Bild: Facebook

Facebook wird für jüngere Nutzer immer unattraktiver. Die tummeln sich lieber beim Konkurrenten Snapchat. Nun greift die Plattform an. Und zwar mit "Lifestage", einer eigenen App für Jugendliche unter 21 Jahren. Die App erinnert an eine Mischung aus StudiVZ, Instagram – und eben Snapchat (Techcrunch). Seit Freitag ist sie zunächst nur im US-amerikanischen App-Store verfügbar.

Was kann Lifestage?
  • Wie einst bei StudiVZ funktioniert die Vernetzung über eine Schule. Erst wenn einer Schule mehr als 20 Menschen zugeordnet sind, klappt die Vernetzung.
  • Wie bei Snapchat funktioniert die Kommunikation über Videos, allerdings nur über Videos. Es gibt kein klassisches Profil mehr, stattdessen beantworten Nutzer Fragen zu ihren Hobbys und Beziehungen mit Hochkant-Videos, die man mit seinen Freunden oder Schülern aus der Nähe teilt.
  • Wer 22 und älter ist, kann sich die App zwar holen – kann die Profile der anderen allerdings nicht sehen.
In Bildern – So sieht das U-21-Facebook aus:
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Was steckt dahinter?

Vor allem ein 19-jähriger Facebook-Manager. Richtig gelesen: 19-jährig. Michael Sayman hat seine ersten Apps mit 13 Jahren programmiert und avancierte im Silicon Valley schnell zum Wunderkind. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat ihn entdeckt und in den Konzern geholt – für den er in den vergangenen zwei Jahren "Lifestage" entwickelt hat. (Pando.com)

Als Grundlage habe er sich das Facebook aus dem Gründerjahr 2004 angesehen, schreibt Sayman auf Facebook. Damals ging er in die zweite Klasse.

Back in 2004, Facebook was all about “who I am”. I could post my relationship status. I could share what my favorite music was. And it was all about expressing myself.

Dieses "Who I am"-Gefühl soll "Lifestage" wieder hervorrufen – "but for the Generation Z in 2016", schreibt Sayman.

Was steckt wirklich dahinter?

Facebook läuft die Jugend davon, das Netzwerk erinnert mittlerweile mehr an eine globale Plattform für Werbekunden und Hassbotschaftler denn an die College-Community von einst. Snapchat hingegen wird immer populärer: Für 28 Prozent der amerikanischen Jugendlichen ist Snapchat mittlerweile das wichtigste soziale Netzwerk. Facebook liegt mit 17 Prozent auf Platz vier hinter Instagram und Twitter ("Frankfurter Allgemeine Zeitung").

Um das zu ändern, setzt das Netzwerk mittlerweile zunehmend auf Videoinhalte – wie mit der Liveplattform für Videos (bento I) – und das Tochterunternehmen Instagram. Erst Anfang August führte Instagram "Stories" ein, eine ziemlich dreiste Kopie von Snapchat (bento II). "Lifestage" dürfte nun die nächste Snapchat-Kopie werden, die junge Nutzer zurückholen soll.

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