

Auf Instagram sah es am Mittwochabend ganz ähnlich aus:

Wofür nutzt Facebook die von der KI erstellten Bildbeschreibungen?

  • Laut eigenen Angaben will Facebook mit den Bildbeschreibungen blinden und sehbehinderten Menschen helfen, damit auch sie besser teilhaben können an den Inhalten in dem sozialen Netzwerk. Mindestens seit April 2016 ist die KI dafür bereits im Einsatz. (The Verge)
  • Wie genau selbst hochgeladene Bilder von der KI erkannt werden, können sich Nutzerinnen und Nutzer jederzeit anzeigen lassen: Im Optionsmenü des jeweiligen Fotos gibt es den Punkt "Alternativtext ändern". Hier lassen sich die automatisch erstellten Kategorien einsehen und auch ändern. 
(Bild: Screenshot / bento)
  • Unklar ist, ob Facebook die Erkenntnisse der KI darüber, was in den Bildern zu sehen ist, auch für Werbezwecke nutzt – schließlich dürfte es darin für Facebook wertvolle Informationen geben, um passende Werbung noch gezielter ausspielen zu können. 

In der Nacht waren die drei zu Facebook gehörenden Netzwerke wieder normal erreichbar. Zuvor hatte der Konzern geschrieben, die Störung sei durch Routinearbeiten entstanden. 


Gerechtigkeit

Junge Menschen in Chemnitz: "Der Ton ist rauer geworden"
5 Chemnitzerinnen und Chemnitzer berichten, wie sich die Stadt verändert hat

Fast ein Jahr ist seit den Krawallen von Chemnitz vergangen (SPIEGEL ONLINE). Nach den Aufmärschen von Rechten im Stadtzentrum setzten im September 2018 Musikerinnen und Aktivisten ein Zeichen gegen Rechts: mit dem Gratiskonzert und der Demo #wirsindmehr. Es sollte eine Antwort auf Rassismus und Gewalt sein, mehr als 65.000 Menschen kamen (bento). Jetzt soll erneut ein Zeichen gesetzt werden:

Diesmal unter dem Motto #wirbleibenmehr.

Zum Stadtfest und Konzert "Kosmos Chemnitz" das sich auch als Fortsetzung von #wirsindmehr versteht, erwarten die Veranstalter  am Donnerstag 20.000 Menschen. Herbert Grönemeyer, Grossstadtgeflüster und Zugezogen Maskulin treten auf. Dazu gibt es ein Kulturprogramm.

bento hat fünf junge Menschen in Chemnitz gefragt, was sie von #wirbleibenmehr halten – und was sich seit letztem Jahr verändert hat.

René, 31: "Der Ton ist seit dem letzten Sommer rauer geworden"