Apps, in denen Nutzer andere anonym bewerten, sind derzeit bei jungen Nutzern beliebt. Nun hat Facebook mit "tbh" eine der Trend-Apps aufgekauft. Ihre Besonderheit: Die Macher lassen keinen Platz für Mobbing.

Die App ist ein Überraschungshit, vor allem bei Teenagern. Das hat offenbar auch Interesse bei einem großen Tech-Konzern geweckt: Facebook hat "tbh", eine App fürs Komplimente versenden, übernommen.

Der Name der App ist eine Abkürzung für "to be honest", auf deutsch heißt das "um ehrlich zu sein". Nutzer können mit der App an anonymen Abstimmungen teilnehmen und so Nettigkeiten im Freundeskreis verteilen. 

Es wird beispielsweise gefragt, wer sich für einen Ausflug in den Park eignet oder wer das schönste Lächeln hat. Als Antwortoptionen gibt die App dem Nutzer Namen aus der eigenen Kontaktliste vor. Der Auserwählte bekommt anschließend eine Benachrichtigung.

Auf diese Weise sollen bereits mehr als eine Milliarden Umfragen entstanden sein, heißt es vom Unternehmen. Die App soll 2,5 Millionen Nutzer haben, die täglich in der App aktiv sind. Die stammen allerdings nur aus den USA, denn "tbh" ist bisher nur in einzelnen US-Staaten verfügbar. Ob und wann die App nach Deutschland kommt, ist bislang nicht bekannt.

Das Prinzip, anonym Bewertungen zu verteilen, liegt gerade im Trend: Deutschen Nutzern dürfte vor allem die Plattform Tellonym bekannt sein. Dort schreiben sich vor allem Teenager. Doch auf Komplimente folgten dort schnell Beleidigungen. Auch die App Whocares aus Hamburg verfolgt ein ähnliches Konzept. Mit der App bewerten die Nutzer den Stil oder das Aussehen ihrer Facebook-Freunde.

Nur Nettsein ist erlaubt

Die vier Gründer von "tbh" versuchen, ihre App als Gegenentwurf zu Angeboten wie Tellonym zu platzieren. Auf "tbh" sind die Abstimmungsfragen daher vorgegeben - und stets so formuliert, dass die Nutzer ausschließlich Komplimente verteilen können. Ziel der App-Macher ist es laut eigenen Aussagen, jungen Menschen Selbstvertrauen zu geben.

Wie viel Facebook für die App bezahlte, wurde nicht bekannt. Laut den Quellen des Online-Portals "Techcrunch" soll der Kaufpreis bei weniger als 100 Millionen Dollar gelegen haben.

Facebook hat in der Vergangenheit bereits einige extrem teure Übernahmen getätigt und zum Beispiel WhatsApp und Instagram gekauft. "tbh" ist im Verhältnis dazu ein kleiner Einkauf - passt aber in Facebooks Strategie. Der Konzern muss sich gegen die App Snapchat wehren, die im Gegensatz zu Facebook eine extrem junge Nutzerschaft anzieht.

Dieser Artikel ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen. 


Gerechtigkeit

Dieser Twitter-Account zeigt, wo Frauen immer noch unterrepräsentiert sind

Wer sich offizielle Fotos von wichtigen Ereignissen ansieht, der sieht, dass die abgebildeten Personen oft eins gemeinsam haben: Sie sind Männer.

Dabei fühlen wir uns doch eigentlich als eine gleichberechtigte Gesellschaft. Eigentlich kommt es uns so vor, als hätten Frauen alle Chancen. Und doch wird man von solchen Bildern immer wieder daran erinnert, dass die Sache vielleicht doch nicht so klar ist.