Bild: Markus Spiske/Unsplash

Wer Sprach-Assistenten wie Siri oder den Google Assistant verwenden möchte, kann sich entscheiden: Soll mein Smartphone mit einer männlichen oder einer weiblichen Stimme sprechen? Amazons Alexa lässt erst gar keine Wahl: Die Stimme ist immer weiblich. 

Wer Siri nach dem Geschlecht fragt, erhält die Antwort, dass die Künstliche Intelligenz (KI) weder männlich noch weiblich sei – doch bei der Sprachausgabe gibt es diese Option nicht. 

Ein dänisches Entwicklerteam möchte das ändern und hat deshalb eine geschlechtsneutrale Stimme für künstliche Intelligenzen konzipiert. 

Die Motivation hinter dem Projekt: "Q" soll sexistische Stereotype beenden, die durch Systeme wie Siri und Alexa aufrecht erhalten würden. Die Entwickler bei Apple und Amazon liefen Gefahr, Stereotype zu bekräftigen, wenn sie Siri und Alexa standardmäßig weiblich sprechen zu lassen. Denn dahinter stünde der Gedanke, dass ein KI-Assistent als hilfsbereit und fürsorglich empfunden werden solle – und die Annahme, dass diese Eigenschaften eher zu Frauen passen. (Wired)

In Großbritannien hat Siri hingegen von Haus aus eine männliche Stimme. Die amerikanische KI-Forscherin Justine Cassell glaubt, dass dies so ist, weil Briten früher männliche Bedienstete hatten. "Apple könnte wollen, dass das Stereotyp des immer hilfsbereiten und verfügbaren Dieners hervorgerufen werden soll", so Cassell (NPR). Genau solchen Vorurteilen wollen die Entwicklerinnen und Entwickler mit der geschlechtsneutralen Stimme begegnen. 

Und es gibt noch einen Grund, Siri neutral zu halten: Das dritte Geschlecht wird von den Technologiekonzernen ignoriert. Menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich identifizieren, werden bei den Sprachasisstenten ausgeschlossen.

Deshalb will das Team von "Q" Druck ausüben auf die Tech-Unternehmen: Zukünftig soll auch Siri zeigen, dass es nicht bloß männlich und weiblich gibt. 

So klingt die geschlechtsneutrale virtuelle Stimme:

Entwickelt wurde "Q" von Linguisten und Sounddesignern. Für die virtuelle Stimme haben die Entwicklerinnen und Entwickler einen Frequenzbereich von 145 bis 175 Hertz gewählt, der als neutral gilt – weibliche Stimmen liegen in der Regel darüber, männliche darunter. Als Vorlage wurden aber auch Aufnahmen der Stimmen von Menschen verwendet, die sich weder als männlich noch als weiblich identifizieren. 

Dass "Q" schon bald als Option bei Siri erscheint, ist zwar unwahrscheinlich – fremde Software bauen Unternehmen wie Apple oder Microsoft selten in ihre Betriebssysteme ein. Doch möglicherweise kann das Projekt Tech-Konzerne dazu bringen, sich selbst Gedanken zu machen, wie Stereotype bei Sprachassistenten zukünftig vermieden werden können.


Streaming

Schmerz-Spritzen und Busen-Blitzen: Die sechste Folge von GNTM im Speed-Check

Die 14. Staffel "Germany's Next Topmodel" ist in vollem Gange, und auch diesen Donnerstag mussten Heidi und die Mädchen wieder ran, denn irgendjemand hat diesen Quatsch ja schließlich auf 15 Folgen angesetzt. 

In der "Haute Couture Edition" ging es allerdings weitaus weniger classy zu, als der Name es vermuten ließ. Daran konnte leider auch die wohlerzogene Gastjurorin Toni Garrn nichts ändern.

Was in Folge 6 von GNTM passierte, kannst du hier in unserem Speed-Check nachlesen.

Die Schnellzusammenfassung: 

Das erste Casting steht an, heute ist alles ABOUT YOU. "Wir wollen eure Seele sehen", wünscht sich der Versandhandel-Fuzzi. Mithilfe von Spraydosen materialisieren sich die Seelen in selbstgestalteten Outfits irgendwo zwischen Fingerfarben-Workshop und Heath Ledgers Joker.

Weiter geht’s beim Shooting in der Wüste. In einem Setting, das an den "Spiel und Erholung"-Teil des Sportunterrichts in der Sekundarstufe 1 erinnert, kämpfen die Mädchen mit einem riesigen Stück Stoff und dem fehlenden Teamgeist ihrer zugewiesenen Partnerinnen.