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Deutschland ist Diesel-Land. Jedes Dritte Auto fährt mit dem Kraftstoff (Kraftfahrt-Bundesamt). Doch Deutschland ist auch das Land der Diesel-Affäre: Mehrere Autokonzerne sollen bei den Abgaswerten geschummelt haben und sich untereinander abgesprochen haben.

Nun fordert die Politik strengere Regeln – für den Porsche Cayenne wurde bereits ein Zulassungsverbot erteilt (SPIEGEL ONLINE).

Worum geht's bei der Diesel-Affäre?
Die Diesel-Affäre – oder Abgasaffäre – begann im September 2015. Damals wurde bekannt, dass VW eine Schummeleinrichtung für Abgaswerte verwendete.
Diese sollte niedrigere Ausstoßwerte bei Diesel-Autos anzeigen – doch der Betrug flog in den USA auf.
Enthüllungen des SPIEGEL vom Juli 2017 zeigten: Die deutschen Autobauer VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler haben wohl bei einer Reihe von Technikstandards Absprachen getroffen.
Dabei soll es neben der Technik auch um Kosten, Zulieferer, Märkte, Strategien und die Abgasreinigung der Dieselfahrzeuge gegangen sein.
Nun hat die Bundesregierung die Autohersteller zu einem Dieselgipfel eingeladen. Das Ergebnis: Fünf Millionen Autos müssen umgerüstet werden.
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Die Maßnahme betrifft vor allem VW-Fahrzeuge. Es geht darum, Software-Updates aufzuspielen – damit das Programm nicht mehr die Emissionswerte herunter rechnet (SPIEGEL ONLINE). 

Was ist so schlimm am Diesel?

Durch den Diesel im Tank stoßen die Autos schädliche Stickoxide aus, die die Umwelt belasten. Vor allem in Großstädten mit viel Verkehr nimmt der Smog zu, Menschen können erkranken, zum Beispiel an der Lunge. (Hier erklärt die SZ, wie sich Stickoxide auf den Körper auswirken)

Was sagen Menschen, die Diesel-Autos fahren?

Wir haben zwei gesprochen. 

Christian Bathe, 30, Softwareentwickler aus Verl in NRW
Als ich mein Auto vor zwei Jahren gebraucht gekauft habe, war mir schon klar, dass es vom Abgasskandal betroffen ist. Mir war das erstmal egal. Ich habe den Diesel vor allem wegen der geringeren Kosten gekauft. Ich fahre 50 bis 60 Kilometer pro Tag zur Arbeit und zurück. Da konnte ein Benziner bei den Spritpreisen nicht mithalten. Dass die Hersteller in Deutschland wirklich bestraft werden, glaube ich nicht. Die Lobby ist einfach zu groß.
Meine Befürchtung ist eher, dass der Abgasskandal nur die Spitze vom Eisberg ist.
Bei meinem Auto wurde schließlich ein Software-Update gemacht und ein neues technisches Teil eingesetzt. Jetzt verbrauche ich auch gleich mehr Sprit, 0,5 bis zu einem Liter auf 100 Kilometern. Das merke ich bei einem Literpreis von 1,10 Euro schon im Portemonnaie. Ob die Abgaswerte jetzt tatsächlich eingehalten werden, wurde aber immer noch nicht überprüft.
Anna Lietz, 34, Selbstständige aus Hamburg
Ich habe den Diesel vor zweieinhalb Jahren von meinen Eltern übernommen. Insofern habe ich mich nicht bewusst dafür entschieden. Ich wohne mitten in der Stadt und bin eigentlich nicht darauf angewiesen. Angst habe ich trotzdem davor, dass sie in der Innenstadt Teile für Diesel-Fahrzeuge sperren. 
Insgesamt bin ich natürlich für Umweltschutz, weniger Abgase und Autos, aber darauf verzichten möchte ich auch nicht richtig.
Aber ich denke, so geht es vielen. Ich nutze mein Auto kaum in der Stadt; meistens, um von Altona nach Tornesch zu meinem Freund zu fahren, das sind knapp 30 Kilometer. Manchmal auch für kurze Ausflüge ans Meer. Eine Tankfüllung hält bei mir ungefähr zwei Monate.
Wie geht es nun weiter?

Diesel bleibt weiterhin dreckig. Die Autohersteller haben ihre Kunden darüber getäuscht und systematisch betrogen – und nun wissen es alle.

Passieren wird aber erst mal nicht viel. Beim "Dieselgipfel" haben die Hersteller freiwillig einer Nachrüstung der Software zugestimmt. So können sie größeren Geldstrafen oder gar von der Politik auferlegten Fahrverboten für bestimmte Modelle zuvorkommen. Das Treffen zwischen Industrie und Politik war also erst mal nicht mehr als eine Kuschelrunde.

Was wäre eine Alternative?

Elektrofahrzeuge – also Autos, die mit Strom laufen und daher keine Schadstoffe mehr verbrennen. E-Autos sind in Deutschland bisher kaum verbreitet:

Welche Autos in Deutschland gefahren werden

2017 hat das Kraftfahrt-Bundesamt knapp 46 Millionen Fahrzeuge gezählt.

  • 30 Millionen davon sind Benziner.
  • 15 Millionen fahren mit Diesel.
  • Übrig bleiben als weniger als 1 Millionen für sonstige Modelle.
  • Davon sind nur 35.000 Elektroautos.

In den USA wird bereits umfangreich in die Technologie investiert. Tesla gehört zu den bekanntesten Herstellern – und hat dafür gesorgt, dass E-Autos mittlerweile weite Strecken mit einer "Tankladung" Strom zurücklegen können (Wired).

In Deutschland verschlafen die Autobauer diese Entwicklung. Oder wollen sie verschlafen. Das liegt aber auch daran, dass die Politik bislang Dieselfahrzeuge gefördert hat. Vor allem in Baden-Württemberg. Dort sitzen große Autokonzerne und – Ministerpräsident Winfried Kretschmann weiß, die Autokonzerne sind wichtige Arbeitgeber, und die müssen geschützt werden.

Dabei hätte er guten Grund von Daimler, Porsche & Co. umweltfreundliche Innovationen einzufordern. Kretschmanns Partei heißt nämlich "Die Grünen".

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