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3 Gründe, die das Missverhältnis erklären

Eines der ärmsten Länder der Welt hat besseres Netz als Deutschland. Und Kanada. Und Frankreich. Und Großbritannien. Die britische Analysefirma Cable hat Netzgeschwindigkeiten in 200 Ländern verglichen – und Madagaskar landet dabei deutlich vor vielen westlichen Ländern.

Madagaskar hat Internet mit 24.9 Megabit pro Sekunde – doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt. Deutschland kommt auf 24 MBit.

Im internationalen Vergleich liegt die Bundesrepublik damit auf dem 25. Platz, Madagaskar auf dem 22. Platz. Das ist ein Aufstieg von 67 Plätzen im Vergleich zum Vorjahr, Deutschland ist in der Studie hingegen einen Platz abgerutscht.

Warum schneidet Madasgaskar so gut ab?

Ein Grund: EASSy. Die Abkürzung steht für "East African Submarine Cable System", ein riesiges, 10.000 Kilometer langes Unterseekabel entlang der ostafrikanischen Küste. In dem Kabel aus Fiberglas können Netzdaten mit Hochgeschwindigkeit transportiert werden. Madagaskar ist nun angedockt.

Allerdings bringt es den Madagassen kaum etwas: Nur etwas mehr als jeder zehnte hat Zugang zu Strom und nur zwei Prozent der Bevölkerung Zugang zum Netz. Auf 1000 Madagassen kommen also nur 2,75 IP-Adressen. Weltweit liegt der Schnitt hingegen bei 558 IP-Adressen auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Warum schneidet Deutschland so schlecht ab?

Zwei Gründe: Kupfer. Und die Telekom.

Viele in Deutschland verlegte Telefonleitungen sind noch aus Kupfer, was das Netz schlechter leitet. Die deutsche Regierung verspricht schon seit Jahren, endlich den Breitbandausbau voranzutreiben – erklärt dann aber immer wieder, seine Ziele in Sachen Digitalausbau doch wieder nicht zu schaffen. (SPIEGEL ONLINE)

Das hängt auch mit der Telekom zusammen. Die ist Marktführer und halb ein staatliches, halb privat geführtes Unternehmen. Da die Bundesrepublik knapp ein Drittel der Anteile an der Telekom hält, werden kaum Entscheidungen getroffen, die vorangehen. 


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