Europa wehrt sich noch.

Facebook will seine Nutzer künftig daran erinnern, ihren Freunden Fotos zu schicken, auf denen sie abgebildet sind. Dazu hat der Messenger eine neue Funktion namens Photo Magic bekommen. Die scannt die Fotosammlung auf dem Handy, gleicht die abgebildeten Personen mit den Facebook-Profilen von Freunden ab – und schlägt dann vor, wem man welches Foto schicken könnte.

Das Ziel des Ganzen: Nutzer sollen Fotos noch schneller mit Freunden teilen können, schreibt uns Facebook-Manager Stefan Stojanow, bisher sei das zu kompliziert. "Daily Dot" formuliert es sarkastischer: "Facebook says it's solving the very complicated and stressful problem … of forgetting or just not having the time to send your friends photos of them."

Dafür greift Facebook noch ein Stück weiter in die Privatsphäre seiner Nutzer ein.

Photo Magic wird aktuell in Australien getestet, vorerst nur für Android, bald dann auch für iOS. Wenn die Funktion gut angenommen wird, soll sie auch in anderen Ländern freigeschaltet werden (Tech Crunch). In Europa allerdings vorerst nicht: Nach Protesten von Datenschützern deaktivierte Facebook die automatische Gesichtserkennung in allen EU-Ländern (SPIEGEL ONLINE). Ohne die funktioniert Photo Magic nicht.

Aufgegeben hat Facebook aber noch nicht: "Wir werden weiterhin mit dem europäischen Gesetzgebern und dem irischen Datenschutzbeauftragten zusammenarbeiten, um einen ganzheitlichen Ansatz für diese Technologien zu finden", schreibt uns Stojanow.

Auch wo die Gesichtserkennung freigeschaltet ist, gibt es eine Möglichkeit, Photo Magic zu widersprechen: Man kann in den Privatsphäre-Einstellungen die automatische Gesichtserkennung ausschalten; dann taucht man nicht in den Vorschlägen auf, die Facebook an andere schickt. Wer dem Facebook-Messenger den Zugriff auf die Fotosammlung ganz verwehrt, bekommt auch selbst keine Vorschläge.

Hier sind 17 weitere Facebook-Funktionen, die du nach Nützlichkeit bewerten kannst: