Bild: dpa/Ralf Hirschberger; Montage: bento
Jeden Tag ein irritierendes Zitat.

Die digitale Zukunft zu wuppen, ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die Bundesregierung. Vor allem schnelles Internet ist nicht überall in Deutschland verfügbar – die Große Koalition versprach eigentlich einen raschen Netzausbau. Deutschland liegt im weltweiten Geschwindigkeitsvergleich ziemlich weit hinten. Und nicht nur das: Fast nirgendwo in Europa ist mobiles Internet so teuer wie hier. (SPIEGEL ONLINE)

Nach Meinung der Bildungsministerin Anja Karliczek ist eine schnelle Verbindung nun doch nicht so wichtig.

Die CDU-Politikerin sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, der ländliche Raum brauche kein 5G. In ihren Worten:

5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig.

Wichtiger sei zunächst, 4G flächendeckend auf die Reihe zu bekommen, Funktürme für den schnelleren LTE-Nachfolger 5G würden vorerst an "zentralen Stellen" reichen. "Um in die Fläche zu gehen, können wir uns ein bisschen Zeit lassen", sagt Karliczek weiter. 5G ist etwa zehnmal so schnell wie 4G. 

Was steckt dahinter?

  1. Die Bundesregierung vergibt Lizenzen an Netzbetreiber wie Telekom oder Telefonica (O2) in Auktionen – diese sollen dann für den Ausbau verantwortlich sein. 
  2. Damit schnelles Netz möglichst flächendeckend gebaut wird, definiert die Regierung Auflagen, an die sich die Netzbetreiber halten sollen.
  3. Die Bedingungen legt die Bundesnetzagentur fest, sie sehen unter anderem bis Ende 2022 die Errichtung von 1000 5G-Basisstationen vor. Die 5G-Frequenzen sollen ab Frühjahr 2019 versteigert werden (Handelsblatt).

Karliczek will nun einen Kompromiss hinbekommen: Einerseits möglichst viel schnelles 5G, andererseits die Netzbetreiber nicht durch zu viele Auflagen vergraulen. Denn Lizenzen für 4G zu vergeben, wäre einfacher – und würde der Bundesregierung Einnahmen in Milliardenhöhe bescheren. (Westfalenpost)

Das heißt: Zugunsten der Einnahmen sollen dann viele Landstriche – also die "Milchkannen"-Regionen – auf das schnellstmögliche Netz verzichten. Mal wieder.


Streaming

"Sylvies Dessous Models": Das sind die Reaktionen auf das neue Unterwäsche-GNTM

Was soll man denn machen, wenn man RTL ist, auch unbedingt ein "Germanys Next Topmodel" haben möchte, und nur eine begrenzte Auswahl "Moderatoren" nutzen will? Dann entwickelt man eben eine Dessousmodel-Castingshow mit Sylvie Meis.

Die erste von drei Folgen "Sylvies Dessous-Models" lief am Mittwochabend auf RTL

Drei Folgen? Allerdings – Sylvie Meis muss sich beeilen, um ihr Dessousmodel zu finden. 

Die Gewinnerin kommt nicht bei Heidi Klums Vater unter Vertrag, sondern bei Sylvie Meis selbst: Für ihr eigenes Dessous- und Bademoden-Unternehmen "Sylvie Designs" sucht die 40-Jährige ihre neue Markenbotschafterin. Und natürlich, man hat es sofort im Ohr: "Nur eine" kann "Sylvies Dessous Model" werden.

Darum flogen in der ersten Folge auch schon 20 von 30 Kandidatinnen raus. Diese Hektik hat die Sendung gleich noch oberflächlicher gemacht. 

Viel mehr muss man zum Inhalt der Sendung auch gar nicht sagen. Es ist eine Model-Castingshow, wie wir sie seit Jahren kennen. Wir haben Fotoshootings, wir haben oberflächliche Bewertungen, wir haben die typischen Kandidatinnen: Die Vorlaute, die Schüchterne, die mit dem schweren Schicksal... (SPIEGEL ONLINE

Allerdings passiert hier alles sehr viel schneller und nackter.

Ach, und nächste Woche scheint es laut Vorschau ein großes Umstyling zu geben – inklusive Tränen. Überraschung!

Und das sagten die Menschen auf Twitter zu "Sylvies Dessous-Models":

Es wurde Trash-TV erwartet, es wurde Trash-TV geboten.