...und das trotzdem kein gesellschaftlicher Fortschritt ist.

Facebook hat vergangene Woche fünf neue Emojis für seinen Messenger freigeschalten. Genauer gesagt: Ehemals männliche Bildzeichen in weibliche umgewandelt. Frauen sollen so besser repräsentiert werden. Zumindest, wenn sie traditionell Männern zugeordneten Berufen (Militär, Polizei) oder Sportarten (Surfen, Laufen) nachgehen.

Also: Der Polizist wird zur Polizistin, der Surfer zur Surferin, der Schwimmer zur Schwimmerin, der Fußgänger zur Fußgängerin und der Jogger zur Joggerin. Die abgewandelten Emojis gibt es jeweils in verschiedenen Hautfarben.

Das ist eine nette, wenn auch zu kurz gedachte Idee, um die ansonsten konservative Welt der Emojis aufzubrechen. Die Bildchen sind nach wie vor eine Abbildung menschlicher Ideale: Normschöne, glatte Figuren, die mit Diversität ungefähr so viel zu tun haben wie Dieter Bohlen mit Elektro-Swing.

In der Fotostrecke: Wir zeigen die neuen Emojis
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Besonders die Schwimmer, Jogger und Surfer-Emojis lassen sich nur schwer einem der beiden geläufigen Geschlechtern zuordnen. Die Diskussion, ob diese oberflächliche Lösung Facebooks tatsächlich zur Überwindung von Geschlechterklischees beiträgt, scheint durchaus berechtigt. Scrollt man zwei Reihen weiter, findet man neben der gestriegelten Polizistin eine wunderschöne Braut.

Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Auf der einen Seite können Frauen Polizistinnen werden, auf der anderen Seite gibt es nach wie vor mehr Auswahl an Kosmetikprodukten (Lippenstift, Nagellack-Emoji) denn realistischen Berufen. Sitzt man nicht öfters im Büro, statt mit Krönchen im Garten? Heiraten oder joggen gehen – das ist jetzt die Frage. Zumindest, wenn man seinen Lifestyle mit Emojis unterstreichen möchte.

Statt Frauen mit Bunnyohren zu zeigen, könnte es auch mal Emojis für Wissenschaftlerinnen geben. Oder für Pilotinnen. Biologinnen. Hackerinnen. Die Sphäre der Emojis, sie ist eben nach wie vor eine konservative. Immerhin: Gleichgeschlechtliche Paare dürfen 2016 zumindest auf dem Smartphone-Display Händchen halten, ohne dafür blöd angemacht zu werden.

Tony Leach, Produkt Manager bei Facebook, äußerte sich gegenüber Buzzfeed zu den neuen Emojis: Der Redesign wurde vor allem deshalb vollzogen, damit die beliebten Symbole in jedem Messenger gleich aussehen. Egal ob iPhone oder Android. Oberstes Ziel, so Facebook, sei eine repräsentativere Darstellung der Welt. Google macht's vor und hat dafür bereits einen Antrag auf 13 weitere Berufe eingereicht, die mittels Emojis repräsentiert werden sollen. Darunter: Bäuerinnen und Bauern, Musikerinnen und Musiker und Lehrerinnen sowie Lehrer.

(Bild: Google)

Wir werden uns gedulden müssen. Schließlich haben aktuelle Debatten rund um Gender und Sexualisierung nicht nur Einfluss auf unsere Gesellschaft, sondern auch darauf, wie wir letztlich in Messenger-Diensten repräsentiert werden.

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Bundespräsident Gauck verzichtet auf zweite Amtszeit

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