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Schon bald könnten sie in Hamburg und Braunschweig getestet werden.

Hamburg und Braunschweig könnte schon bald 3D-Zebrastreifen testen lassen. Sie sollen Autofahrer dazu bringen, langsamer zu fahren – und so Unfälle verhindern. Der Gedanke: Die Fahrer könnten annehmen, dass es sich um ein tatsächliches Hindernis handelt und deshalb abbremsen.

Am Mittwoch entscheidet der Bezirksstadtrat des Braunschweiger Stadtteils Lehndorf, ob dort ein solcher Zebrastreifen eingesetzt wird. An der betroffenen Stelle gibt es bereits einen Zebrastreifen und es gilt Tempo 30.

Viele Anwohner beschweren sich darüber, wie rücksichtslos die Autofahrer sind.
Lehndorfs stellvertretender Bürgermeister Frank Schröter

Auch in Hamburg könnte der 3D-Zebrastreifen möglicherweise an drei bis vier Standorten getestet werden. Die Bürgerschaftsfraktionen von CDU und FDP sind dafür. Ein Standort könnte im Hamburger Stadtteil Bergedorf liegen, dort gibt es den Plan schon länger. Die Innenbehörde prüft ihn derzeit. (Hamburger Abendblatt)

3-D-Zebrastreifen können aufgrund ihrer besonderen Optik zu mehr Aufmerksamkeit bei Autofahrern beitragen.
Ewald Aukes, verkehrspolitischer Sprecher der Hamburger FDP-Fraktion

Hier wird der Zebrastreifen bereits eingesetzt:

Die Stadt Ísafjörður testet die Zebrastreifen bereits seit dem Sommer. Verantwortlich dafür ist Ralf Trylla, Umweltbeauftragter des kleinen Fischerdorfs an der Nordwestküste des Landes. Er holte sich die notwendigen Genehmigungen von Polizei und Verkehrsbehörde. Vegmálun GÍH, eine Firma für Straßenbemalungen, machte sich daraufhin an die Umsetzung. (Cycling Weekly)

Die Idee hatte Trylla von einer Indienreise mitgebracht. Im Bundesstaat Gujarat wird die Maßnahme schon länger getestet – und zeigt offenbar Wirkung. Auch andere Länder wie Großbritannien, Österreich, die USA, Spanien und Kanada sollen die dreidimensionalen Sicherheitsbemalungen ausprobiert haben. (Hamburger AbendblattDie Welt)

So funktioniert es:

(Bild: dpa/Fotokerschi)
  • Die weißen Zebrastreifen werden mit grauen und schwarzen Farbschattierungen versehen.
  • Je nach Blickwinkel erscheinen die Streifen wie weiße Blöcke, die über der Straße schweben.
  • Kommt man näher, löst sich die optische Täuschung auf.
  • Von der anderen Seite wirkt die Täuschung ebenfalls nicht. Deswegen eignet sich die Technik besonders für Einbahnstraßen. (Hamburger Abendblatt)

Und hilft's?

  • Naja, die Erfahrungen aus Island machen wenig Mut: Die Autofahrer hätten sich schnell an den neuen Zebrastreifen gewöhnt, sagte der Erfinder der Technik, Ralf Trylla (Braunschweiger Zeitung).
  • Auch im österreichischen Linz werden 3D-Zebrastreifen seit Ende 2017 getestet, dort zweifelt man ebenfalls am Sinn des Projekts. Der Effekt sei nur bis 30 km/h sichtbar, sagt der zuständige Stadtrat. Nachts und bei Regen sehe man den Effekt überhaupt nicht. Trotzdem solle der Test weitergehen. Der Grund: "Der Zebrastreifen macht sich gut auf Fotos. Und für unsere Stadt ist das eine prima Marketingkampagne." (Hamburger Abendblatt)

Gerechtigkeit

Donald Trump nennt Abgeordnete "Verräter" – weil sie ihm nicht applaudieren

US-Präsident Donald Trump möchte, dass die Leute für ihn klatschen, wenn er eine Rede hält. Tun sie das nicht, dann seien sie Verräter. Das sagte Trump bei einer Rede vor Anhängern in Ohio.

Trump bezog sich dabei auf seine Rede zur Lage der Nation vergangene Woche. Diese wichtige Rede hält der amtierende US-Präsident einmal im Jahr vor dem US-Kongress (hier kannst du nachlesen, wie Trumps erste Rede war).

Weil einige Politiker nicht applaudierten, spricht Trump von "Verrat".