Bild: Soeren Stache/ dpa
Statt 50 sollen jetzt Daten von mehr als 87 Millionen Nutzern abgegriffen worden sein.

Der Facebook-Skandal betrifft mehr Nutzer als gedacht. Statt 50 Millionen sollen nun mehr als 87 Millionen  betroffen sein, erklärte Technologiechef Mike Schroepfer am Mittwoch in einer Pressemitteilung

Ihre Daten waren ohne Einverständnis von der Firma Cambridge Analytica genutzt worden, um unter anderem den US-Wahlkampf – auf Seiten von Donald Trump – und das Brexit-Votum in Großbritannien zu beeinflussen.

Wie kommt es zu der höheren Zahl?

Die Daten wurden über eine App abgegriffen, über die Nutzer einen Psychologietest machen konnten. Indem sie daran teilnahmen, gaben sie den Entwicklern nicht nur Zugriff auf das eigene Profil, sondern auch auf die ihrer Freunde. (SPIEGEL ONLINE)

Wer ist betroffen?

  • Die meisten der betroffenen Nutzer – 71 Millionen – leben in den USA.
  • 1,4 Prozent kommen aus den Philippinen,
  • 1,3 Prozent aus Indonesien.
  • An vierter Stelle steht Großbritannien mit 1,2 Prozent.
  • Auch 65 Nutzer aus Deutschland haben laut Facebook an der Umfrage teilgenommen. Da aber auch die Daten von Freunden jeglicher Teilnehmer unzulässig mit der App geteilt wurden, könnten mehr als 309.000 deutsche Facebook-Mitglieder betroffen sein.

Am Mittwoch gab Facebook-Chef Mark Zuckerberg ein öffentliches Interview, das online komplett nachzuhören ist (Techchrunch).

Darin räumte er unter anderem – erneut – ein, dass Facebook das Ausmaß seiner Verantwortung lange nicht verstanden habe. "Das war ein riesen Fehler. Das war mein Fehler", sagte Zuckerberg.

Es reicht nicht, Menschen einfach nur zu vernetzen. Wir müssen sichergehen, dass diese Netzwerke positiv bleiben und Menschen zusammenbringen. Es reicht nicht, Menschen eine Stimme zu geben. Wir müssen sicher gehen, dass sie diese Stimme nicht nutzen, um anderen zu schaden.

Abtreten wolle er deswegen nicht. Im Gegenteil. "Im Leben geht es darum, von seinen Fehlern zu lernen." Ob Facebook die britische Firma Cambridge Analytica verklagen wird, ließ er offen. Sowohl in den USA als auch in Großbritannien laufen derzeit Untersuchungen in dem Fall. Die wolle man abwarten. 

Wie geht es weiter?

Facebook will sich jetzt stärker um den Schutz seiner Nutzerdaten kümmern. Einige Maßnahmen hatte Schroepfer in seiner Pressemitteilung angekündigt, unter anderem:

  • Der Zugang anderer Anwendungen über Veranstaltungen, private Gruppen oder Seiten soll eingeschränkt werden.
  • Über einen Link im Newsfeed sollen Nutzer sehen können, welche Informationen sie mit einer Anwendung teilen.
  • Apps, die über Facebook laufen, sollen keine persönlichen Informationen wie Religionszugehörigkeit oder politische Ansichten mehr abfragen dürfen. 

Zuckerberg macht sich aber keine Illusionen, damit das Problem in naher Zukunft und vollkommen zu beheben. "Ich denke es wird mehrere Jahre dauern. Aber ich hoffe, dass wir bis Ende des Jahres einige der Probleme angegangen sind und die Menschen sehen, dass sich die Dinge verbessern." Am Mittwoch kommender Woche will der Facebookchef außerdem im US-Kongress aussagen. 


Art

Ein Museum in Paris bietet jetzt eine Nackt-Führung an
Bitte nicht anfassen!

Wer in Paris ist, geht ins Museum. In irgendeins. Es gibt ja genügend. Das Louvre, das Musée d'Orsay, das Musée de l'Orangerie, das Musée Rodin, das Musée de Montmartre. Doch eines dieser Museen, der Palais de Tokyo, bereitet seinen Besuchern am 5. Mai ein ganz besonderes Vergnügen.

Ab 9:30 Uhr, also außerhalb der regulären Öffnungszeiten, kann die Ausstellung "Discorde, fille de la nuit" angesehen werden – und zwar nackt.