Was hinter den Plänen der neuen Digitalbeauftragten steckt.

Schnelles Internet für alle? Ja, das wäre schön. Aber Dorothee Bär denkt groß: Sie will Flugtaxis über Deutschland! Bär wird neue Staatsministerin für Digitalisierung, soll das Thema in den kommenden vier Jahren vorantreiben.

Schnelles Internet gibt es in Deutschland zwar immer noch nicht überall, aber das sei auch gar nicht so ihr Thema, sagte Bär in einem Interview mit Marietta Slomka im "heute journal". Dafür sei der Verkehrsminister zuständig.

Stattdessen spricht Bär lieber von Themen, die uns wirklich beschäftigen sollten:

"Kann ich auf der Infrastruktur, die wir haben, auch autonom fahren? Kann ich in Deutschland mit einem Flugtaxi durch die Gegend kommen?"

Nicht nur Slomka reagiert auf diese Äußerung verwirrt:

Bevor ich mit einem Flugtaxi durch die Gegend will, hätte ich gerne erst einmal mehr als 15 Megabit pro Sekunde schnelles Internet. Das würde mir schon sehr helfen.

Auch im Netz sorgen Bärs Flugtaxi-Wünsche für Spott.

Einige Twitter-Nutzer fragen belustigt, wie Bär es schaffen will, Flugtaxis loszuschicken, wenn ihr Vorgänger es nicht einmal geschafft habe, Glasfaserkabel zu verlegen.

Einige wenige nehmen Bär aber auch in Schutz.

Der Tenor: Flugtaxis wären doch ziemlich cool. Warum nicht mal das Thema nicht mal angehen?

Und außerdem: Flugtaxis werden in Deutschland schon längst hergestellt!

Tja, nehmt das, ihr Hater!

Tatsächlich waren selbst in der Gründer-Show "Die Höhle der Löwen" Flugtaxis bereits Thema. Damals stellte ein Team aus vier Studenten ihre Idee vom ersten VTOL-Flugzeug ("vertical take-off and landing") vor. Unternehmer Frank Thelen war begeistert und investierte in ihr Start-up Lilium. Die Vision der vier Münchner:

Menschen bewegen sich in der Zukunft mit Verkehrsmitteln durch die Luft, die sie per App bestellen.

Die Idee dahinter funktioniert so:

  • Ein elektrisches Leichtflugzeug transportiert Menschen zukünftig durch die Luft.
  • Theoretisch kann es an jedem Ort starten und landen.
  • Der Jet kann senkrecht starten und landen, aber auch vorwärts fliegen.
  • Möglich wird das durch elektrische Jet-Turbinen, die auf speziellen Landeplätzen geladen werden.
  • Mit vollem Akku können die Flugtaxis der Münchner fünf Passagiere bis zu 300 Kilometer weit transportieren.
  • Sie sollen dabei bis zu 300 Stundenkilometer schnell sein.

Die Vision sei es, "ab etwa 20 Kilometer Entfernung das Auto zu ersetzen", so Investor Thelen. Dabei soll eine Fahrt mit dem fliegenden Auto nicht nur für Superreiche bezahlbar sein: Die Kosten seien angeblich vergleichbar mit einer normalen Taxifahrt. Das versichern zumindest die Gründer. (FAZ)

Dass die Technik funktioniert, beweist der erfolgreiche Jungfernflug Mitte April 2017.

Bis die fliegenden Autos Realität werden, dauert es allerdings noch ein paar Jahre.

  • Das Flugtaxi der vier Münchner muss erst noch zertifiziert werden.
  • 2025 soll dann die erste Fahrt per App gebucht werden können, heißt es auf der Homepage von Lilium.
  • Die Gründer gehen davon aus, dass es noch zehn Jahre dauert, bis der Jet vollautonom fliegen darf.

Die Münchner sind nicht die einzigen, die an diese Art der Mobilität glauben.

Über ein Dutzend Unternehmen tüfteln bereits an diesen neuartigen Fluggeräten. Neben Start-ups wie Lilium oder Volocopter aus Bruchsal arbeitet auch Airbus an seinem eigenen Flugtaxi.

Das niederländische Unternehmen Pal-V will bereits im kommenden Jahr Flugautos ausliefern. Der Haken: Die Besitzer dürfen damit nur auf der Startbahn eines Flugplatzes abheben.

Knackpunkt bleibt die Regulierung der fliegenden Autos: "Wir werden dorthin gehen, wo wir den größten Zuspruch von Partnern und Gesetzgebern finden. Momentan sind wir noch nicht so weit, um sagen zu können, wo das sein wird", sagen die Gründer. (Gründerszene)

In Deutschland haben sie auf jeden Fall einen begeisterten Flugtaxi-Fan – und der sitzt bald direkt im Kanzleramt.


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