Bild: Facebook

Um 500 Millionen Nutzer bei Instagram zu feiern, hat sich Mark Zuckerberg im Facebook-Hauptquartier fotografieren lassen. Im Hintergrund ist sein Schreibtisch zu sehen, darauf steht ein MacBook – mit zugeklebter Webcam. Ist hier jemand beim Geheimdienst-Aussteiger Edward Snowden in die Lehre gegangen? Oder hat Mark Zuckerberg zu viele Folgen der schlechten Serie CSI gesehen?

(Bild: Facebook)
Wogegen hilft das Abkleben der Webcam?

Kriminelle könnten versuchen, sich Zugriff auf die Webcam zu verschaffen und so unbemerkt Aufnahmen zu machen. Solche Hacker-Angriffe gibt es. Die Angreifer sehen dann, wer vor dem Rechner sitzt. Ein Aufkleber auf der Linse verhindert das. Links neben der Tastatur sieht man auf Mark Zuckerbergs Computer einen weiteren Klebestreifen. Offenbar hat er auch das Mikrofon zugeklebt. Schließlich könnte auch das Ziel eines Angriffs werden – und Mark Zuckerberg möchte offenbar nicht belauscht werden.

Wie hackt man eine Webcam?

Zunächst müssen sich die Hacker Zugriff auf einen Computer verschaffen. Entweder, in dem sie sich aus der Ferne über eine Sicherheitslücke oder eine manipulierte E-Mail in den Computer einhacken. Oder sie kommen direkt an den Rechner heran, weil der zum Beispiel irgendwo unbeaufsichtigt herumliegt. Dann installieren sie eine Software, mit der sie die Kamera steuern können.

Die meisten Webcams haben eine kleine Leuchte, die bei laufender Aufnahme angeht. Bei vielen Windows-Rechnern lässt sich diese Leuchte von Hackern austricksen. Bei einem MacBook steckt die Steuerung der Leuchte allerdings tiefer in der Hardware.

Ist Webcam-Abkleben also eine gute Idee?

Für Mark Zuckerberg auf jeden Fall. Der Facebook-Chef ist für die Sicherheit seines Milliarden-Netzwerk verantwortlich. Neben Kriminellen dürften sich auch Geheimdienste für Mark Zuckerberg interessieren – und die haben am ehesten das Geld und die Möglichkeiten, an den Computer des Facebook-Chefs heranzukommen.

Wer sich häufiger Programme aus dem Internet herunterlädt und ständig mit E-Mail-Anhängen hantiert, könnte ebenfalls gefährdet sein. Auch ein eifersüchtiger Partner, der unbemerkt an den Computer herankommt, kann sich Zugriff auf die Webcam verschaffen. Das ist illegal, kommt aber vor.

Wer nun Angst bekommt, sollte außerdem regelmäßig Software-Updates durchführen. Das stopft die größten Sicherheitslücken – und macht es den Angreifern schwerer. Die gute Nachricht: So ein Top-Ziel wie Mark Zuckerberg sind die allermeisten von uns dann doch nicht.

(Bild: Peter Stuge)
Was ist an ein paar Webcam-Bildern so schlimm?

Gegenfrage: Wer möchte schon gerne unbemerkt beobachtet werden? Angreifern könnten außerdem sensible Aufnahmen zu Sicherheitsmaßnahmen bei Facebook oder Marks Zuckerbergs Familie gelingen.

Das Abkleben von Webcam und Mikrofon ist noch aus einem anderen Grund sinnvoll. Das Facebook-Netzwerk wird gut überwacht, ein gehackter Rechner fällt schnell auf. Um das zu verhindern, könnte ein Angreifer Mikrofon und Lautsprecher für seine Zwecke umfunktionieren und Daten über für Menschen nicht hörbare Ultraschallfrequenzen senden und empfangen.

So einen aufwendigen Angriff müssen allerdings die wenigsten Menschen fürchten. Wenn allerdings einer dazugehört, dann Mark Zuckerberg.


Wie macht man einen Computer abhörsicher?

Neben der Software, die meist anfällig ist, bietet die Hardware diverse Einfallstore. Viele davon lassen sich allerdings schließen – IT-Experten sprechen davon, einen Rechner zu härten. Zum Beispiel können USB-Anschlüsse mit Heißkleber verschlossen werden, damit niemand einen mit einem Virus oder Trojaner infizierten USB-Stick einstecken kann.

Webcam, Lautsprecher und Mikrofone lassen sich ausbauen, weitere Schnittstellen auf der Platine unbrauchbar machen. Wie man einen Rechner härtet, zeigt zum Beispiel diese ausführliche Fotostrecke auf SPIEGEL ONLINE.

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