Bild: bento/myfriendcayla.de

Für Kinder sind Puppen etwas Tolles, aber unter Erwachsenen herrscht größtenteils Konsens: Puppen sind unheimlich, irgendwie. Sie sind starr und doch wollen sie einem Lebendigkeit vorgaukeln und tief in unserem Inneren fürchten wir, dass an diesem Szenario etwas Wahres dran sein könnte:

(Bild: Giphy )

Wie gefährlich Puppen tatsächlich sind, zeigt die jüngste Anweisung der Bundesnetzagentur:

Die Behörde hat Eltern aufgefordert, die Puppe Cayla zu... zerstören!
(Bild: Giphy )

Der Grund: Die Bundesnetzagentur hält die Puppe "My friend Cayla" der Marke Vivid für ein spionagefähiges Spielzeug.

Denn: "Cayla" ist mit einem nicht sichtbaren Mikrofon und Funktechnik ausgestattet – das erlaubt Kindern, die Puppe Dinge zu fragen wie: "Was ist das höchste Tier der Welt." Cayla googelt dann die Antwort.

Doch: "Gegenstände, die sendefähige Kameras oder Mikrophone verstecken und so Daten unbemerkt weiterleiten können, gefährden die Privatsphäre der Menschen", heißt es in der Begründung der Behörde. Sie befürchtet, dass Kinder und Eltern abgehört werden könnten. Oder dass ihnen auf diese Weise vielleicht auch sogar maßgeschneiderte Werbung angetragen wird.

Die Puppe sei deshalb in Deutschland verboten, man arbeite daran, die Puppe vom Markt zu nehmen, hieß es weiter. Die Agentur will demnach noch anderes, funkfähiges Spielzeug prüfen. (Bundesnetzagentur I)

Die Puppe "My friend Cayla" MUSS zerstört werden.(Bild: Rob Stothard/Getty )

Grundlage für das Verbot ist Paragraph 90 im Telekommunikationsgesetz. Demnach ist eine Überwachungskamera oder ein Abhörmikrofon in dem Moment illegal, in dem man sie nicht als solches erkennt (sie also versteckt sind) und man Menschen unbemerkt aufnehmen kann. Wer also eine getarnte Abhöranlage – in diesem Fall Cayla – besitzt, macht sich strafbar. (Bundesnetzagentur II)

Die Bundesnetzagentur bittet Eltern daher, auf ihrer Webseite einen Vernichtungsnachweis auszufüllen. Das ist eine Bestätigung einer Entsorgungsstation, dass man das Spionagegerät unschädlich gemacht hat.

Produziert wird die Puppe von Genesis, die Stimmen und die Daten, die Cayla sammelt, landen auf den Servern des US-Konzerns Nuance – einem Unternehmen, das auch fürs Militär und Geheimdienste arbeitet (Süddeutsche Zeitung). Der IT-Anwalt Peter Hense sagte der Zeitung: "Caylas App fragt unglaublich viele Daten ab, inklusive Adressbuch des Handys. Es gibt überhaupt keine Datenschutzerklärung, die auf die Spacherkennungsbiometrie hinweist."

Ausschlaggebend für das Verbot war übrigens ein Gutachten der Universität des Saarlands, das du dir hier durchlesen kannst.

Und: Das höchste Tier der Welt ist eine Giraffe.


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