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Um Mitternacht war es soweit: Während TV-Anbieter in Berlin den Aufbruch in eine neues Zeitalter feierten, wurden bei Millionen Fernsehzuschauern die Bildschirme schwarz. Denn pünktlich zum 29. März wurde in vielen Teilen Deutschlands DVB-T abgeschaltet.

Über Antenne kann man jetzt nur noch das neue DVB-T2 HD – es ist ein großer Kürzel-Spaß – empfangen. Doch dafür müssen viele Zuschauer erst neue Geräte anschaffen.

Warum ist jetzt alles anders?

DVB-T2 HD ist leider eine ganz andere Technik als DVB-T.

Es kann mehr Sender ausstrahlen, alle in HD-Auflösung und zum Teil auch mit besserem Rundum-Ton. Aber damit das klappt, braucht man entweder einen entsprechend ausgestatteten Fernseher oder einen neue TV-Empfänger.

Was muss ich jetzt tun?

Wer seinen Fernseher erst in den vergangenen drei Jahren gekauft hat, kann Glück haben. Viele dieser Geräte sind schon kompatibel zum DVB-T2 HD. Um damit auf den neuen Standard umzusteigen, muss man nur einen Sendersuchlauf machen. In der Datenbank der Deutschen TV-Plattform kann man nachsehen, welche Geräte DVB-T2 HD beherrschen. Die alte DVB-T-Antenne kann man dafür in der Regel weiter verwenden – ansonsten verrät die Datenbank, ob man umrüsten muss.

Ist der Fernseher älter oder beherrscht kein DVB-T2 HD, muss man eine externe Empfangsbox kaufen. Solche Geräte bekommt man ab etwa 60 Euro. Weil im Moment sehr viele fernsehlose Menschen solche Boxen brauchen, kann es allerdings schwierig werden, ein bestimmtes Modell zu bekommen.

Die letzte und teuerste Alternative wäre es, einen neuen Fernseher mit integriertem DVB-T2-Empfänger anzuschaffen.

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Alle drei Varianten haben einen Haken.

Selbst wenn man all diese Tipps berücksichtigt hat: Ohne weiteres Zubehör kann man trotzdem nur die Öffentlich-Rechtlichen Programme empfangen, also beispielsweise Das Erste, das ZDF, die dritten Programme und Arte.

Der Empfang der Privatsender, also etwa Prosieben, RTL und Sat1, ist nur noch gegen Gebühr möglich. Beim Kauf einer neuen Empfangsbox bekommt man zwar drei Monate kostenlosen Zugang zu allen Sendern, doch danach muss man zahlen. Denn: Das sogenannte "freenet tv"-Angebot kostet 5,75 Euro pro Monat.

Will man die Privatsender auf einem Fernseher mit eingebauten DVB-T2-HD-Empfänger sehen, muss man ein sogenanntes CI+-Modul von freenet TV kaufen. Das kostet nochmal 80 Euro.

Und was ist mit Kabelfernsehen oder Satelliten-TV?

Das geht natürlich, aber auch nicht kostenlos. Für Kabel-TV muss man Monatsgebühren zahlen, HD-Sender gibt es meist nur gegen Aufpreis. Für Satellitenfernsehen muss man eine Satellitenschüssel und gegebenenfalls ein Empfangsgerät anschaffen. Für Privatsender in HD-Auflösung werden auch hier Gebühren fällig.

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Und Fernsehen übers Internet?

Natürlich kann man sich auch ganz von den traditionellen Empfangswegen lösen und Live-Fernsehen übers Internet empfangen. Anbieter wie Magine TV, Zattoo, Waipu.tv und TV-Spielfilm bieten dafür Apps an. Die laufen auf Smartphones, Tablets, teilweise auch auf Smart-TVs und auf TV-Boxen wie dem Apple TV oder Amazons Fire TV Stick.

Aber auch hier gibt es nur die Grundversorgung kostenlos. Sobald Du die Privatsender oder mehr HD-Sender sehen willst, musst du auch hier zahlen. Meist werden zwischen 7 und 12 Euro pro Monat fällig, je nachdem, wie viel Sender man sehen will.

Alternative: Alles nur noch in den Mediatheken gucken.


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