Unser Held des Tages

Deutschland und die Digitalisierung – im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gibt es hier seit Jahren einiges nachzuholen. Doch das soll sich jetzt endlich einmal ändern, so das Vorhaben der Bundesregierung.

Darum gibt es jetzt mit Dorothee Bär von der CSU eine Staatsministerin für Digitalisierung, direkt angesiedelt bei der Bundeskanzlerin. Jetzt kam noch der Digitalrat hinzu – das zehnköpfiges Expertengremium soll die Bundesregierung künftig bei der Digitalisierung beraten.

Am Mittwoch kam das Gremium aus Wissenschaftlern, Forschern, Unternehmern und Start-up-Gründern zum ersten Mal zusammen. Auf dem Gruppenbild mit Kanzlerin Merkel und anderen Vertretern der Bundesregierung fällt aber vor allem einer auf: Ein Mann in T-Shirt und Shorts, Turnschuhen und Superman-Cap.

Wer ist der Mann auf dem Bild?

Ijad Madisch ist einer der Experten im Digitalrat und ehemaliger Virologe und Radiologe. Der Berliner ist Mitbegründer und Geschäftsführer der Plattform Researchgate, einem sozialen Netzwerk für Forscherinnen und Forscher.

Gegründet wurde Researchgate vor rund zehn Jahren – heute sind auf der Plattform mehr als 15 Millionen Menschen angemeldet. Unter anderem Microsoft-Gründer Bill Gates hatte in das Start-up investiert. (Zeit Online)

Mit kurzer Hose bei der Bundeskanzlerin? Bei diesem Twitternutzer kam das nicht gut an:

Und wie reagierte Madisch auf die Kritik? Er teilte den Tweet einfach kommentarlos auf seinem Profil.

Doch die meisten feiern den Berliner Gründer für seinen Kleidungsstil:

Auch Dorothee Bär ließ die Gelegenheit nicht verstreichen: Sie ist nicht nur auf Instagram, sie hat auch nichts gegen kurze Hosen am Arbeitsplatz!

Was sagt Ijad Madisch selbst dazu?

Zu bento sagt er: "Ich habe mir bei der Wahl meines Outfits überlegt, dass es in Berlin 30 Grad warm wird. Die kurze Hose ist meine Lieblingshose und die Kappe habe ich ausgesucht, weil Superhelden die Welt retten und ich das toll finde. Zum Blick in den Spiegel ist es nicht gekommen, weil ich zur Zeit keinen Spiegel habe. Aber ich verstelle und verkleide mich nicht." 

Die Kanzlerin habe nichts über sein Outfit gesagt. Andere Mitglieder des Digitalrats aber hätten sein Outfit erfrischend gefunden. "Mal sehen, was sie zum nächsten Termin tragen – ob ich allein mit meiner kurzen Hose schon eine Kleinigkeit verändert habe?"

Was macht der Digitalrat eigentlich?

Die zehn Expertinnen und Experten sollen mindestens zweimal pro Jahr mit Kanzlerin Merkel und weiteren Regierungsmitgliedern zusammenkommen, um die Politiker zu beraten.

Die Vorsitzende Katrin Suder, frühere Verteidigungsstaatssekretärin und Unternehmensberaterin, sagte, man wolle die Bundesregierung antreiben und sie unterstützen.

Neben Suder und Madisch gehören der Gruppe beispielsweise der an der Universität Oxford lehrende Internet-Professor Viktor Mayer-Schönberger sowie die New Yorker Professorin Beth Simone Noveck an. Noveck hat bereits die Regierung des damaligen US-Präsidenten Barack Obama beim Aufbau einer Digitalplattform beraten.

Merkel hatte am Wochenende in ihrem Podcast gesagt, der Digitalrat werde ein schlagkräftiges Gremium mit Experten sein, "die uns antreiben, die uns unbequeme Fragen stellen".


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