Die klassische Hautfarbe zahlreicher Emojis war mal gelb. Da "gelb" aber immer als "weiß" angesehen wurde, kamen irgendwann farbige Emojis dazu. Den erhobenen Daumen gibt es nun auch von weiß bis schwarz:

Doch damit kam ein weiterer Diskurs auf – zumindest, wenn man einer Analyse von Andrew McGill glaubt. Der Autor von "The Atlantic" bemerkte, dass bei Twitter fast ausschließlich die gelben und schwarzen Emojis verwendet werden. Weiße Emojis finden kaum statt.

McGill untersuchte 18.000 Twitter-Beiträge, in denen Emojis mit Hautfarbe gepostet wurden. Nur ein Fünftel der Tweets hatten Emojis mit dem hellsten Hautton, die dunkleren Hauttöne kamen hingegen in mehr als der Hälfte der Tweets vor. Das entspricht aber nicht den Nutzern: In den USA gibt es viermal mehr weiße Twitter-Nutzer als schwarze. Das bedeutet: Viele weiße Emoji-Nutzer verwenden keine zu ihnen passenden Emojis.

Auch McGill, obwohl in Eigenbeschreibung sehr blass, benutzt die weißen Emojis nicht gerne:

"When I did switch briefly to the lightest tone at work, it felt … weird.​"
Wieso benutzt keiner weiße Emojis?

McGill hat nur die Zahlenanalyse gemacht – warum, wieso, weshalb die Emojis genutzt werden, wie sie genutzt werden, kann er nicht beantworten. Er kann allerdings mutmaßen:

  • Eine Idee ist, dass gelbe Emojis lange Zeit Standard waren – und daher von vielen Nutzern mit weißer Hautfarbe gleichgesetzt werden. Die Einführung der farbigen Smileys und Handzeichen wurde nur von der schwarzen Community akzeptiert, die weißen Nutzer blieben einfach bei gelb. Denn auch Emojis wie die Prinzessin sind weiterhin weiß besetzt: Mit blondem Haar wirkt sie trotz gelber Haut klassisch weiß.
  • Eine andere Erklärung ist, dass sich Weiße für ihre Hautfarbe schämen. McGill schreibt, dass sich Freunde "awkward", also seltsam fühlen, wenn sie weiße Emojis verwenden. Es erinnere an die rassistische Vergangenheit der USA, keiner will sich also dazu bekennen, zur unterdrückenden Seite zu gehören. Oder zur immer noch existierenden Bewegung des "White Pride".

Eine dritte Erklärung – allerdings nicht mehr von McGill – wäre die: Der helle Hautton sieht einfach sehr, sehr blass aus. Und wer gibt schon gerne zu, dass er nicht mal virtuell genügend Sonne abbekommt?


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