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Vier Antworten zur Zahlung mit dem Handy

Wenn ich zum Supermarkt um die Ecke gehe, dann lasse ich seit Kurzem mein Portemonnaie zu Hause. An der Kasse angekommen, sage ich "Ich bezahle mit Handy" und lege mein Smartphone auf das Kartenterminal. Es vibriert kurz, ich habe bezahlt.

In anderen Ländern ist mobiles Bezahlen schon seit Jahren üblich, Deutschland hinkt wieder einmal hinterher. Das liegt zum einen daran, dass die Deutschen ihr Bargeld lieben – 74 Prozent der Einkäufe an Ladenkassen wurden 2017 bar bezahlt (FAZ) – zum anderen aber auch daran, dass es bislang kaum Angebote gab, mobil zu bezahlen. Seit einigen Monaten ändert sich das aber.

Den Beginn machte im Juni Google Pay, es folgten Angebote einzelner Banken und eine App der Sparkasse, jetzt startet auch Apple Pay in Deutschland – ganze vier Jahre nach dem Start in den USA.

Viele Menschen wissen aber noch gar nicht, wie und wo sie mobil bezahlen können – wir klären die wichtigsten Fragen zum mobilen Bezahlen.

Wie funktioniert mobiles Bezahlen?

All die Angebote nutzen den Funkstandard NFC zur drahtlosen Datenübertragung. Diesen unterstützen mittlerweile auch viele EC- und Kreditkarten, womit ebenfalls kontaktlos bezahlt werden kann. Am Smartphone muss die NFC-Funktion zum Bezahlen aktiviert sein. 

Wer mit dem Handy bezahlen will, benötigt außerdem die jeweilige App – und die richtige Bank. Google Pay und Apple Pay werden in Deutschland nur von wenigen Banken unterstützt. 

Sparkassen-Kunden können eine eigene App nutzen, dazu kommen eigene Angebote diverser Banken. 

Diese vielen verschiedenen Anbieter machen die Nutzung kompliziert: Google Pay ist auf dem iPhone nicht verfügbar, umgekehrt wird es auch kein Apple Pay für Android geben. Apple sperrt außerdem iPhone-Nutzer für das Bezahlen mit der Sparkassen-App – und hätte wohl lieber, dass diese Apple Pay verwenden. Google Pay und Apple Pay werden außerdem jeweils nur von bestimmten Banken unterstützt – dazu unten mehr. 

Wer die Bezahl-Apps verwendet, muss bei kleineren Beträgen nur das Handydisplay einschalten, schon kann bezahlt werden. Erst bei Beträgen über 25 Euro muss eventuell auch ein PIN eingegeben werden.

Wie sicher ist die Bezahlung mit dem Handy?

Dass die Deutschen so sehr an ihrem Bargeld hängen, liegt auch an ihrem Misstrauen gegenüber mobilen Zahlungsmöglichkeiten. 

  • Kann es passieren, dass man mit dem Smartphone versehentlich an der Kasse für jemand anderes bezahlen könnte? Unwahrscheinlich. Denn beim Bezahlvorgang muss das Handy sehr nah an das Kartenterminal gehoben werden – bei mehr als fünf Zentimeter Abstand wird es schon schwierig. Dass man also ausversehen mit dem Smartphone bezahlt ist nahezu ausgeschlossen. Und selbst wenn: Mit Google Pay etwa vibriert das Handy, kurz darauf erhalten Benutzerinnen und Benutzer eine Benachrichtigung über die Bezahlung.

    Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, kann am Smartphone auch einfach die NFC-Funktion deaktivieren und nur zum Bezahlen wieder aktivieren – das macht es auch sicherer gegenüber NFC-fähigen Karten.

  • Muss ich, wenn ich mein Handy verliere, jetzt auch alle meine Geld- und Kreditkarten sperren? Nein. Denn hinterlegt sind nur virtuelle Kontonummern. Auch diese lassen sich über den Sperrnotruf 116 116 telefonisch deaktivieren. Plastikkarten können auch danach noch benutzt werden.

  • Wenn ich mobil bezahle, habe ich doch gar keinen Kassenbon. Wie sieht es mit dem Umtausch von Waren aus? Gewährleistungsansprüche greifen meist nicht, wenn man den Kassenbon nicht aufbewahrt. Wer mobil bezahlt, speichert die Daten des Einkaufs aber automatisch – und kann so bis zu zwei Jahre nach dem Kauf mangelhafte Ware umtauschen. 
  • Und wie sieht es mit Datenschutz aus? Das Bezahlen selbst gilt als sicher: Für jeden Vorgang wird ein neuer Token verwendet, es werden also keine vollständigen Kartendaten übertragen. Allerdings erhalten Google und Apple mit der Bezahlung über ihre Apps Informationen über das Einkaufsverhalten der Nutzerinnen und Nutzer. Nach den derzeitigen Bestimmungen will Google etwa diese jedoch nicht für Werbezwecke verwenden – das könnte sich jedoch in Zukunft ändern.


Wo kann ich mobil bezahlen?

Möglich ist mobiles Bezahlen noch lange nicht überall – die Anbieter werden aber langsam mehr. Kontaktlos mit Handy oder Karte lässt sich beispielsweise in allen Märkten der Supermarktketten Aldi, Lidl, Kaufland und Netto bezahlen, außerdem etwa bei H&M, McDonald's und Starbucks. 

Wo man mobil bezahlen kann, sieht man normalerweise an diesem Symbol:


Der Handelsverband HDE geht davon aus, dass bis Ende des Jahres 80 Prozent aller Kartenterminals NFC-Zahlung unterstützen – bis 2020 sollen es dann alle sein. (Zeit Online)

Derzeit sind es ungefähr 500.000 von 820.000 Terminals, die das kontaktlose Bezahlen unterstützen, berichtet svz.de.

Wie unterscheiden sich Google Pay und Apple Pay?

  • Google Pay wird bislang nur von sieben Banken in Deutschland unterstützt – darunter Commerzbank, comdirect und N26. Seit Kurzem lässt sich allerdings auch ein PayPal-Konto mit Google Pay verbinden – wodurch der Bezahldienst theoretisch von allen Bankkundinnen und -kunden genutzt werden kann. 
  • Apple Pay wird von deutlich mehr Banken unterstützt werden, darunter auch Deutsche Bank und Hypovereinsbank. Desweiteren können Kredit- und Debitkarten von American Express, Mastercard, Maestro und Visa verwendet werden.
  • Ein weiterer Unterschied der beiden Dienstleister ist außerdem, dass Apple von seinen Kundinnen und Kunden 0,15 Prozent Umsatz pro Transaktion verlangen soll. Viel ist das nicht: Bei einem Betrag von fünf Euro ist das gerade einmal ein Cent. Google Pay kann gratis genutzt werden.

Mit Material von dpa


Haha

So gut trollt Gollum das Brexit-Chaos von Theresa May
Knapp 3 Minuten bitterböse Satire

Es ist dieser Tage nicht leicht für die britische Premierministerin Theresa May. Sie soll einen Brexit-Deal verhandeln, für den die knappe Mehrheit der Britinnen und Briten gestimmt haben, aber nun nicht mehr wollen. Ihre eigene Regierung versagt May die Unterstützung, die Europäische Union (EU) hat sowieso keine Lust mehr auf das ganze Brexit-Chaos.

Und nun kommt auch noch der schizophrene Gollum aus "Herr der Ringe", um Theresa May zu trollen.

Das schizophrene Wesen wird von Schauspieler Andy Serkis zum Leben erweckt, es gilt als seine Paraderolle. Und auch wenn der "Herr der Ringe" und die "Hobbit"-Reihe schon längst nicht mehr im Kino laufen – Serkis mimt immer mal wieder das Monster, um damit aktuelle politische Lagen zu parodieren.

Mit Blick auf Großbritannien geht da einiges: Am Montag sollte eigentlich die entscheidende Abstimmung über ihren Deal mit der EU im britischen Parlament stattfinden, stattdessen wurde die Abstimmung bis Januar verschoben. Für May eine große Niederlage: Die EU will keine Neuverhandlungen, das britische Parlament will den bestehenden Deal nicht. (SPIEGEL ONLINE

Nun könnte Großbritannien ganz ohen Deal aus der EU ausscheiden, und mit leeren Händen dastehen. Oder noch mal neu abstimmen. Denn am Montag hat der EU-Gerichtshofs klargestellt: Die Briten könnten ihre Austrittsankündungung nach Artikel 50 auch einseitig wieder rückgängig machen. 

In einem knapp dreiminütigen Clip für die Kampagne "People's Vote" trollt Serkis nun Mays Brexit-Bemühungen.

So wie sich Gollum immer an seinem "Schaaatz" festhält, hält nun auch Theresa May eisern an ihrem Brexit-Deal fest – auch wenn der eigentlich nur Leid bringt. 

Hier kannst du die Szene sehen: