Bild: dpa/Sören Stache

Facebook hat seinen eigenen Umgang mit Hass und Gewalt. Manche Posts und Kommentare werden sehr schnell gelöscht – andere hingegen "entsprechen den Gemeinschaftsstandards" und dürfen bleiben. Selbst, wenn es um rassistische, sexistische oder gewaltverherrlichende Posts geht. 

Jetzt hat Facebook Journalisten Einblicke in sein deutsches "Löschzentrum" gewehrt.

Dort sitzen Mitarbeiter und entscheiden, welche Kommentare deutscher Nutzer okay sind und welche nicht. Das Bürogebäude steht in Berlin, mehrere Mitarbeiter gaben unter anderem dem WDR und SPIEGEL ONLINE Antworten.

Facebook betont, dass die Mitarbeiter von Anbeginn psychologische Betreuung bekommen. Trotzdem berichten die Angestellten, dass der Umgang mit den Hass-Postings hart ist:

  • Eine Mitarbeiterin sah ihr erstes Terrorvideo: "Ich habe mein erstes Enthauptungsvideo gesehen. Da bin ich erst einmal rausgegangen und habe geheult. Das war aber nur ein einziges Mal so, und jetzt habe ich mich daran gewöhnt." 
  • Ein anderer Kollege sagt: "Tierquälerei, Mord, Totschlag – ich war erstaunt, wie viel das ist."
Was hingegen kaum bekannt wurde: Nach welchen Maßstäben genau gelöscht wird.

Im Mai hat jedoch ein Team des "Guardian" die Richtlinien in die Hände bekommen, anhand denen Facebook-Mitarbeiter entscheiden, welche Art von Hass okay ist. Die wichtigsten Infos dazu haben wir hier zusammengefasst. 

Die Schnellübersicht findest du aber auch hier:

Gewaltaufrufe, die okay sind: "Verprügeln wir das dicke Kind" oder "Brich der Schlampe das Genick".
Gewaltaufrufe, die nicht okay sind: "Kann jemand Trump erschießen?" oder "Erdolcht sie und werdet der Schrecken der Zionisten"
Videos, die gewaltvolle Tode zeigen – also auch gestreamte Morde – werden nicht grundsätzlich gelöscht. Sie können "Verständnis" schaffen.
Auch Bilder von Kindesmisshandlungen werden nicht automatisch gelöscht – sondern nur, wenn sie "mit Freude oder aus sadistischen Gründen" geteilt werden.
Tierquälerei ist grundsätzlich okay, besonders schlimme Fotos können aber als "störend" markiert werden.
"Handgemachte" Kunst, die nackte Menschen zeigt, ist erlaubt – digital erstellte Kunst hingegen nicht. Abtreibungsvideos sind okay, so lange man keine Nacktheit sieht.
Thema Hasskommentare: Facebook weiß, dass Nutzer "gewaltvolle Sprache benutzen, wenn sie online Frustration ausdrücken wollen".
Und das sei im Netzwerk erlaubt – sie dürfen sich "sicher fühlen, das zu tun".
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Die Richtlinien beziehen sich auf den englischsprachigen Raum – wir erfahren also vor allem, was in den USA als freie Meinung gilt und wo dort die Grenze gezogen wird. 

Trotzdem lässt sich der Leitfaden ganz gut verallgemeinern. Wir haben auf Basis der Richtlinien ein Quiz erstellt. Die verwendeten Zitate und Bildposts kommen als Beispiele in Facebooks Richtlinien vor.

Teste dich: Wärst du ein guter Facebook-Admin?

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