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"Es tut mir wirklich leid!"

Fünf Tage schwieg Facebook-Chef Mark Zuckerberg zum Datenskandal rund um die Firma "Cambridge Analytica". Nun hat er sich zum ersten Mal zu dem Thema geäußert – und Fehler im Umgang mit Nutzerdaten eingeräumt. Außerdem erklärte er, wie er das soziale Netzwerk künftig besser schützen will.

In Interviews mit dem US-Sender CNN und dem Magazin "Wired" sagte Zuckerberg:

Das war ein großer Vertrauensbruch. Es tut mir wirklich leid, was passiert ist.
Mark Zuckerberg

Was war bei Facebook passiert?

Die Beratungsfirma "Cambridge Analytica" soll US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf unterstützt und dafür unrechtmäßig auf Facebook-Daten zugegriffen haben. Daten von Millionen von Nutzern wurden abgeschöpft, um mehr über Wähler zu erfahren. 

Genutzt wurde dafür eine gewöhnliche Quiz-App, die Facebook-Nutzer freiwillig installiert hatten. Gemeint sind Spiele nach dem Muster "Was ist dein wirkliches Alter?". Durch die Apps erlaubten Nutzer Zugriff auf ihre Daten. Bis heute ist unklar, wie groß der Skandal eigentlich ist. (Hier gibt's mehr Hintergründe bei bento.) 

Nach Bekanntwerden des Datenlecks hatte sich Zuckerberg zunächst nicht geäußert. Nun, fünf Tage später, schrieb er einen diesbezüglichen Facebook-Post und gab erste Interviews.

Was sagt Mark Zuckerberg?

Die wichtigsten Aussagen:

  • "Ich habe Facebook gestartet und am Ende des Tages trage ich die Verantwortung dafür, was auf unserer Plattform geschieht."
  • "Wir haben die Pflicht, eure Daten zu schützen. Und wenn wir das nicht schaffen, verdienen wir es nicht, für euch da zu sein."
  • "Ich bin bereit, vor dem US-Kongress auszusagen, wenn es das Richtige ist." 

Spiele-Apps, die Daten abschöpfen, seien schon 2014 entdeckt und – laut Zuckerberg – auch bekämpft worden. Dass es nun doch zu Leaks kam, sei etwas, "das wir reparieren müssen".

I want to share an update on the Cambridge Analytica situation -- including the steps we've already taken and our next...

Posted by Mark Zuckerberg on Mittwoch, 21. März 2018

Mit diesen drei Schritten will Zuckerberg Facebook sicherer machen:

  1. Es sollen alle Apps untersucht werden, die Zugriff auf Nutzerdaten haben. Fragwürdige Entwickler würden verboten werden.
  2. Für Entwickler soll es künftig strengere Auflagen geben, was ihre Programme auf Facebook dürfen.
  3. Nutzern soll besser erklärt werden, wie externe Apps funktionieren und wie man sich als User schützen kann.

Gerechtigkeit

AfD-Politiker verschickt Fake-Mails, in denen er gegen die AfD hetzt
Er hatte seine Gründe.

Ein Berliner AfD-Politiker hat gefälschte Mails verschickt, in denen er gegen die AfD pöbelt. Hinter den Mails steckte allerdings kein plötzlicher Sinneswandel – sondern Kalkül.

Sie stammen vom AfD-Bezirksvorstandsmitglied in Tempelhof-Schöneberg, Martin Reimann. Er hat sie an Politiker, Journalisten und andere Vertreter in Berlin verschickt – und wollte damit seiner Partei Aufmerksamkeit verschaffen

Unterschrieben waren die Mails schlicht mit "Steffen". Die Mails sollten allerdings den Eindruck erwecken, dass Linke sie geschrieben hätten.

Das berichtet der "Tagesspiegel". Reimann habe der Zeitung gegenüber das Versenden der Fake-Mails eingeräumt und sich entschuldigt.